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Der Israelit · 1869-01-20 · Heft 3 (20.1.1869) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 3 (20.1.1869)
Date
1869-01-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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39 zu verscheuchen, werden nicht religiöse, Herz und Geist stärkende, tröstende und erhebende Freuden ausgesucht, — nein, denn solche sind ihnen nicht vergönnt und scheinen ihrer Würde und gesellschaftlichen Stellung unwürdig zu sein — sondern sie suchen alle nur mögliche, ihnen zugängliche Vergnügungen und Zerstreuungen auf, wobei nicht selten Mann und Frau, jeder von ihnen seinen eignen Weg geht. Wenn auch bei solcher Lebensrichtung das Band der Ehe nickt gelockert zu werden braucht und nur selten gelockert wird: so verliert doch ein solches auf Flachheit und Flrtterwesen gebautes Eheleben die in Israel gewohnte Herzinnigleit und Weihe und liefert den Beweis, daß eine jüdische Frau keinesweges berufen ist, entweder im antiken Sinne eine sogenannte Sclavin zu sein, oder nach modernem Ausdruck, eine niedrige, subordinirte Stellung im Hause einzunehmen, sondern daß im Gegentheil, ja gottdurchdrungener Mann und Frau, jeder für sich sind, und je mehr in beider Herzen die Religion Gottes Wurzel gefaßt hat; destomehr werden sie sich gegenseitig beeifern, das Band der Ele, das Gott um sie geschlungen, durch gegenseitige Treue, Liebe und Ergebung immer fester zu knüpfen und Freuden wie Leiden gleichmäßig ryitcinander zu theilen. (Fortsetzung folgt.) AeZturrgsKBehrichteZk und CorresporLderrzerr. -Deutschland. Stuttgart, 30. Dcc. Die israelitische Kirchenverfassung sfrage soll dem Vernehmen nach um einen Schritt weiter gefördert worden sein. Auf Grund einer im Laufe dieses Sommers in der israelitischen Oberkirchenbehörde unter den: Vorsitz Sr. Exc. deö Hrn. Cultnsministers v. Goliher stattgefundenen Berc thung, hat nunmehr, wie wir hören, der Referent dieser Behörde, RegierungSrath Jordan, den Entwurf einesGefetzeS über die kirchlichen Verhältnisse der ISraelien, sowie eines kirchlichen Statuts ausgearbeitet und es soll auf Grund dieses Entwurfs der Gegenstand demnächst einer weiteren Berathung unterworfen werden." „W. C." Diese weitere Berathung, welche uns obige Correspondenz eines officiösen Blattes in Aussicht stellt, ist eine ernste Mahnung an alle, besonders an die gesetzestreuen Israeliten Württembergs, — denen das Verdienst gebührt, durch ihre Versammlung in Hohenbuch, durch die Tagespresse, Flugschriften und Petitionen den ersten und kräftigsten Anstoß zu der fraglichen Revision des Cultuswesens gegeben zu haben — die Sache abermals in die Hand zu nehmen und rechtzeitig dafür Sorge zu tragen, daß jener von dem Assessor, Regierungsrath Jordan, Rechtsconsulent in Stuttgart, und von dem Rabbiner Dr. v. Maier, Kirchenrath, ausgearbeitete Entwurf, entweder wie in Ungarn, einem aus Laien, Rabbinen und Lehrern zusammengesetzten Congreß oder ebenso zusammengesetzten Bezirkssynoden oder den einzelnen öffentlichen Gemeinde-Versammlungen zur Vorberathung übergeben werde, ehe er den Land ständen vorgelegt wird. Zu diesem Zwecke sollte eine Versammlung der Orthodoxen ausgeschrieben und in derselben ein Comite beauftragt werden, eine Petition an das Ministerium sofort zu entwerfen und einzusenden, worin der Antrag auf solche Vorberathung, analog, wie in dem unlängst m der evangelischen Kirche stattgefundenen Bezirks Versammlungen, zu motiviren und sonstige jüdische Landesangklegen'heiten zu besprechen. .tsbj b’nnon -id: lv inow! Ulrn a. d. D. — In diesen Blättern ist wiederholt der Gedanke angeregt werden, der jüdischen Jugend in den um der Feier Willen geeignetes Vergnügen zu bieten, um Eltern und Kindern dadurch abzuhalten von der geschmack- und charakterlosen Aefferei, auch israelitischen Kindern einen s. g. Cbristbamn zu bescheeren. ES verdient deßhalb rühmlich erwähnt zu werden, daß in der hiesigen Gemeinde, — obgleich deren Institutionen mit Recht schon oft als mangelhaft getadelt worden find und obschon sie auch heute noch an Haupt und Gliedern viel Gelegenheit znm Tadel bieten — das jüngste Chanukkah - Fest 5629 am 12. Dec. v. I. im Saale des goldenen Greifen von der israel. Religionsschule in sehr würdiger Weise gefeiert worden ist. DaS sinnige Programm ist eine Arbeit des Vorsängers E i n st e i n, dessen Beispiel hierin Nachahmung verdiente. Declamation, Gesang, Tanz, Spiel, Preisverloosung und Gabenvertheilung wechselten in unterhaltender Weise ab. Nicht nur die israelitische Gemeinde, sondern auch angesehene Christen, selbst der Herr Oberbürgermeister v. Heim nebst Gemahlin nahmen an der Feier Theil. Charactenstisch für das Fest ist die Declamation des Gedichtes „Chanukkah-Fest" v. E. Lehmann, das Anzünden des Chanukkah-Leuchters (muo) mit den Benedictionen, der Vortrag des nrun in deutscher Uebersetzung und der Gesang des Festliedes na vpo und anderer fpecifisch jüdischer Poesieen. Jeder Eintretende hatte eine Karte zu lösen. Möchte die Gemeinde auch in jeder anderen Beziehung zu einem echt jüdischen Leben zurückkehren. Diese Rückkehr würde ihr zur Ehre und zum Segen gereichen. Oberdorf (O.-A. NereSheim), 10. Januar. Die hiesige israelitische und christliche Gemeinde, ebenso die Nachbargemeinden Aufhausen und Lauch heim feierten am vorigen Sabbat - Ausgang das 25jährige Dienstjubiläum des jüdischen Districtsarztes Ihr.

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