Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 51 (16.12.1868)
- Date
- 1868-12-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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947 und wiewohl R. Ion. öffentlich in der Synagoge beschwor, er habe die in Rede stehende njnop nicht geschrieben , er sei ein Feind und Verächter der Sabbathäischen Irrlehre — so daß eigentlich der Streit jedes wirklichen Objectes ermangelte — wurde die Zwietracht immer größer. R. Jak. E. wurde in den Bann gethan und er bannte wiederum seine Gegner; es bildeten sich zwei Parteien; in der großen Synagoge sogar kam es zu einer förmlichen Schlacht, so daß sie geschloffen werden mußte. Rabbi Jak. Emden mußte heimlich bei Nacht entfliehen; er begab sich zu seinem Schwager, dem Rabbiner von Amsterdam, Rabbi Elijah ben Schäul. Unterdeß entbrannte der Streit immer stärker, in welchem nach und nach fast alle Rabbinen Europas Partei nahmen und der eine eigene Literatur erzeugte. Nach vierzehnmonatlicher Abwesenheit kehrte Rabbi Jak. E. nach Altona zurück. Trotzdem der König von Dänemark, Friedrich V., den Streit zu unterdrücken bestrebt war und die Erneuerung desselben aufs Strengste verbot, glimmte das Feuer noch fort und richtete viel Unheil an. Rabbi Jonathan Eibeschütz starb am 21. Ellul 5524 (1764); auch nach seinem Tode wurde der Streit erbittert fortgeführt. Rabbi Jak. E. überlebte seinen Gegner um 12 Jahre; er starb am 1. Ijor 5536 (1776) im Alter von 78 Jahren. Das vorliegende Buch ist reich an gelehrten Abhandlungen und scharfsinnigen Untersuchungen. Die Herausgeber haben sich den Dank aller Freunde der jüdischen Literatur erworben. Die typographische Ausstattung ist vorzüglich. Aeituugsnachriehten und Korrespondenzen. Deutschland. HeidingSfeld, Ende Kislew. iwo O'p'iL rmt mu! Der Weg der Gerechten ist wie das Licht des Morgens! Das Stückchen Erde, auf dem der fromme gotterfüllte Jude seinen Erdengang gewandelt, wird geheiligt. Ach! wieder sind wir um Einen diese Frommen ärmer! Wieder ist ein Glaubensheld unseres Volkes heimgegangen. Rabbi N. G. Weiobart in Allersheim in Bayern ist nicht mehr. Gewiß kannten viele Leser dieser geschätzten Blätter den edlen mit so vielen Tugenden geschmückten Mann, und die Krone all seiner Tugenden war seine tiefe Gelehrsamkeit. Auch die lieblichste der Tugenden „ nuyn mo" zierte ihn. Wer ahnte wohl in jdem schlichten, jede äußere Auszeichnung meidenden Manne, den Feuergeist, der ihm innewohnte, seine scharfe, schnelle FaffungSgabe! Wie zufrieden war er mit seiner so bescheidenen Stelle in Allersheim, wo er viele Jahre als Rabbinatsverweser und Lehrer fungirte! Wie freundlich war er im Umgänge, und welche Gastfreundschaft wohnte in seinem Hause! Streng lebte er nach den Vorschriften der von seinem frommen und gelehrten Vater hinterlasfenen r.Niis, die von dem Geiste der wahrsten 'n n&n» durchweht ist. Seine Person galt ihm nichts, Entbehrungen aller Art legte er sich auf: Seine Söhne in min und seine Kinder Alle in Gottesfurcht zu erziehen, ny ion n^oji min nivbn □Ticn Opi D”nn, das war seine Lebensaufgabe! — ki'vi' 'n uneo -»er» nrr. Wie oft war der Edle von schweren Drangsalen beimgesucbt; welche körperliche Leiden hatte er zu dulden! Aber stark, unerschütterliche wie der Feld int Meere, war fein Vertrauen auf n"3"n und seine Liebe zu Ihm; selbst zu seinen schwersten Leidenszeiten ndtjo rrcis pDD ab, ein wahrer D’-iiD1 IIOO! nns “pno mira pOip! Eine treue, liebevolle Theilnehmerin in Leid und Freud stand ihm sein frommes, wackeres Weib stets hilfreich zur Seite. — Häufig durchwachte er ganze Nächte im eifrigen Thorastudium. Wie wahrhaft wußte er das „ns!> yjsnff zu bethätigeu! Noch am nti 's nnar, cm seinem 80. Geburtstage, dem Tag vor seinem Heimgange, als die zunehmende schwäche ihm micht mehr erlaubte, selbst zu „lernen," mußte einer seiner Söhne ihm vorlernen. — ionp b3n nDE' osn. Darum lasset uns tief betrauern den Verlust, den Israel erlitten. Ihm aber rufen lvir nach: ■jsd«’ 'n mroi ip-m -ps1? -pm. G. In Leipzig geht man jetzt so weit, daß man sogar die Synagoge zur Abhaltung des sogenannten Kirchenconcerts hergibt; es soll dieselbe sich sehr vorzüglich dazu eignen. Dahin kömmt es also. Von der Orgel zum Kirchenconcert und von da- Breslau im December. Als höchst characteristisch für die Bestrebung zur Veredelung des jüdischen Gottesdienstes, womit unsere Reformspectakelmacher das Judenthum zu beglücken vorgeben, darf wohl die Thatsache bezeichnet werden, daß der erste Cantor in der Breslauer Resormsynagoge am vergangenen Freitagabend, nachdem die heilige Reformtoga abgelegt, seinen Untergebenen, Honorar für ein unter seiner Leitung aufgesührtes Gesangständchen, vor dem heiligen Tabernakel ausgezahlt hat. Freilich verliert dieses Verfahren au Befremdlichkeit, wenn man weiß, daß dieser nw'L ki'drrr gar kein Bedenken trägt, mitten der Schmoneh Eßrah zwischen O'nvn ''OO und 'icmp seinen Chorjungen Instructionen zu ertheilen, und daß so mancherlei nicht allein das religiöse, sondern sogar das Anstandsgefühl verletzender Unfug unter der 'temp my des Chors während i