Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 50 (9.12.1868)
- Date
- 1868-12-09
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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930 Jpdm sich immer günstiger gestaltet. Der Correspondent schreibt: „Die Herren Banquier Salvador LatteS und G. Dina wurden zu Rittern des MauritiusordenS ernannt. Letzterer ist der Bruder des DirectorS der „Opinione." Dieser Herr, gegenwärtig einer der einflußreichsten Männer Italiens, Mitglied der Kammer und Chef-Redacteur eines der Weitverbreitesten Politischen Blätter, war vor 15 Jahren Lehrer in verschiedenen Gemeinden, woselbst er bei seiner kleinen Besoldung mit Nahrungssorgen zu kämpfen hatte. Einer der populärsten und geachtesten Verfasier wiflenschaftlicher Werke ist Oavaliere LmiUo Breves, der Sohn und Enkel eines Oberrabbiners. Zwei tüchtige jüdische Aerzte, die sich durch ihre medicinische Erfindungen und Werke ausgezeichnet haben, sind die Herren Or. Namias und Asior. Die von der Legislature ernannte Finanzcommission, welche die größten Städte des Landes besuchte, um daselbst von der finanziellen Lage Augenschein zu nehmen, hat mehrere Juden hinzugezogen, um deren Meinungen, die bei dem Publikum hoch angeschlagen werden, zu vernehmen. England. London. In Central- und Westeuropa, wo die criminelle Statistik nach den verschiedenen Bekenntnissen der Gefangenen geordnet ist, wurde die Beobachtung gemacht, daß verhältnißmüßig weniger Juden als Mitglieder der anderen Confeffionen im Gefängniß fitzen. Dies Verhältn ß stellt sich auch in England heraus. Nach einem vor einigen Monaten veröffentlichten Bericht des Parlaments waren am 2. April 18078 Personen in den Gefängniffen Englands. Unter dieser Zahl waren 44 Juden. Nach der VevölkerungSzahl (20000000 Christen und 50000 Juden) stellt sich das Verhältniß der Gefangenen bei den Christen wie 1 : 1111 und das bei den Juden wie 1 : 1353. Im Porthsmouther Gefängniß wurde jüngst ein Mischer Betsaal eingeweiht. London. Die Londoner Mazzoth-Bäcker haben bereits begonnen, Mazzoth für künftigen nvs zu backen. Sie brauchen demnach fast 5 Monate dazu, um das von 60,000 Personen in einer Woche zu verconsumirende Brod zu backen. (Jew. Record.) Spanien. Madrid, 23. Nov. Die heutige „Jberia" veröffentlicht einen Brief Victor Paniaguary Castuera's an den Justizminister Antonio Romero Ortiz, der also beginnt: „Es ist eine allgemein verbreitete Ansicht, daß wir spanischen Geistlichen die CultuSfteiheit Haffen. Gestatten Sie mir, meinerseits gegen dieses Vorurtheil feierlich zu protestiren." Das Schreiben entwickelt nun mit großer Wärme, wie sehr die Intoleranz dem wahren Katholicismus zuwiderlaufe, und beweist aus der Geschichte, daß gerade das Christenthum durch die Beschränkung der CultuSsreiheit (im alten Rom rc.) am meisten gelitten habe. „Ein katholischer Priester und Feind der CultuSsreiheit," fährt Paniaguary Castuera fort, „ist das nicht ein Widerspruch in sich selbst?" Er hält schließlich Frankreich, die Schweiz und die Türkei als Muster religiöser Duldung vor, und erinnert an die Freiheiten, die die spanischen Christen unter der Herrschaft der Mauren genossen haben. Madrid, 24. Nov. Heute Mittag hat die angekündigte Manifestation zu Gunsten der CultuSfteiheit stattgefunden. Um 11 Uhr begab sich die Commission, vyn einer ungeheuren Menschenmenge gefolgt, nach dem Orientplatze. Dort ward eine Rede gehalten über die Nothwendigkeit, die Kirche vom Staate zu trennen, wenn man das Programm der Revolution durchführen wolle. Hierauf verlas man die von Tausenden von Unterschriften bedeckte Petition, welche der provisorischen Regierung übergeben werden soll. Der Zug schlug hierauf die calle Mayor ein nach berPnerta del Sol und begab sich nach dem Justizministerium unter dem Rufe: „Es lebe dieCultusfteiheit!" Um 1% Uhr ward die dirlgirende Commission der Manifestation vom Minister, Herrn Romeo Ortiz, empfangen, dem dieselbe die elegant gebundene Petition überreichte. Amerika. San Francisco. Wir vernehmen, daß Herr Jacob Benjamin von der demokratischen Convention zum Verwalter der öffentlichen Administration ernannt wurde. (Jew. Record.) Jackson. (Miss.) Die Juden dieser Stadt hatten sich so stark vermehrt, daß sie genöthigt waren, eine neue Synagoge zu bauen. Ihre christlichen Mitbürger unterstützten sie bei diesem Bau auf das Thatkräftigste. Wir haben Gotteshäuser der verschiedenen Confessionen in unserer Stadt, sagten sie, warum sollen die Bekenner des ältesten Glaubens nicht auch ein ihrer Zahl entsprechendes Gotteshaus haben? Lima (Peru). Schon wiederum geht durch die Zeitungen die traurige Kunde von der gewaltsamen Bekehrung eines Israel. Knaben. Eine jüdische Wittwe, NamenS Augusta de Johnson in Lima, hatte ihren fünfzehnjährigen Sohn in eine Klosterscbule gethan, woselbst man ihn überredet hat, zum katl olischen Glauben überzutreten. Die Mutter relcamirte ihren Sobn; aber vergebens; der dortige Bischof hält ihn im Kloster Oes Oos Descalzos gewaltsam zurück. Die Mutter hat sich nun an die Gerichte gewendet, indem sie