Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1868-12-02 · Heft 49 (2.12.1868) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 49 (2.12.1868)
Date
1868-12-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2447343-2447390--06687-2462255
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

909 rer aus dieser Anstalt bitten, sondern auch von fernem Auslande Nachfragen um Zöglnge aus derselben eingehen, hinlänglich für die Wichtigkeit der Anstalt, sowie für den guten Ruf zeugen, dessen sich dieselbe in Nah und Fern zu erfreuen hat; man kann daher sich darauf beschränken, 'nur noch Folgendes hervorzuheben, daß die Zöglinge nicht nur den Unterricht in den Religions- und Elementarfächern, welchen drei anSschließlich für die Anstalt aufgestellte Lehrer und drei Fachlehrer ertheilen, sondern auch die volle Beköstigung, Wohnung in der Anstalt, Heizung und Beleuchtung völlig unentgeltlich erhalten. „Hierdurch ist cs auch den unbemittelten Zöglingen möglich, an den Wohlthaten des Unterrichts der Anstalt Theil zu nehmen, das heißt, sich überhaupt dem Lehrerberufe zu widmen; anderseits ist es auch nur so möglich, den religiösen und sittlichen Wandel und den Fleiß der Zöglinge gehörig zu überwachen. „Aus dem Gesagten dürften die Wohlthäter der Anstalt erkennen, daß die dieser zugewandten Gaben auf's Beste verwendet werden, daß diesseits Alles geschieht, um tüchtige Lehrer heranzubilden, eben so aber werden sie sich überzeugt haben, daß enorme Summen erforderlich sind, dies zu leisten. „Es ergeht daher das Ersuchen an alle Freunde eines gedeihlichen Jugend-Unterrichts, daß die bisher bewiesene Theilnahme nicht nur ferner bewahrt, sondern daß die Betheiligung noch erhöht und vermehrt werden wolle, und folgt hier umstehend eine deßfallsige Einzeichnungsliste. Würzburg, im September 1867. Die Borstandschast der iSrael. Lehrerbildungs-Anstalt. Seeligmann Bär Bamberger, Distr.-Rabb. Dieser Aufruf verfehlte nicht, zum angestrebten Ziele zu führen, indem Beiträge zur Bestreitung der Ausgaben des abgelausenen Schuljahres aus Nah' und Fern in rühmlicher Weise eingesandt wurden. Am Schluß des nunmehr verflossenen Schuljahres haben wiederum drei Zöglinge die Austrittsprüfung am k. Schullehrerseminare dahier bestanden, die Anstalt verlassen und fungiren dieselben bereits als Lehrer. Zu der vor Kurzem stattgehabten Aufnahmsprüfung haben sich wieder neun Zöglinge angemeldet, von denen sieben Ausnahme fanden, so daß die Anstalt gegenwärtig von 21 Zöglingen frequentirt wird. Sämmtliche Zöglinge erhalten Unterricht, Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Beköstigung in der Anstalt völlig unentgeltlich. Daß hiezu bedeutende Summe erforderlich, leuchtet wohl ein, und ersucht man daber recht ersprießliche Beiträge hiezu baldgefälligst einsenden zu wollen. Der erhabene Zweck dieser Anstalt ist derart selbstverständlich, daß eine weitere Erörterung nicht erforderlich ist. Würz bürg, im November 1868. Die Vorstandschaft der israel. Lehrerbildungs-Anstalt. Seeligmann Bär Bamberger, Distr.-Rabb. (Wir können dem Obigen nur die wärmste Empfehlung hinzufügen; es ist in dieser Zeitung bereit» häufig nachgewiesen worden, daß die Heranbildung tüchtiger und gesetzestreuer Lehrer das erste und größte Bedürfniß unserer Zeit ist. — Red.) Aus der Provinz Hessen, im November. (Privatmittheilung.) Nachdem die Kanzel der altehrwürdigen Gemeinde Schwersenz seit dem Abgänge des Rabbiners vr. Joel nach Krvtoschin fast acht Jahre verwaist war, ist es nach vielen Mühen der dortigen Gemeinde endlich gelungen, in der Person des Rabbinatscandidaten, Predigers Dr. Plaut aus Fulda, bisher in Berlin, einen Mann zu finden, welcher nicht nur als Prediger, sondern auch an der dreiclasstgen Gemeindeschule ganz besonders zur Hebung des Hebräischen wirken soll. Am Schemini Azereth hielt Herr vr. Plaut seine, Probepredigt, am Sabbat Bereschith, die zweite Predigt, welche beide den besten Anklang gefunden, ja die Herzen der Gemeinde gerührt haben. — ]D ü’xsrn cinm — In Folge dejsen wurde derselbe TagS darauf von dem Gemeinde- und Schulvorstand und dem Repräsentanten-Collegio einstimmig zum ersten Lehrer und Prediger gewählt. Bei einer am darauffolgenden Tage daselbst stattgefundenen Trauung wurde demselben auch die günstige Gelegenheit geboten, sich wiederholt als ein guter Redner zu bewähren. Als Beweis, wie sehr sich die Gemeinde mit ihm freut, führe ich nur an, daß ihm seine Wohnung aus freiwilligen Beiträgen von Mitgliedern der Gemeinde schön möblirt und comfortabel eingerichtet worden ist, wodurch Herrn vr. Plaut eine angenehme Ueberraschung bereitet wurde. Es ist in der Thal erfreulich, wahrzunehmen, wie die dortigen Gemeindebehörden Hand in Hand gehen und wie die Herzen der ganzen Gemeinde ihrem neuen, längst ersehnten Lehrer und Prediger, ihrem geistlichen Führer und Leiter freudig entgegenschlagen. Wo solche Einmüthigkeit herrscht, da kann der göttliche Segen, welcher ja den Schlußstein alles menschlichen Wollen» und Wirkens bildet, gewiß nicht ausbleiben. Das walte Gott! Worüber die Gemeide sich ganz besonders zu freuen gegründete Ursache hat, ist, daß Herr Dr. Plaut gleich in seiner ersten Predigt seinen Lehrberuf nicht bester bezeichnen konnte, als daß er den größten aber auch den demüthigften Menschen — n"y uoi nffo, Moses, unfern Lehrer, als Muster sich vor die ^»eele führte, indem er hervorhob, daß unsere Weisen keine bessere Bezeichnung für diesen größten Mann finden konnten, als eben unfern „Lehrer". Wenn Herr vr. Plaut nach diesem erhabenen Vorbilde sich die Erziehung der Jugend in Tugend und Gottesfurcht zu seiner Lebensaufgabe stellt, dann bleibt für die Gemeinde Schwersenz Nichts zu wünschen übrig; allenfalls sei es mir gestattet, nur den.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.