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Der Israelit · 1868-12-23 · Heft 52 (23.12.1868) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 52 (23.12.1868)
Date
1868-12-23
Page
– (sequence 18)
Language
German
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978 Marken zu bezeichnen, die gangbar und zur Auslösung tauglich sind, während in anderer Auffassung die Stelle ganz isolirt ohne Zusammenhang dastände. Hr. R. D. findet die „Erklärung" unhaltbar, denn, sagt er, Aul, Aut! Entweder man darf mit dem Gelbe auslösen, dann braucht man keine n*wn wegzuwerfen, oder man darf nichts auslösen, dann ist die Auslösung ungiltig. Da kommen wir in ein Dilemma! Nun fürwahr, wenn das ein Dilemma ist, so haben wir gar viel solcker Dilemrna's. Ich will aus den vielen nur eins herausgreifen: Jedermann weiß -nD'N ]^ö30 paar 'PnmP, Halls aber Jemand doch gethan, so wird's doch P'U3 myna und ist, wenn auch nicht für ihn, awo DJp, doch für jeden Andern Ist das nicht auch ein solches Dilemma? Entweder man darf, oder man darf nicht! In wieviel solcher Dilemmas müßte ein nmm Pyu in seiner amtlichen Praxis daö Jahr hindurch sich verwickeln! — Und so ist auch der Sinn in unserer Stelle ohne alle Künstelei — ich gebe ihn hier noch einmal des Verständniffes halber. — Mit innw yaaa, d. h. einer Münze, die ganz und überall verboten ist (niD^o hPds) wie kosibisches und jerusalemisches Geld, darf man nicht auslösen. Hat Jemand d. h. Geld, das in einer Gegend ungiftig, in der andern aber giltig, jedoch nur mit Gefahr dahin zu bringen ist (,“6dd runo)? Ein solcher Fall kam vor R. Jmi, und er entschied: (daß man zwar nPnro1? nicht damit auslösen darf, weil nur pmn '"y gangbar; da es jedoch einmal geschehen, also nayrn — einen andern Sinn läßt das xmiy an« nicht zu — ist die Auslösung giltig) nur solle er den gehabten Gewinn, daß er Geld von geringerem Werth gegeben, mithin den verkürzt, in's Meer werfen. Etwa nach dem Grundsatz mao Nüin Vp xbw. Ich halte dafür, daß man dieser „Erklärung" ohne Bedenken vor der bisherigen den Vorzug geben und festhalten kann, bis etwa neue Momente herbeigebracht und eine bessere gesunden ist. Dabei kann ich nicht umhin, auf eine psychologische Erscheinung hinzudeuten, die unsere Alten schon kannten und im Codex als Regel aufgestellt haben. Wenn in der min iso ein Wort oder Buchstabe nickt genau zu unterscheiden ist, heißt cs: non xPi pwn jwno L'2'U Xpi. *) Ich habe unsere fragliche Stelle mehrmals Fremden vorgelegt, die von gegenwärtiger Controverft keine Ahnung hatten, und ich hatte den Spaß wahrzunehmen, wie sie in aller Naivität den oben bezeichneten Weg einschlugen, als ob sich das so ganz von selbst verstände. Ein Beweis, daß in dem Einfachen zumeist auch das Wahre liegt, bei vorgefaßter Meinung hingegen der bps übergangen wird, und unsere Alten sagten: xnana' 'nein aa«. Wie in der obigen, hat sich Hr. R. D. auch in der zweiten von mir gegebenen Erklärung der Stelle Bechoroth 50 a. tuj6 nsrpa Mühe gegeben, seine Auffassung, die er für die gewöhnliche hält, zu vertheidkgen und meine als unrichtig darzustellen. Aber anstatt das angeblich „Gewöhnliche" als unanfechtbar zu erweisen, so daß eine Verbesserung ganz entbehrlich würde, sucht er nur in der Negation des Hervorgebrachten die positive Seite aufzustellen, dadurch wird die Sache aber nur verwirrt und unklar. Es kann hier natürlich nicht meine Absicht sein, Hrn. R. D. meine Ansicht aufdrängen oder nur zur Üeberzeugung führen zu wollen. Ich bin von solcher thörichter Rechthaberei weit entfernt und weiß sehr wohl, daß die Meinungen auseinandergehen können. Os AU8tidus non ost äiLputauäuru! Nur im Interesse der Sache selbst und zu meiner Rechtfertigung will ich hier noch kurz folgende Momente anführen. Nach wie vor muß ich meine Behauptung aufrecht erhalten, daß in unserem Falle keine Befürchtung wegen eines anpn -pd\s vorhanden gewesen sein könne, weil sonst diese nicht durch Auslegung einer Prophetenstelle hätte umgangen werden können. Ja, ich muß es Hrn. R. D. wirklich Dank wissen, daß er mich durch sein Citat auf t"y x"y a"a hingelenkt, was mir früher entgangen war und wodurch meine Ansicht vollständig bekräftigt wird. Dort fragt die Gm, wozu sie die Steine des Altars brauchten zu sein, sie hätten sie ja zerbrechen, um den Pvaar r"y hdw zu sein, und dann für sich benutzen können, auf Grund der Auslegung Pin wyw so gut, wie bei dem Gelde, welches ja auch auf Grund dieser Auslegung erlaubt wird? Hierauf wird geantwortet rnmP «ina iper.aw ab am! Hier haben wir's klar und bestimmt! Es war kein anpri, darum brauchten sie die Münzen nicht zu sein. Wäre ein solcher dagewesen, so hätte die Auslegung keineswegs genügt, denselben zu beseitigen, ebenso wie bei den Steinen. Uebrigens spricht der ganze Zusammenhang beider Stellen für diese Auffassung. Die erste sagt: sie hätten alles Gold uno Silber der Welt beseitigen mögen, wegen des Goldes von Jerusalem. Hier sagt Raschi mit Recht anpn '.m naan^a '\usf — ich hatte diese Raschi keineswegs übersehen; ich bin nicht daran gewöhnt, Gemara ohne Raschi, und was dazu gehört, zu lernen. — Nun wird entgegen gestellt, daß ja das Gold von Jerusalem zu dem der Welt nur eine Minderheit sei, d. h. mit andern Worten, daß es ja eine paradoxe Idee wäre, alles Gold und Silber aus der Welt schaffen zu wollen? Nein, sagt Abaja, so war die Sache auch nicht! Nur die hadrianischen Denare wollten sie beseitigen '■»pam1 Pa> nyaa ’jsd. Hier sagt wieder Raschi 'pan*v bv rnyaao '»n ip'x. Also Münzen von Jerusalem, die dort circulirt hatten, aber darum noch lange kein anpn. Hr. R. D. sagt, *) Anm. der Red.: Der Vergleich ist nicht zutreffend.

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