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Der Israelit · 1868-12-23 · Heft 52 (23.12.1868) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 52 (23.12.1868)
Date
1868-12-23
Page
– (sequence 19)
Language
German
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979 daß das Wort nyaü auch Münzen bedeuten könne und führt Beweise an. Das bestreite ich auch nicht. Daß es aber hier nicht Münze, sondern Gepräge bedeutet, ist ganz unzweifelhaft, das sagen auch Raschi und Tosafot z. St. Uebrigens scheint mir im Talmud selbst der Ausdruck ^>in nicht absichtslos, während der Gegensatz von enpn sonst immer p^in heißt. — Und was thut endlich Hr. R. D. mit dem Worte 82X"^? davon schweigt er ja ganz? und doch ist das ja eben das Schiboleth, welches die Stelle schwierig macht und so verschiedene Ansichten hervorgerusen hat? Grätz hält es für das griechische ^eßccOroq; Levy glaubt, es bedeute polieren, glätten; Herzfeld hälts für ein Schimpfwort. Nach meiner Erklärung paßt es ganz in seiner ursprünglichen Bedeutung: abschleifen, mit Hinweisung auf B. Kama 90 a., so hat es doch Sinn! Schließlich will ich eine Expectoration nicht unberührt lassen. Auf meine Aeußerung, daß die jedenfalls nur gemachte Auslegung einer Stelle des Propheten, also nicht rwa min u. s. w.. sagt Hr. R. D.: „Was aber der Talmud ernst als Gesetzbestimmung hingestellt, das muß für mich möglich sein, das bin ich gewohnt zu adoptiren, ohne mich auf willkürliche Unterscheidungen einzulassen zwischen gemachten und nicht gemachten Auslegungen". Was Hr. R. D. hiermit wohl sagen will? Hr. R. D. weiß so gut und besser als ich, daß der Talmud selbst wohl einen Unterschied macht, daß die halachischen Interpretationen nur auf ntvn min bastreu, daß hier die Regel gilt ab nbap nana min nm ’jps1?*. Wollen ja Manche sogar den Theil der mm von vor der Gesetzgebung hierzu nicht berechtigt halten, was aber nicht angenommen ist. Moed Katan 20 a. Tosaf. Schlw. na. Wo eine solche Stelle angezogen ist, wird sie nur als nana na: oder als NrncDis* angesehen. Sabbat 86a. Tosaf. Schlw. suya, perqL dazu Nidda 32a. Tosaf. Schlw. (öüoi. Ich weiß nicht, ob Hr. R. D. hierauf noch einmal erwidern wird. Ich meinerseits habe keine Neigung mehr, diesen Disput fortzusetzen, wenn ich nicht durch besondere Umstände provocirt werde. Ich scheide von Hrn. R. D. mit aufrichtigem Gruß und Händedruck und der Bitte, die Leser d. Bl. bald wieder mit seinen schätzbaren Arbeiten erfreuen zu wollen. Sicher ist es Hrn. R. D. wie mir nur um die Sache, nicht aber um eitles Hervorthun zu thnn. Sind ja ohnehin auf diesem Felde in jetziger Zeit keine Lorbeeren mehr zu pflücken. Weder Ursprung und Charakter der hebräischen Sprache. Von Dr. Aron Hirschfeld. (Schluß.) Ebenso reichhaltig in der Bezeichnung ist sie auch, wenn sie andere sinnliche Gegenstände beschreiben soll, wie namentlich bei dem Bau der Stiftshütte, wie des salomonischen Tempels, wo wir erstaunen über die Fülle der dort genannten Baumaterialien und Werkzeuge. Welche Reichhaltigkeit von Ausdrücken und welchen großen Wortschatz sie gehabt haben muß, wird wohl nach diesen Voraussetzungen ein Jeder leicht einsehen. Sie bewegt sich am liebsten in der Sphäre der Natur und greift immer in die Urne der freien Schöpfung Gottes, um von dort Bilder und Worte zu holen, wenn sie selbst über das Gemeine und Sinnliche sich erheben will. Selbst wenn sie philosophischen Gehalt ausschüttet, auch dann noch legt sie das Gewand der Sinnlichkeit nicht ab. Es ist demnach einleuchtend, daß sie keine Sprache für Philosophen und abstracte Denker sein kann. Und es ist nicht unwahr, was Ealmberg*) von ihr sagt: „Nicht so sehr ist sie geeignet für ein Kunstw-rk der Redner und epischen Dichter, als zur Bezeichnung der Gefühle des Herzens, und nicht ist sie so sehr wegen der Erhabenheit ihres Ausdruckes, als vielmehr wegen der Einfachheit und natürlichen Anmuth zu loben". — So arm wie sie dem reinen Denker erscheint, so reichhaltig schüttet sie ihr Füllhorn dem Naturdichter aus. Keinesweges dürfen wir glauben, daß in der Bibel ihr ganzer Sprachschatz schon erschöpft sei, wir müssen vielmehr mit dem Bucke Cosri2, 68 ausrufen: nirf/D nr6 -iDrvttf pn*n "1133/a u*? "iDnn "iBwa "üt> nnx aans im» nya udo ]W?n naNff, „Ist es wohl möglich, daß ihnen irgend eine Redeweise, wenn sie deren beim Reden bedurft hatten, gemangelt habe, so wie sie jetzt uns fehlt, nachdem die Sprache für uns ausgestorben ist?" „Denken Sie wie reich die Sprache wäre, wenn wir sie in Poesie über das gemeine Leben und alle Scenen desselben, ja wenn wir noch das hätten, was in dem Uebriggebliebenen genannt wird." **) War nun demnach die hebräische Sprache wortreich, so war sie dies aber nur in der sinnlichen Bezeichnung. Und wie *) pag. 4. „Non tarn apta e.st oratorum et poctarum epivormn artificio, quam animi sensibus exprimendii, non tarn ob grandiloquentiam, quam <>b »implicitatom etnativam venustatem laudanda.“ **) Herd. ib. Gespr. I. Bergt, auch Alb. Schultens bei Gesen. Gesch. der h. Spr. S. 47, 8 14 de deflitibus Nodiernis linguae Hebraicae.

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