Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 2 (13.1.1869)
- Date
- 1869-01-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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19 scheu Festung und zwei andere zu tzjähriger Zwangsarbeit in den Bergwerken. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 24. Deo. Als im Jahre 1858 die frohe Kunde erscholl, daß dem allgeliebten Herrscherpaar bald ein edler Sprosse erblühen werde, gelobte unser Glaubensgenosse Herr A. M. Pollak, Zündwaarenfabrikant, im Falle daß Gottes Huld die Völker der Monarchie durch die Geburt eines Kronprinzen beglücken sollte, ein würdiges Monument dieser segensreichen Stunde im Schooße der Haupt- und Residenzstadt Wien zu errichten, welches für ewige Zeiten einem edlen Zwecke geweiht sein sollte. Herr Pollak hat sein Gelöbniß erfüllt und eine höchst zeitgemäße großartige Stiftung gegründet. Als Industrieller hat derselbe, in richtiger Crkenntniß der Bedürfnisse eines jeden tüchtigen Jndustiellen, in jetziger Zeit erachtet, daß vorzugsweise für die technische Ausbildung eine praktische Unterstützung von wohlthätigster Wirkung und fruchtbringendstem Nutzen sei. Derselbe beschloß nun ein Haus zu bauen, worin sechzig unbemittelten Studirenden der Technik ohne Unterschied der Konfession bequeme Wohnung und Mittel gegeben werden, wo sie für ihre Ausbildung und die Ausführung ihrer Arbeiten in der Chemie und Physik Gelegenheit finden sollen. Se. Majestät gestattete huldvollst, daß der durchlauchtigste Kronprinz Rudolf das Protektorat über diese Stiftung übernehme und am gestrigen Tage fand die feierliche Schlußsteinlegung des Rudolfin um S statt. In der Mayerhofgaffe hatte sich schon in den Vormittagsstunden eine ansehnliche Menschenmenge eingefunden, und von 12 Uhr an bildeten Techniker daselbst Spalier. Im Flur erwartete Herr Pollak und dessen Familie die hohen Gäste, die sich gegen halb 1 Uhr einsanden. Es erschienen Ihre kais. Hoheiten die Erzherzoge Karl Ludwig, Albrecht und Rainer, Se. Durchlaucht Fürst Schwazenberg, Ihre Exc. Graf Beust, GrafTaaffe, v. Plener, Giskra, v. Hasner, Statthaltereileiter R. v. Weber, Polizei - Director Hofrath v. St r ob ach, Bürgermeister-Stellvertreter Felder mit einigen Gemeinderäthen das gesammte Lehrerpersonal des Polytechnikums u. s. w., u. s. w. Schlag 1 Uhr erschien Se. Maj. der Kaiser mit dem Kronprinzen Rudolf an der Seite. Unter den Klängen der Volkshymne einer Militärkapelle, und unter stürmischen Vivatrufen der anwesenden Menge wurden Allerhöchstdieselben von Hrn. Pollak empfangen. Se. Maj. dankte in huldvollen Worten gegen den Stifter für den Empfang und begab sich sodann mit dem Kronprinzen unter das Stiegenhaus, wo die Schlußsteinlegung stattfand, zu welchem Zwecke bereits alle üblichen Vorbereitungen getroffen waren. Herr Pollak verlas die Stiftöurkunde. welche die Entstehung und den Zweck der Stiftung darlegt,! worauf dieselbe von Sr. Maj. dem Kaiser, dem | Kronprinzen und den Erzherzogen unterzeichnet und j sodann in eine Glaskapsel verschlossen wurde, in welche j der Kronprinz zuvor die gegenwärtig gangbaren Lanz desmünzen in Gold und Silber gelegt hatte.! Unter dem üblichen Ceremoniell fand sonach von! Seiten des Kronprinzen die Schlußsteinlegung statt, j höchstwelcher als Protektor der Stiitung die ersten! drei Hammerschläge machte; hierauf folgten Se. Majestät! der Kaiser und die Erzherzoge.! Während der- Feier bemerkte Se. Majestät dem s Herrn Pollak, er habe den Bau der Stiftung mit j besonderem Interesse verfolgt und habe im Sommer j bei den öfteren Fahrten zur Südbahn mit Vergnügen j den raschen Fortschritt des Baues wahrgeuemmen.! Rack der Schlußsteinlegung besichtigten die Aller-! höchsten Herrschaften das Gebäude in allen drei Stcck- ' werken. Im großen Saale der ersten Etage, der für; wissenschaftliche Vorlesungen bestimmt ist, befindet sich j rechts vom Eingänge das gelungene Porträt des Kronprinzen Rudolf, links jenes vom Herzog Rudolf dem Stifter. An diesen Saal schließen'sich die übrigen Lehr- und Bibliothekzimmer u. s. w. an. In den oberen Stockwerken sind die sehr bequem eingerichteten Wohnungen für die Studirenden angebracht. Nachdem Se. Majestät der Kaiser dem Stifter Hrn. Pollak wiederholt die wärmste Anerkennung ausgesprochen, entfernten sich die Allerhöchsten Herrschaften unter Hochrufen und den Klängen der Volkshymne. Wien, im Januar. Gestatten Sie mir, Ihnen von einem auf echt jüdische Weise angenehm verlebtm Abende berichten zu dürfen, nämlich über die vnO- Feier am n""i nsuri, welche das hiesige pj,' iD"rra D^n so schön veranstaltete. Es schloß sich dieses religiöse Fest so recht passend an Chanuka an. Wie zu damaliger Zeit das Licht über die Finsterniß, Wahrheit über Falschheit siegten, wie wir mit Freuden uns deffm erinnern und Gott danken, daß Er überhaupt ein Krüglein Oel erhalten ließ, das durch ein göttliches Wunder so lange anhielt, bis anderes an deffm Stelle da war, so müssen wir es freudig anerkmnen, daß Gott uns stets beisteht, udq minn tinon und mit Recht gilt da das vy in j\v, daß selbst in der großen Hauptstadt, wo der Sinn für Ideales durch den allgemein verbreiteten Materialismus verdrängt wird, die Hingebung für die geistigen Jntereffen des Judenthums sich auf ein Minimum reducirt — uns noch immer Gott einige Männer reiner Gesinnung erhielt, die mit dem gutm Beispiele relig. Lebenswandels voranleuchtm, bis andere Männer an ihre Stelle kom-