Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 49 (2.12.1868)
- Date
- 1868-12-02
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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916 aufzufallen, wenn derartige, wie im Vorgehenden beschriebene Lehrer, sobald sich nur eine günstige Gelegenheit dazu darbretet, das Lehrerfach aufgeben und eine andere Carriöre ergreifen, um alsdann ein freieres (?) ungebundeneres Leben führen zu können. Wie selten kommen doch, gottlob, derartige Fälle bei solchen Lehrern vor, die es aus reinsten, edelsten Motiven geworden; die ihr hochwichtiges und heiliges Amt aus purem B'Dff ottft», aus Gehorsam und Liebe gegen Gott erwählt haben; die im Hinblicke aus den großen Lohn, den die rechtschaffenen und redlichen Lehrer, die treuen Arbeiter im Weinberge des Herrn erhalten, die aus Liebe zu ihrem schweren Berufe, von Menschen oft gar wenig geachtet.', und zudem noch schlecht belohnt, viele Jahre alle ihre Kräfte, mit der größten Selbstüberwindung anwenden, um so Viele nampn umim D”n o’ö zu führen; die in Erwägung des n»3->n 'p'iuroi njn d^ijP D'3303 und des "31 vv3n pb icPDn treu ihr Amt verwalten und in dem ewigen Frieden und den ewigen Freuden, die ihrer im Jenseits warten, Trost und Beruhigung, Entschädigung und Ersatz finden, für den Undank der Menschen und die vielen Entbehrungen an irdischen Gütern! — Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. (Wir haben zu Vorstehendem zu bemerken, daß doch nicht alle Schuld an den geschilderten Zuständen den Lehrern beizumessen ist. Unsere heilige Thora verlangt nicht von ihren Bekennern, daß sie auf die erlaubten Genüsse dieser Welt ganz und gar verzichten; sie verlangt es auch von den Lehrern nicht. Hinreichendes materielles Auskommen zur Ernährung einer Familie einerseits, Achtung und Ehrerbietung für die Person des Jugendbildners andererseits sind unerläßliche Erfordernisse, wenn der Lehrer seinem schweren Berufe mit Freudigkeit sich hingeben soll — und dahin muß es und wird es kommen. — Die Redaction.) Oesterreichischer Kaiserstaat. Ofen, 25. Nov. Vorgestern sind hier circa 250 sungirende Rabbiner aus den verschiedenen Gemeinden des Landes behufs einer Berathung in religiösen Angelegenheiten zusammengetreten. Rabbi S. W. Schreiber, Oberrabbiner zu Preßburg, wurde mit Acclamation zum Präses der Versammlung gewählt. Derselbe eröffnete dann auch die Sitzung mit einer Ansprache, die in der Versammlung den besten Eindruck hervorrief. Aufgabe und Ziel der Berathung präcisirend, betonte der Redner nachdrücklich die Nothwendigkeit einer gegenseitigen Verständigung nicht blos unter den Mitgliedern der Versammlung, sondern mit vorzüglicher Berücksichtigung der abwesenden Berufsgenossen. _ , t Holland. Amsterdam. Zum Jnspector der ärztlichen Staatsaufficht für Friesland und Gröningen wurde Herr Dr. L. Ali Cohen und zum Adjunct-Jnspector der ärztlichen Staatsoberaufsicht für Nord-Holland Herr vr. I. Texeira de MattoS von Amsterdam ernannt. (N. Jsr. W.) Donaufür stenthttmer. Bukarest. Das Tribunal zu Bacau hat jüngst einen Beschluß gefaßt, nach welchem den Juden daselbst die Erwerbung von Immobilien verboten ist, während im vergangenen Jahre dasselbe Gericht' solche Käufe legalisirt hat. Frankreich. Paris. Herr Justin Brisac (Israelit), Kapitän der Artillerie wurde zum Chef des 2. Bataillons der mobilen Nationalgarde zu Lüneville ernannt. Paris. Unter den Künstlern, Verfertigern von Gemälden in den neuen Sälen des Justizpalastes zu Paris, di>. decorirt werden sollen, ist auch der Name unseres Glaubensgenossen, Herrn Benjamin Ulmann, zu lesen. Kolmar. Das Central-Consistorium hat Herrn Jsak Levy, bisher Rabbiner zu Lüneville, zum Oberrabbiner des Kreises Kolmar an die Stelle des verewigten Rabbinen Klein V't ernannt. Spanien. Madrid Das Manifest des Comitä's, das aus Mitgliedern der drei in Spanien bestehenden liberalen Parteien zusammengesetzt ist, wurde am 14. Nov. veröffentlicht. Es hebt unter Anderm die religiöse Freiheit hervor, und fügt hinzu, daß die Revolution für alle Zeiten das Princip der vollständigen Gewissensfreiheit garantiren müsse. (Jew. Record.) Amerika. St. Louis. Vor einiger Zeit wurde dahier eine hebr. Sabbatschule, in der bereits mehr denn 500 Kinder unterrichtet werden, eröffnet. Die Unterrichtsfächer sind Hebräisch und Religionslehre. (Jew. M.) Drcksdurg (Mist.) Von dieser Stadt gehen erfreuliche Nachrichten ein. Daselbst ist eine jüdische Gemeinde, bestehend aus ungefähr 50 Mitgliedern. Die Gemeinde baut gegenwärtig eine hübsche Synagoge (die erste in diesem Staate), welche bis zum Peßachfeste eingeweihi werden wird. Der Gottesdienst in dieser Gemeinde wird nach dem Frankfurter abgehalten. (Jew. M.)