Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 51 (16.12.1868)
- Date
- 1868-12-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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946 der Religion und der Gesetze aufzuklären, durch Nachrichten aus allen Weltgegenden das Gefühl der Zusammengehörigkeit der zerstreuten Heerde Israels zu erwecken und wach zu erhalten, durch Erzählungen aus dem vollen, frischen Leben zu zeigen, wie die Religion Israels unser höchstes, bestes, köstliches Gut und wie nur in ihr den Bekennern derselben Heil erblüht — das ist die große Ausgabe, die sich „der Israelit" gestellt hat und die er unter göttlichem Beistände erfolgreich vollbringt; wohin er gelangt, wird das religiöse Leben gekräftigt, werden die Herzen der Jugend gewonnen und für das Judenthum erhalten. Daher richten wir im Interesse der heiligen Sache, die wir zu vertreten das Glück haben, die Aufforderung an Alle, welchen die echte, unverfälschte und unverkürzte Religion der Väter am Herzen liegt, namentlich an die ehrwürdigen Rabbinen und Jugendlehrer, die Bitte, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß diese Zeitschrift immer größere Verbreitung finde, damit die in ibr vertretenen Anschauungen in die weitesten Kreise dringen, und dadurch dem Iudenthume wahrhafte Bekenner erhalten werden. Je schwerer die Kämpfe sind, denen wir allüberall begegnen, desto nothwendiger ist eö, daß die Mitkämpfenden sich einen zu gemeinsamem Streben, und dazu wird in dem Maaße unsere Zeitschrift das beste Hilfsmittel sein, in welchem sie große Verbreitung unter allen Glaubens- und Gesinnungsgenossen findet; in der That ist auch die Verbreitung in stetiger Zunahme begriffen und hat sich die Zahl der in die weite Welt zu versendenden Nummern mit jedem neuen Quartal vermehrt. Auch wir unsererseits scheuen keine Mühe und Kosten, um die Gediegenheit der Zeitschrift zu heben und die Lectüre derselben zugleich zu einer interessanten und unterhaltenden zu gestalten, ohne daß jedoch die bloße Unterhaltung jemals Selbstzweck werde. Dagegen erfreut sich auch „der Israelit" einer stets wachsenden Anerkennung, die wiederum erfrischend und erfreuend auf uns wirtt. Unsere geehrten Leser sehen, daß wir uns mit ihnen in sieter Wechselwirkung befinden — m»D mso “Off, das gute, gottgefällige Thun wird syrtzeugend Gutes nur gebären. Literarischer Gericht. pay nn)in, Jakob Hirschel's (Emden's) Leben und Schriften nebst Auszügen aus seinen noch ungedruckten Handschriften und einer alphabetisch geordneten, erklärenden Tabelle der in seinen Schriften enthaltenen Abbreviaturen. Von H. A. Wagenaar, durch Beiträge vermehrt und redigirt von G. I. Pollak. Amsterdam, Lewisson. 8. 66 und L II ©. — Das vorliegende Werk ist ein werthvoller Beitrag zur jüdischen Literaturgeschichte. Rabbi Jakob Emden, einer der größten Talmudisten des vorigen Jahrhunderts, ist noch mehr als durch seine gelehrten Werke durch seinen gegen Rabbi Jonathan Eibeschütz geführten Streit bekannt geworden. Rabbi Jakob Emden war einer berühmten Rabbinerfamilie entsprossen. Sein Vater war der berühmte Rabbi Hirsch Aschkenast (ob oan), dem er am 15. Tage des Monats Siwan des Jahres 5458 (1698) zu Altona geboren wurde. Mit 17 Jahren begab sich R. I. E. nach Ungarisch-Brod in Mähren und heirathete die Tochter des dortigen Rabbinen; hier blieb er 13 Jahre, siedelte dann nach Amsterdam über und wurde nach Verlauf eines Jahres Rabbiner zu Emden. Wiewohl daselbst sehr geliebt und geehrt, blieb er doch nicht länger als vier Jahre dort, da weder er noch seine Frau das dortige Klima vertragen konnten. R. I. E. zog dann nach Altona, seinem Geburtsorte; er legte dort eine Druckerei an und weigerte sich stets, wiederum eine Rabbinerstelle anzunehmen. Hier verfaßte er sein großartiges Werk rftönn "HD, das namentlich durch seine wundervolle Sprache alle darin Lesenden entzückt. Im Jahre 5609 (1749) starb der damalige Altonaer Rabbiner p"' '«prn» ino, und wiewohl man sehr in R. I. E. drang den Sitz einzunebmen, welchen dereinst sein Großvater und sein Vater eingenommen, so weigerte er sich dessen doch standhaft. Darauf wurde Rabbi Jonathan Eibeschütz, damals Rabbiner zu Metz in Frankreich, zum Oberrabbiner der drei Gemeinden Altona, Hamburg und Wandsbeck gewählt, und trat auch dieses Amt im folgenden Jahre an. Anfangs war das Einvernehmen zwischen diesen beiden großen Männern ein ganz gutes; sie ehrten sich gegenseitig wie es sich für zwei solche Talmide Chachamim ziemte. Bald aber brach jene furchtbare Zwietracht zwischen Beiden aus, welche für das ganze Judenthum verhängnißvoll werden sollte. Die Herabwürdigung der Thora und ihrer Vertreter datirt daher. Die Ursache des Streites war, daß man Rabbi Jonathan Eibeschütz des Sabbathaismus beschuldigte. Am Ende des 17. Jahrhunderts war Sabattai Zwi aufgetreten und batte sich als den ersehnten Messias proclamirt. Wiewohl es sich nun bald herausstellte, daß S. Z. ein Betrüger war, der später aus Todesfurcht zum Islam übertrat, so erwarb und behielt seine falsche Lehre Anhänger fast bis auf unsere Tage. Man hatte in Altona angeblich von R. Jonathan in Metz geschriebene rnp'vp producirt, aus denen Rabbi Jakob Emden den Sabbathäismus herauslas. Zwischenträger verschlimmerten und entstellten, und wiewohl R. I. Emden erklärte, er habe nichts gegen R. Jon. Eibeschütz, sondern nur gegen den Schreiber der ny»op,