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Der Israelit · 1868-12-09 · Heft 50 (9.12.1868) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 50 (9.12.1868)
Date
1868-12-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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934 derselben Sitzung wurden noch etwa 50 Stimmzettel skrutinirt, und hieraus die Sitzung geschlossen. In der Abendsitzung ward das Lrkrutinium vollendet und stellte sich das Resultat heraus, daß die Rabbinen zu Liszko und Uyhely zu Vice-Präsidenten, die zu Eisenstadt, KvpaSvar, Gipser imd Tarak zu Schriftführern gewählt wurden. Hierauf wurden noch einige M der revidirten Hausordnung vom Rabbinen in Kaposvar verlesen und ohne Bemerkung angenommen. Sodann ward, die Sitzung geschlossen. Die Morgensitzung des folgenden Tages eröffnete der Vorsitzende wiederum mit einer ausgezeichnet schönen dem Segen der Versöhnung gewidmeten großem Ansprache, welche zum Thema den -ione d^ya O'dL' D’ma Oman rnrndn bis zu Ende (m1 vzyb ny 'n) hatte, sehr viele höchst geistreiche Pointen enthielt, und durch welche sowohl der Redner selbst, wie die ganze Versammlung zu Thränen gerührt wurden. Hierauf stellte Schreiber dieses folgenden von etwa vierzig Mitgliedern unterstützten Antrag: Die Rabbinerversammlung möge sofort folgendes Manifest in Berathung ziehen, respektive zum Beschlüsse erheben: Die hier zur Berathung versammelten 200 der orthodoxen Richtung angehörigen Rabbinen Ungarns und Siebenbürgens fühlen sich gedrungen, in dieser ihrer ersten gemeinsamen Manifestation in ihrem Namen und wie sie überzeugt sind auch in dem ihrer am Erscheinen verhinderten Gesinnungsgenossen feierlichst als die Zielpunkte ihrer Berathung auszusprechen: Jede irgendwie mögliche Versöhnung zwischen den verschiedenen religiösen Richtungen unserer Brüder in Ungarn und Siebenbürgen anzubahnen, sowie sich über die Mittel zu verständigen, wie bei Fcsthaltung und sorgfältiger Hebung der mündlichen und schriftlichen Lehre na aya: aroas1 mm, nebst unwandelbarer Verbindlichkeit des y";&' für das practstck religiöse Leben dem vaterländischen Streben nach Cruiur und gediegener Jugenderziehung in würdiger. Weise Rechnung zu tragen, so daß eine einerseits aus echt traditionellem Boden stehende, anderseiis durch Bildung und staatsbürgerliche Tüchtigk it dem Judenthume zur Ehre gereichende Generation erzogen werde. Antragsteller begründet die Dringlichkeit seines Antrages durch Folgendes: Erstens: Es sind sehr viele Rabbiner in der Versammlung, deren Gemeinden den Zweck ihrer Abwesenheit zu kennen wünschen; zweitens: der Umstand, daß in fast ganz Ungarn durch Abwesenheit des Ortsrabbiners die nimm mehr oder weniger unterbrochen ist, macht es dringend nothwendig, daß jeder Rabbiner selbst klar darüber wird, welchem Zwecke er die großen Opfer bringe, besonders, da weder von den Vertretern des Schomre Hadat ein Programm über die Tendenz der Versammlung vorgelegt wurde, was Antragsteller auch in Ordnung findet, noch von irgend einer Seite ein solches vorliege; drittens, es ist jedem bekannt, daß gegenwärtig ein sehr heftiger Parteikampf im Lager des Judenthumes besonders bei den Vertretern dev Oefsentlichkeit ftattfindst, es sei daher, da gegenwärtiger Tag schon der dritte des Beisammenseins wäre, schon hoch an der Zeit, klar und deutlich Farbe zu bekennen; viertens, dies sei aber, wie gesagt, nicht nur negativ , sondern eben so sehr positiv als moralischer Haltpunkt für unsere Gesinnungsgenossen der Fall; fünftens, nicht weniger sei es dringend nothwendig, der hohen Regierung gegenüber sich darüber zu manisestiren, was der Zweck dieser mit Ausschluß der unbedingten Oeffentlickkeit geführten Verhandlung sei. Trotzdem dieser Antrag mit allgemeinem Jubel ausgenommen wurde und außerordentlich viele Stimmen für die sofortige Abstimmung über denselben sich geltend machten, drang doch die Ansicht durch, daß es der Rabbiner Versammlung nicht würdig sei, sich mit einer so hochwichtigen Knndgebung, wenigstens der Formulirung nach überraschen zu lassen, und wurde beschlossen, zur Prüfung des Antrages eine Eommisfion von 20 Mitgliedern nebst dem Antragsteller zu ernennen. So weit Schreiber dieses sich erinnert, gehörten zur betreffenden Commission folgende Herren Rabbiner: Rabbiner in Munkäcs, Sarany, Ada, B. Gyarmaty, KapoSvür, Gyöigyös, Neustadt an der Waag, Großwardein, N. Kürolt), Darak, Gvttlieb Fischer aus Stnhlweißenburg und andere mehrere. Während die Commission sofort die Thätigkeit begann, wurde die Plenarsitzung geschlossen. Ich kann hier die Bemerkung nickt unterdrücken, daß diese Berathung zu den lichtvollsten Momenten dieser Versammlung gehört. Mit einer höwst anerkennenSwerthen Ruhe und mit gegenseitigem Vertrauen wurde der Antrag geprüft. Von allen Seiten zeigte sich die größte Friedensliebe und die größte Achtung. Kein Wort der Verketzerung oder auch nur des Mißtrauens fiel von irgend einer Sei'.e. Vielmehr webte in dieser aus so heterogenen Elementen zusammengesetzten Commission der schönste Geist der brüderlichen Liebe und Gerechtigkeit, und daher ward diese Revision, wie ne sein soll, eine rein objektive und vorurtheilsiose. Diese erhebenden Prämissen ermöglichten es, daß der erwähnte Antrag in folgender Fassung von der Commission einstimmig angenommen wurde: Die hier zur Berathung versammelten circa 200 Rabbinen Ungarns und Siebenbürgens fühlrn sich gedrungen in dieser ihrer gemeinsamen Kundgebung in ihrem Namen und wie sie überzeugt sino, auch in dem ihrer am Erscheinen verhinderten Gesinuungsge»offen feierlichst als die Zielpunkte ihrer Berathung auszusprechen: Jede irgend mögliche Versöhnung mit den verschiedenen religiösen Richtungen huldigenden Brüdern in Ungarn und Siebenbürgen anzubhnen, sowie sich über die Mittel zu verständigen, wie bei Festhaltung und sorgfältigen Hebung der mündlichen und schriftlichen Lchre ns tzya^i anaa» mm nebst unwan-

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