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Der Israelit · 1868-12-09 · Heft 50 (9.12.1868) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 50 (9.12.1868)
Date
1868-12-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
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928 Len *6' pio 3jn ’nrftstfm "n o&o owa D'd» run .*n ->3n n« yiötc6 □« '3, ü’D1? kos kVi dh^ ujn Siehe, es werden Tage kommen, spricht der Ewige, da ich Hunger ins Land schicken werde, nicht Hunger nach Brod, noch Durst nach Wasser, sondern zn hören das Wort Gottes! Wir aber, geehrte Leser, wollen uns trösten mit dem Gedanken, daß unsere heilige Religion, diese klare und reinstrahlende Sonne, welcher der Heilige, gelobt sei er, ewige Dauer verbeißen, nie vergehen, nie, und mögen die sogenannten Reformer noch so sehr daran rütteln — nie und nimmer untergehen wird; denn so spricht der Ewige, der die Sonne zur Erleuchtung am Tage, Mond und Sterne zur Erhellung der Nacht eingesetzt, der das Meer beruhigt, wenn seine Wellen brausen, der Herr Zebaoth ist sein Name: So wenig diese von mir geordneten Naturgesetze weichen, so wenig wird Israel aushören, eine Nation zu sein. Jeremias Cap. 31 V. 3--, 36. Ferner durch seinen Propheten Jesaias: Und ich, stehe, dieses ist mein Bund mit ihnen, spricht der Ewige, mein Geist, der auf dir ruhet, und meine Worte, welche ich in deinen Mund gelegt, nie sollen sie weichen aus deinem Munde deiner Kinder und Kindeskinder, spricht der Ewige, von jetzt an bis in Ewigkeit! Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. ZcitunHsuachieLchtett und (Torresporr Lenze«. Deutschland. München, im December. Herr Rabüino- Witz setzt seine Arbeit rüstig sort; schon ist der erste Druckbogen für Maßecheth Bezah vollendet. Dieser Tage hat Herr R. ein werthvolles und für die talmudische Texteskritik fruchtbringendes Geschenk erhalten, ein altes auf Pergament geschriebenes Manuskript der Tractate Sebachim, Menachoth und Temurah; der Schreiber derselben war Rabbiner zu Cairo und Landrabbiner von ganz Egypten. — Berlin, 27. Nov. Abg. vr. Kosch brachte heute im Abgeordnetenhause die Frage der Anstellung von Juden als Richter zur Sprache. Im verflossenen Jahre habe er den Gegenstand nicht zur «spräche bringen wollen, weil der gegenwärt ge Justizminister eben erst ins Amt getreten war, jetzt aber falle diese Rücksicht sort. Seit 1851 seien die staatsbürgerlichen Rechte der Juden beschränkt, in Frage gestellt, und wenn in der letzten Zeit sich auch Manches gebessert, so bleibe doch noch Vieles zu wünschen, namentlich in Bezug auf die Praxis des Cultusministeriums und des Justizministeriums. Den Gerechtigkeitssinn deö gegenwärtigen Justizministers habe das Land bereits anerkennen müssen; hoffentlich werde er endlich auch den Juden gerecht werden, deren Rechte ja durch die Gesetze und die Verfassung verbrieft seien. Verleugnen könne man dieses Gesetz, aber nicht leugnen! Der Justiz min ist er entgegnete darauf: „Was Hrn. vr. Kosch betrifft, so bin ich nicht in der Lage ihm schon jetzt eine bestimmte Antwort auf seine Frage ertheilen zu können. Ich habe diese Frage nach dem Reckte des Landes noch nicht studirt. In der kurzen Zeit meiner Amtsführung habe ich zu viel zu thun gehabt, als daß ich auch dieser Frage schon hatte näher treten können. Ob in Folge der vom Reichstage gefaßten Beschlüsse die Sache zur Behandlung kommt, muß ich dahingestellt sein lassen; sollte dies jedoch nicht der Fall sein, so würde ich die Sache selbst zur Hand nehmen müssen." Österreichischer Kaiserstaat. Pesth, 3. Dec. Die aus nahe an zweihundert Rabbinen bestehende Conferenz in Ofen wählte, unter dem Vorsitze des als Alterspräsident fungirenden Rabbiners zu Deutsch-Creuz. den Herrn Rabbiner zu Preßburg zum Präsidenten, die HH. Rabbitleu zu Ujhely und Liska zn Vice - Präsidenten und die Herren Rabbinen vr. Hildesheimer und Salomon Kutna zu Schriftführern der Versammlung. Daß die Versammlung aus verschiedenen Elementen zusammengesetzt ist, versteht sich von selbst; doch lassen sich alle in drei Hauptparieien zusammenfassen, welche am besten durch die Namen ihrer Führer bezeichnet werden können. Diese sind der Rabbiner zu Liska, als Anführer der Chassidim, dann der Rabbiner zu Preßburg und endlich der Rabbiner zu Eisenstadt. Unser inniges Bedauern darüber, daß wir die beiden letztgenannten Herren an der Spitze verschiedener Parteien erblicken, werden wohl Viele mit uns theileu. Doch war die Eröffnungsrede des Herrn Präsidenten eine derartige, daß sie uns zur Hoffnung berechtigte, die verschiedenen Elemente der ungarischen Orthodoxie würden sich versöhnen und vereinigen, um so dem Kampfe gewachsen zusein, der ihr jetzt bevorsteht, und wurde diese Hoffnung noch dadurch gesteigert, daß am dritten Tage der Versammlung, am 26. November, ein vom Herrn vr. Hildesheimer entworfenes Manifest, welches die Versicherung ausspricht, die Rabbiner-Conferenz beabsichtige hauptsächlich Mittel zu suchen, durch welche eine auf dem Boden des traditionellen Judenthumeö stehende und dabei zeitgemäß gebildete Generation erzogen werden könnte, säst einstimmig angenommen wurde. Doch dauerte diese Eintracht zu unserm Bedauern nur gar zu kurze Zeit. Als nämlich der Herr Rabbiner zu Ujhely die Seminarfrage, der man bis dahin vielleicht absichtlich ausweichen wollte, zur Verhandlung drängte, da gelang eö einigen hervor-

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