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Der Israelit · 1868-12-02 · Heft 49 (2.12.1868) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 49 (2.12.1868)
Date
1868-12-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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StL0 etzien Wunsch mit dm Worten der mm auszusprechen: -ivvv? mvvv 'n hn rwn^ ,c>'wn ru i2d rrm irr» 'v ^Wer gebe, daß sein Herz immer so warm schlüge und er stets so begeistert wäre für diese höchste Aufgabe eines Predigers und Seelsorgers in der Gemeinde, zu lernen und zu lehren:" Daß vor einigen Wochen in Schwersenz auch eine jüdische Töchterschule errichtet worden ist, wird die geschätzten Leser Ihres weitverbreiteten Blattes gewiß intereffiren. Schließen wir für heute mit dem Wunsche, daß auch fernerhin Gottes Segen über der Gemeinde Schwersenz walten und daß sie stets mit Befriedigung und Freude auf diese ihre Erziehungs-Institute blicken möge! Möge aber auch in allen Gemeinden Friede und Eintracht ihre dauernde Stätte ausschlagen und der Seelsorge sowie ganz besonders der Schule die gebührende Aufmerksamkeit und Theilnahme zugewendet werden. Letztere wünschten wir aber nicht in bloßen Worten, sondern in der That, nämlich in angemessener Aufbesserung der Lehrergehälter, auf daß die Lehrer nicht nöthig hätten, sich die nöthigen Existenzmittel durch mühsamen Privatunterricht zu verschossen und so ihre Kräfte zu absorbiren. Bei gutem Willen wird dies den Gemeinden nicht unmöglich sein; kein Opfer ist zu groß, welches Eltern für die geistige Ausbildung ihrer Kinder bringen, und keinem Lehrer darf zugemuthet werden, daß er bei seiner ebenso mühevollen als verdienstlichen Arbeit darbe. Hoffen wir, daß diese kleine Anregung Beherzigung finde! O österreichischer Kaiserstaad. Wien Nach den Statuten der orientall'chen Akademie war bisher nur Zöglingen katholischen Glaubens der Eintritt in dieselbe gestattet. Nachdem die «euen Staatsgrundgi setze in Kraft getreten, war eine solche Klausel selbstverständlich nicht mehr aufrecht zu halten und es hat demgemäß der Minister des Auswärtigen, welchem die genannte Akademie untersteht, bereits Sorge getragen, die den jetzigen Verhältnissen entsprechende Aenderung ihrer Statuten zu veranlassen. Der Eintritt eines Zöglings ist fortan von der Religion, zu welcher er sich bekennt, ganz unabhängig. ßstesth Am Sonntag, den 15. Nov. machten die in Schüttsommerein seit Kurzem angesiedelten zwei israelitischen Familien — die ersten daselbst — bei dem Bicegespansamte die Anzeige, daß sie in ihren Wohnungin in der Nacht vom 14. auf den 15. durch den Pöbel überrumpelt und angegriffen, nach gewaltsamer Sprengung der Thüren und Fenster körperlich grausam mißhandelt, ihr Hab' und Gut aber auf die Straßen geschleppt und zertrümmert wurde. — Das Factum ist sogleich durch zwei eingeholte Meldungen, nämlich des Oberstuhlrichterö und StadtmagistrateS von Sommerein, amtlich fonstatirt, eine Kriminal-Untersuchungs-Kommission entsendet und gleichzeitig. Militärassistenz requirirt worden. Die Voruntersuchung durch den Oberstuhlrichter ist mittlerweile im vollen Zuge, und zwei der Hauptanstifter sind bereits in das Komitatsgefängniß nach Preßburg eingebracht und von der Kommission noch am selben Abende in Verhör genommen worden. Pefiih, 18. Nov. Ueber die Krawalle in Schütt- Somerein, über welche wir oben bereits tn Kürze berichtet, liegt uns eine ausführliche Mittheilung vor, weicher wir die nachfolgenden Daten entnehmen: Bis vor wenigen Wochen hatte in dem Städtchen Schütt-Somerein noch niemals ein Jude übernachtet, nicht einmal vr. W. der jüdische Stadtarzt. Or. W., Arzt in Milchdorf, war zugleich Stadtarzt in Somerein. Er wurde täglich des Morgens in einem Wagen abgeholt, mußte jedoch mit Sonnenuntergang wieder die Stadt verlassen. Nickt einmal zur Zeit der Cholera-Epidemie war es ihm gestattet, in Somerein zu übernachten. Seine Vorstellungen über das Unnatürliche dieser Situation blieben, so beliebt er auch war, lange erfolglos. Endlich erklärte ihm ein Bürger, er sei bereit, ihm eine Wohnung in seinem Hause einzuräumen. Dr. W. erhielt zwar mehrere anonyme Zuschriften, worin er beschworen wurde, von dem Anerbieten keinen Gebrauch zu machen und die altehrwürdigen Gebräuche der Stadt, keinen Juden aufzunehmen, zu respektiren. br. W. beachtete aber diese Ermahnungen nicht und überswdelte nach Schütt-Somerein. Am selben Abend jedoch wurde der Doctor zu einem Kranün im nahen Dorfe geholt. Er bestieg den bereitstehenden Wagen, der, von zwei tüchtigen Pferden gezogen, rasch zum Städtchen hinausrollte.' Bald merkte jedoch der Doctor, daß der Wagen die Straßen verlassen habe, der Boden wurde immer weicher, und endlich blieb der Wagen ganz stehen. Der Doctor blickte hinaus, er befand sich mitten in einem großen Sumpfe und konnte in der Dunkelheit noch bemerken, daß der Knecht mit den losgespannten Pferden davonritt; der Doctor mußte die ganze Nacht in dieser peinlichen Situation ausharren. Er brachte seine Klage in Wien und in Pesth vor; nachdem er jedoch lange vergebens auf eine Satisfaction gewartet, legte er seine Stelle nieder und verließ die Gegend. Zu seinem Nachfolger wurde I)r. D., jüdischer Arzt in Milchdorf, gewählt. Dieser knüpfte zwar an die Annahme der Wahl die Bedingung, daß ihm das unbehelligte Wohnrecht in Somerein eingeräumt werde, er wurde jedoch auf später vertröstet und erstickt, einstweilen, gleich seinem Vorgänger, in Milchdors zu verbleiben. Das Später wollte jedoch niemals kommen, und Dr. D. übersiedelte in ein anderes Komitat. Nun wurde abermals ein jüdischer Doctor zu Milchdorf zum Stadt-

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