Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 2 (13.1.1869)
- Date
- 1869-01-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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20 tnen und Dtrar;ovN tö my d"n. So vereinigten sich hier einige Geschäftsleute, da ne während des Tages nicht freie Muße haben, sich dem Thorastudium zu widmen, jeden Montag und Donnerstag Abend zu diesem Zwecke znsammenzukommen. Obwohl ermüdet vom Tagewerke und von Nahrungssorgen, sind sie 'my ’yznp mm1?, zwingen sich ab einen Theil ihrer Zeit zum Lernen; sie beginnen gegen 9 Uhr Abends und lernen bis 12 Uhr. Manche bleiben die ganze Nacht im non"'D und erfüllen buchstäblich das nimi ddh n num, den Vorrrag bat gewöhnlich Herr Vorsteher S. S ch i f f u. z. sehr gründlich und zweckmäßig, obwohl er als Geschäftsmann sehr in Anspruch genommen ist. — Nachdem nun Herr Rabbi Sal. Spitzer auf recht passende und gelungene Weise 'mj 'do geschlossen und pinn 'Do wieder begonnen und die üblichen Gebete verrichtet hat, begab man sich um 11 Uhr Nachts zum Festessen, das uns Alle in die heiterste Stimmung versetzte. Besonders würzten das Mahl Herr Spitzer und der D,n"’3n pn, Herr M. B. Klein durch ausgezeichnete nonm niTio n"n. Herr Klein erfreute uns noch überdies durch seinen vortrefflichen angenehmen Gesang. Auch die Gabbaim, Herr Sam. Spitzer und Herr Torbe waren zur nixo nnyo geladen. Während der Tafel D2v didd beschloß die Gesellschaft, von nun an 3mal in der Woche diesen zu lernen, nämlich auch noch wHo Abend, nun Dryo /-i. Nachdem man geistige und phvsische Nahrung zur Genüge genossen, wurde noch zum Schluffe vor pio"m für einige Mitglieder ■pstt' '2 gemacht, wobei dem rnVno beträchtliche Spenden zufielen. Nach zwei Uhr Nachts verabschiedete sich die Gesellschaft wohlgemuth und frohen Zinnes. In diesem io"n'I ist die löbliche Einrichtung getroffen, daß man zu jeder Tageszeit in warmem Zimmer nach Belieben lernen kann, nickt an gewisse Stunden gebunden ist; auch sind die meisten nn2D nicht versperrt; dadurch wird dem Lernen nur Vorschub geleistet und man hat so Gelegenheit, vielfache 'myw zu besuchen. So kommen schon um 5 Uhr Nachmittags einige Herren zusammen, denen Herr Spitzer '□«"jo Dorträgt. Abends anjtttt nruo;o hören einige min 'ioF den Vortrag des Herrn Klein in msinu 'do, während gleichzeitig Herr Spitzer m« "n, nv:wo 'V"ni t^oin vorträgt. Nach 3nyo lernen wieder Andere unter Leitung des Herrn Vorstehers I. L. Freist adtl rwa 'do. Am Samstage von 11—12 Uhr kommen jene, die durch die ganze Woche nicht dazu kommen, mm mm zu hören und sich wenigstens an diesem Tage geistig beschäftigen, was viel nützlicher ist, als die Zeit in Eaföhäusern und an sonstigen öffentlichen Plätzen mit '»tos 'mm zuzubringen, wo man leider nur zu oft in die Lage kömmt, nust* At>n zu sehen — und Nachmittags wird n^n 'dd gelernt vMv? jo'»’ wj/oon 'Ni nmon 'n. Auch im Vereine minn ’pnno sind täglich Abends in der Laternschule ia"n'Dje zwei Vorträge, ebenso Samstag, den man hier inn bs mno gehend recht zweckmäßig sich eintheilen kann n^inp ~om. So möge denn dies gottgefällige Streben immer mehr zunehmen und auch in der Provinz verdiente Nachahmung finden nun P’-tr6 mnNnin am 3. Januar. In unserer alten Gemeinde geht es im Allgemeinen so still zu, daß zu einer Correspondenz wenig Stoff da ist. Hier gibt es keine Reibungen und Parteikämpfe; die verschiedenen Meinungen und Anschauungen leben ganz freundschaftlich nebeneinander, die etwa vorkommenden kleinen Streitigkeiten in den einzelnen Synagogen sind zu sehr Stürme in einem Glas Wasser und zu unbedeutend, als daß dieselben für die Oeffentlichkeit geeignet wären; eS find dies meistens finanzielle Kalamitäten, welche sich die einzelnen Synagogen durch sogenannte Reformen und Ausnahme von Predigern selbst bereiteten. Letztere haben im Allgemeinen eine ziemlich prekäre Stellung und betrachten dieselbe gewöhnlich als eine Station, von der sie alsdann einen größer« Posten zu erreichen hoffen. Von Seiten der Cultusrepräsentanz ist es Princip, die einzelnen Synagogen in ihrer althergebrachten Autonomie zu belassen, die vor denselben ausgenommenen Prediger als Privatpersonen zu betrachten, die zur Gesammtgemeinde in gar keiner Beziehung stehen, dagegen bezüglich der Anstellung eines Oberrabbiners für die Gesammtgemeinde zu warten, bis das neue Cnltusgemeinde-Statut ins Leben getreten sein wird. Inzwischen bat sich doch eine wichtige Frage entwickelt, an deren Lösung rasch gearbeitet werden muß. Es ist dies die Reorganisation der Talmudthora- Anstalt. Dieses Institut, vor einigen Jahren in bester Absicht gegründet, hat sick in Folge dessen fehlerhafter Organisirung um alle Sympathien gebracht. Die gewählten Lehrkräfte, jede an und für sich brauchbar, sind indessen in ihrem Bildungsgänge, wie in ihren Ansichten zuweit von einander verschieden, als daß einen Einheit in der Leitung nur möglich wäre, und daß die Anstalt nickt gleich im Anfänge an Zerfahrenheit gelitten hätte. Vor Allem zeigte sich, daß die Errichtung einer Vorbereitungsschule für Gymnasialgegenstände überflüssig und kostspielig; da sich hier 4—5 öffentliche Gymnasien befinden, so können die betreffenden Schüler ihre Studien mit Hilfe eines geringen Stipendiums absolviren, wahrend diese Vorbereitungs-Schule die Gemeinde über 1000 fl. kostete und im ganzen 4 Schüler zählt, von denen blos ein Einziger ein Prager von Geburt ist. Aber auch die eigentliche Talmudthoraschule ist derart mit heterogenen Elementen beseht, daß ein günstiges Resultat nicht erzielt werden konnte. Während