Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 1 (6.1.1869)
- Date
- 1869-01-06
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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12 2H332T als zugestandene Basis constatirt werde. Dies das Snmmarium dieser Sitzung, der eine viertägige Unterbrechung (für Donnerstag wegen oes Fasttages des 'H folgte. Montag, den 28. Dezember, war die Tagesordnung die Spezialdebatte über die in der letzten Sitzung eingebrachten Anträge; zuvor aber wurden mehrere Berichte erstartet, darunter von der Audienz bei Seiner Majestät, welcher Bericht vom ganzen Sause stehend angehört und mit vielen Eljenrnsen begleitet wurde; dann einige Anträge unwesentlicher Natur, die vcn verschiedenen bereits gebildeten Commisno neu zugewiesen wurden, darunter einer sehr wichtiger Na tur, von drei Mitgliedern der conservativen Partei eingebracht, daß beim Cnrwnrse des Schnlstatutes vorzugsweise auch das Wohl der auf ocm Dorfe wohnenden Israeliten berücksichtigt werden sock, welcher Antrag der zn bildenden Schulrommisüon zngewiesen wurde. Hierauf folgte die oben erwähnte Spezialdebatte, in welcher Hr. Heinrich Deutsch gegen Holitscher, Hr. Beutnm für die ersten beiden Anträge Fenyvesis, aber Ablehnung des dritten, Herr Dr. Hildesheimer ebenfalls'iür die beiden ersten Anträge F's. mit Ausschluß des dritten, dessen Materialien erst aus 1. F's. geschöpft werden könnten, dann aber auch für Punkt 2. des Leopold'ichen Amendements, Punkt 1. desselben aber mit der Modifikation. daß nicht Verhältnis; der Pmteischattirungen. die wir in Bezug aus wesentliche Objecte noch gar nicht kennen, fonoern geradezu Parität der beiden Seiten des Hauses gellen solle, Punkt 3. eventuell incht nur Schullehrer, sondern auch sonstige st-achmänner und zwar ans den verschiedenen Tbeilen des Landes berbeigezogen werden. Dr. Sidon spribst pure snr den Antrag Fenyvefi's und speziell gegen Amrag Kohut mit gelegentlichem (bei einem Schüler des Breslauer Seminars wohl nicht zu verwundernden) Plaidcyer für em Rabbinerseminar. Tenczer Pül ergeht sich über die große Verschiedenheit der verschiedenen Schulen (Volks-, Mittel- und Hochschulen) befürchtet bei gleichzeitiger Kreirung einer Commission sämmtlicher Schulen eine Zersplitterung der nicht gar zahlreich im Congresie vertretenen Fachmänner, weßhalb derselbe auch eine Enquete der Schullehrer wünscht. Hierauf erhebt sich Rabbi Kaloman Weiß, um aus eine in voriger Sitzung von Herrn Kohen gehaltene Rede zu antworten. Das nimmer zu verscheuchende Mißtrauen und die Folge desselben, die andauernde Unruhe in den Gemüthern der Orthodoxen müsse, wenn überhaupt ein ruhiges Dorwärtsschreiten im Congresse möglich sei, vor Allem gebannt werden. Würde den Orthodoxen ausreichende Garantie geboten sein, so würde Alles im leichtesten Flusse verlaufen, denn nur die Sorge für die absolute Wahrung der Religionsübung bilde das Motiv dieser großen Differenz des Hauses. Wohl seien darüber schon durchaus nicht zu unterschätzende Versicherungen Seitens des Cultusministers und des Präsidenten gegeben, daß religiöse Fragen nicht tangirt werden sollen, endgiltig aber könnte die orthodoxe Partei nur dann beruhigt sein, wenn die Competenzgrenzen von der einzig competenten Seite durch die Enquete von bei der Majorität Ungarns und Siebenbürgens Vertrauen genießenden Rabbinen; festgestellt?e.n werden. Dieser wiederholte „Fühler" wurde selbstverständlich von der überwiegenden Majo-! rität der sog. Fortschrittspartei mit Unruhe und Miß-! fallsbezeugungen ausgenommen; aber auch in der That von der eigenen Partei nicht ausnahmslos beifällig. Es ist zum Verständnisse dieses Vorganges gleichsam eine psychologische Erläuterung nöthig. Dem Principe nach hat Antragsteller trotz allem Riederschreien und i Verhöhnen Recht, vollständiges Recht; denn der nach; allen obigen Referaten klar wie der Tag bestehende Act - der Vergewaltigung kann nicht anders als beunruhigen unv es schwebt ittch ein gewaltig s Düster darüber, was d eigentlich die Herren dieser sog. Majorität für! religiös zu halten belieben, und was nicht. Es wäre allerdings der loyalste Weg gewesen, hierüber! zuvor in allen dahingebenden Specialitaten klaren I Wein einzuschenken, «nb jeder redlich Denkende muß , Herrn Weiß beistimmen, daß hierzu weder Baron! Eöwös noch Dr. Hirschler berufen sind. Die ÜReinnngö- ' Verschiedenheit hierüber innerhalb der orthodoxen Partei kann nur darin variiren, ob es opportun sei, schon j jetzt darauf zu dringen, oder ob mail die speeicllen - Fragen erst an sich herantreten lassen solle, um nicht j zu Irreführungen der öffenttichen Meinung Veranlafj stmg zu geben, und noch immer Hoffnung auf Loyaj lität auch der persönlich anders Denkenden und Hanj dAnden rücksichtlich der speeicllen practichen Fragen j zu bewahren. Ein sehr großer, wobl der größte Theil i dies r Partei, will für jetzt dem Grundsätze principiis j obsta huldigen, wird aber sicher wie ein 'Mann dafür! einstehen, wenn die Zeit gekommen fern wirb. j Der Vorsitzende erwidert, daß dieser Antrag, der! aus „Schaffung eines Oberhauses" hinausgehe, wohl! im Zugeständnisse des Congresses sin diesem allerdings, j Der Correspondent) nicht ftattgegeben werden könne,! daß er aber in speziellen Fällen streng sein gegebej nes Versprechen einlösen werde.! Es betheiligten sich an der vorliegenden Specialdebatte ohne Hinzufügung neuer Argumente die Deputirten Schwarz, Dr. Kohut. M. Wolf Eisler entwickelt folgenden Standpunkt. Es gelte für diesen offiziell konfessionell genannten Congreß selbstverständlich die confessionelle Basis des Judenthumes min sy'aBn du2&. Wenn man sick darüber geeinigt haben werde, werden die Verhandlungen in ruhiges Fahrwasser kommen.