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Der Israelit · 1868-11-25 · Heft 48 (25.11.1868) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 48 (25.11.1868)
Date
1868-11-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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888 Zeitringsnachriehten und Correspondenzen. Deutschland. Aus dem norddeutschen Bunde, im Tischri (Privatmitth.) Das Ministerium für geistliche- und Unterrichts - Angelegenheiten hat das Gesuch eines Altonaer Einwohners um Eingehung einer Ehe mit einer Jüdin abschlägig beschieden. — Herr Adolph Rosenthal in Milwaukee, Wisconsin (Amerika) ward zum Consul des norddeutschen Bundes ernannt. — In dem Testamente des verstorbenen Consuls H. Jonas zu Hamburg ist ein Legat von 10,000 Mark banco ausgesetzt, welche zu gleichen Theilen an Hamburger christliche und jüdische Armenanstalten vertheilt werden sollen. Zu Executoren sind der Kaufmann Holländer und der Sohn des Verstorbenen, welcher zwar noch minderjährig ist, ernannt. — Auf einer größeren Reise begriffen, traf es sich, daß wir diesmal den heiligen Versöhnungstag in Magdeburg zuzubringen genöthigt waren. Wir müssen es freimüthig bekennen, daß wir nur ungern diesen hohen Tag in der Magdeburger Synagoge zuzubringen uns entschlossen, weil wir einem Gottesdienste beiwohnen zu müffen vermutheten, wie er nur solch' großen Geistern wie Philippson oder einem anderen Besucher der Kaffeler Versammlung als Ideal vorschweben kann und wir in dieser Vermutung noch dadurch bestärkt wurden, daß man uns die Magdeburger Gemeinde in religiöser Beziehung in eben nicht rosigster Farbe schilderte. Um' so größer und angenehmer war eben deßhalb unsere Enttäuschung, so daß wir es offen aussprechen, keine Reue darüber zu empfinden, den hl. Versöhnungstag in Magdeburg verlebt zu haben. Der Gottesdienst, an dem, wenn wir zwei deutsche Lieder ansnehmen, die vor und nach der Predigt abgesungen wurden, nicht zu erkennen war, daß ein Reformer des Gottesdienstes in Magdeburg früher einmal sein Wesen getrieben, ist ein wirklich erhebender und wenn auch kein reformirter, so doch ein im höchsten Grade geregelter. Die mj Predigt deS Herrn Dr. Rahmer, welcher die Strafworte des Propheten zu David nni< (Samuel II. 12. 7) zürn Vorwürfe hatte, war eine in geistreicher Auseinandersetzung der Würde des Tages entsprechende Mahnrede an die Versammlung, auf die sie den besten Eindruck zu machen nicht verfehlte, insbesondere als der Redner an dem büßenden König m zeigte, wie das reumüthige Bekenntniß desselben 'ud TiNun uns den Weg zur Rückkehr lehre und darum auch die Worte unserer Weisen njnu «un iNV iimn ihre Begründung haben, wie ja David selbst im 51. Psalm von sich sagt: 121V' D'Num 7311 WMO nivdN. Auch die Predigt am Versöhnungstage selbst befriedigte uns im hohen Grade, da in derselben der Redner Gelegenheit fand, auf sehr sinnige Weise den ttnno, welcher twiEM am Versöhnungstag in vier Punkten den Engeln gleichstellt, zu deuten und zu erklären. Für die Meisten der Synagogenbesucher aber bildete dieTodtenfeier (niu^j n^jn) den Glanzpunkt des Gottesdienstes. Wir von unserem eben nicht so sehr sentimentalen und nicht leicht erregbaren Standpunkte aus können es uns freilich nicht verhehlen, daß wir diese Todtenfeier mit etwas weniger theatralischem Gepränge ausgestattet wissen möchten, damit sie wenigstens den stark an den katholischen Cultus erinnernden meßartigen Anstrich, welchen sie leicht entbehren könnte, ohne daß dadurch dem Andenken der Heimgegangenen Eintrag geschehen müßte, verliere. Jedoch wissen wir auch, daß eine derartige Todtenfeier in Magdeburg fast zur Rothwendigkeit geworden, wenn man anders noch die Leute wenigstens nn?>n --»Sn nnx anzuhören beisammen haben will. Im Allgemeinen machte Magdeburg wohl deßhalb einen so günstigen Eindruck auf uns, weil wir mit weit geringeren Erwartungen davon dachten und zu unserer Genugthnung die Erfahrung dort machten, daß das Wirken der Herren vr. Güdemann und Rahmer nicht ganz ohne Erfolg bleibt, während man uns allgemein versicherte, daß seinerzeit I)r. Philippson am wenigsten in seiner eigener Gemeinde mit seinen heilbringenden Ideen durchdrang. Diese Erfahrung mag wohl auch der Herr Redacteur der „Allgemeinen Zeitung" .selbst gemacht haben, und es mag daher so etwas wie Neid die Triebfeder zu den fulminanten Schmähartikeln gewesen sein, die früher geg.n Güdcmann und jetzt gegen Rahmer in der „ Allgemeinen Zeitung" losgelassen werden. — Aus Kopenhagen erfahren" wir, daß der Dichter Titular- Proseffer Heinrich Hertz neulich seinen siebenzigsten Geburtstag feierte, ans welchem Anlaß der Vorstand des Studentenvereins ihm ein Schreiben zugestellt hat. in welchem er nächst Glückwünschen ihm den wärmsten Dank für sein Wirken in der dänischen Literatur und dem dänischen Volke ausdrückt. Dieser Anerkennung dürfte von allen Seiten ohne jede Ausnahme von Herzen beigetreten werden und ist sie um so erfreulicher, da der greise, leider säst taube Dichter von „König Renö's Tochter" und wohl 50 and-ren Stücken sehr zurückgezogen lebt und wie wir durch persönliche Bekanntschaft wissen, wohl niemals eine derartige Anerkennung provocirt haben dürfte. Vom Staate bezieht Hertz einen Ehrensold von jährlich 1000 Thlr. dänischer Reichsmünze. — 'H n»30 B7\V. Frankfurt a M. 12. Rov. Dem Frkf. Jour«, wird von hier geichiieben: „Wie man vernimmt, bereitet sich hier am Platze ein Unternehmen vor, das seiner edlen Tendenz wegen der Beihilfe aller Menschenfreunde sicher sein kann. Herr I. Wolff, der als Schreiblehrer sich hier wie anderwärts in

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