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Der Israelit · 1869-01-13 · Heft 2 (13.1.1869) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 2 (13.1.1869)
Date
1869-01-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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27 gewissen Beziehung zur praktischen Ausführung der ß Gemeinde- und Schulstatuten stehe. Haben nämlich E die Gemeindeglieder am rot? Vacanzen; so ist dieser ß Tag bekanntlick am ehesten dazu geeignet, Vorstände rc. in Gemeindeangeieqenheiten zu versammeln, was ss nickt einmal am Sonntage so gut möglich ist. Und j die Schulbildung? Wäre es nicht von unendlichem \ Werthe, Lehrlingen, Commis?c. am ME* die . Gelegenheit zu geben, durch religiösen Wiederho- 1 lungsunterricht, oder auck nur Theilnahme an - religiösen Vorträgen den edlen Idealismus zu erj halten, der sonst nur zu sehr im krassesten MaterialiSh mus unterzugehen droht? Und nun noch wenige Worte zu meinem Ameni dement (derselbe hatte nämlich beantragt, den mittelmanischen Antrag auck aus die Jahrmärkte zu erweitern). | Ich will hierbei, um mich nicht mit fremden Federn s zu schmücken, bemerken, daß mir ein hier lebender, re- ] nommirter Publizist in einem sehr geschätzten Schreiben j einige der folgenden Argumente an die Hand gab. i Unsere Position für die Jahrmärkte ist nun eine noch \ viel günstigere. Denn die etwa allwöchentlich sich wiederholenden lokalen Schwierigkeiten werden bei nur sporadisch sich wiederholenden Terminen weit weniger groß sein. Das Zwingende der Frage aber ist hier umgekehrt viel größer, da von diesen Jahrmärkten oft, man braucht nur an Modeartikel zu denken, die ganze Saison abhängt und eine Beschränkung hierin einen noch viel empfindlichern Ruin herbeiführen kann. Wohl haben auch bis jetzt die betheiligten Kaufleute gewöhnlich ein diesbezügliches Abkommen mit der betreffenden Marktbehörde getroffen; ließ geschah aber nur vereinzelt, war mit sehr empfindlichen Spesen der Betreffenden verbunden, hing zu sehr von der Loyalität der Beamten ab, und führte sogar oft zu unangenehmen Civilprozesffn. Wir aber wollen, den einzig loyalen Weg, den der allgemeinsten Gerechtigkeit. Verlangen wir etwas Unmögliches? Keineswegs! Sind die Hindernisse wirklich unübersteiglich, so müssen i wir uns allerdings in's Unvermeidliche fügen, aber ' loyales, gerechtes Entgegenkommen verlangen wir, wir; verlangen Wahrung der Gewissensfreiheit, ich stimme daher für den Antrag."! Dr. Popper sprach gegen den Antrag u. z. erstens damit wir nicht dem bösen Leumunde Raum geben, uns zu insinuiren, daß wir sofort an unsere materiellen Interessen denken, zweitens das Ministerium könne hierin keine Verfügungen treffen, sondern die Communen, mit welchen allen man sich aber unmöglich in Verbin- > düng setzen könne. Redner bezieht sich auf ein Faktum in seiner Zui ständigkeits-Gemeinde Miskolez, in welcher mit seiner! Mitwirkung die Wochenmärkte durch das Ministerium vom rüip auf einen andern Tag verlegt wurde. Die! autonomen Munizipien remonstrirten aber gegen diese j Dekretirung und dieselbe mußte zurückgenommen wer- < den; daher solle man lieber diese Bemühungen, wie! bisher, den Privatkreifen überlasten. Rabbi vr. Zipfer sprach für den Antrag, wie folgt: Geehrter Congreß! Ich fühle mich in der peinlichen Lage. in dieser achtbaren Ver-ammlung das erste Mal über einen Gegenstand das Wort zu ergreifen, dessen Bebondlung, wie es scheint, eine unpopuläre ist, ja, wobei es vielleicht so Manchen unangenehm berühren mag. wenn hier überhaupt darüber gesprochen werde. Da jedoch die Frage auf die Tagesordnung gesetzt worden ist, so glaube ich, daß wir es der Ebre dev Judenthums, dem relig. Gefühle unserer Glaubenöbrüder wie auch unserer gebobenen Stellung nach Außen bin sckuldig sind, die Sache nicht todtzuschweigen, nickt unbeachtet an uns vorübergehen zu lassen, damit man uns nickt den Vorwurf mache, daß wir eine der wichtigsten Institutionen unserer Religion als eine uns ganz fremde Angelegenheit behandelt. Bei dem Anträge über die Verlegung der Wochenmärkte vom Sabbat auf die übrigen Tage tauchen zwei verschiedene Fragen auf: ob dieser Antrag zur Eompetenz des Congresses gehöre oder nickt, ob wir auch berechtigt seiend dergleichen Dinge in den Kreis, in den Bereich unserer Verhandlungen zu zieben, oder nickt, vielmehr dieselben fahren lassen müssen? Gesetzt, daß diese Frage auf irgend eine Weise doch zur Competenz gehörend anzusehen wäre, ob sie auch opportun sei und welche Motive überhaupt wir bei der h. Regierung Vorbringen können, daß sie uns zul eb, die wir doch unstreit'g die Minderheit im Lande bilden, Veränderungen in althergebrachten Einrichtungen treffe, die vielleicht der weit überwiegende Theil der Bevölkerung theils aus alter Gewohnheit, theils der Bequemlichkeit halber beizubehalten wünsche. Was den ersten Punkt, die Eempetenzfrage, anbelangt, so scheint es allerdings, als ob der Congreß für derartige Dinge nickt competent. Der Antrag, wird allgemein behauptet, gehört ja nicht zu den uns vorgeschriebenen Aufgaben. Es sind ja genau die Linien bezeichnet, innerhalb deren der Eongreß sich zu bewegen habe. Es wird ferner der Einwand erhoben, daß dieß eigentlich eine Religionssrage involvire, worüber der Congreß durchaus nicht berufen ist, sich in Discussionen einzulassen, und wenn auch keine eigentliche Religionsfrage, so scheint es dock in das religiöse Gebiet hinüberzustreifen, was wir ebenfalls vermeiden müssen, um nicht Gelegenheit zu bieten, andere religiöse Fragen gleichsam wie bei den Haaren herbeizuziehen. Ich jedoch, g. C., bin ganz anderer Ansicht, obwohl mein zu stellender Antrag von der Motion des Antragstellers in wesentlichen Punkten differiren wird. Würde Jemand, was aber hoffentlich, wie ich fest überzeugt bin, Niemand aus unserer Mitte thun wird, den Antrag stellen, daß man die Wochenmärkte von den übrigen Tagen auf den Sabbat verlege, und den Juden gestatte, stch daran zu beteiligen, dann wäre es in der That eine religiöse Frage, worüber der Congreß ganz uncompetent, allein die Frage ist ja umgekehrt, daß nämlich wir Juden durch die sabbatlichen Wochenmärkte in unserem Erwerbe, d. h. in unserem

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