Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 47 (18.11.1868)
- Date
- 1868-11-18
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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882 Baba M. f. 90 b. wird angeführt: pmaoi nin lrfiv pnn* und wiedergegeben durch: uüssrunt ipsi doves, et oastrabant sos („sie schickten ihm Stiere und castrirten sie"); eS wird also hier m'tw als Prädikat zu dem Object 'am aufgefaßt, eine Auffassung, die wir sogleich als eine falsche erkennen, sobald wir diese Stelle im Talmud nachschlagen. Dort lesen wir nämlich: in*» ina prim prmoi wüin paaaa nin pSa ddriOVi ma«!? '*b „Man schickte folgende Frage an den Vater Samuels: Rinder, welche Aramäer gestohlen und castrirt haben, dürfen die Eigentümer, sobald sie in deren Besitz wieder gelangt sind, dieselben benutzen?" (Das Nähere zum Verständniß dieser Frage siehe in Rasches Commentar z. St.) Im Art.;L'ä (S. 238) ist B. ein merkwürdiges Quidproquo in die Feder gkommen: er läßt nämlich Aruch das angeführte Wort aus Tr. Jedajim citiren, bekennt aber zugleich, daß er dasselbe dort nicht gefunden. Jedoch ist das Citat nicht dem Tr. Jedajim, sondern dem Tr. Megillah f. 9 a. entnommen; an angef. Talmudstelle werden zwei Mischnah Aussprüche aus Megillah und Jedajim gegenübergestellt, die Schwierigkeit der Divergenz aber, die sich aus dieser Gegenüberstellung ergibt, wird gelöst durch den Ausspruch: ]D'aa i-ra tsua po, zu dem zweiten supplirt nun Aruch erklärend o'i' m^va, die Mischnah in Jedajim spreche nämlich von ihren (fremden) Schriftzügen, Aruch sagt aber nicht, daß das Wort in M. Jedajim vorkomme. — Was nun aber das Wort selbst betrifft, so scheint die Lesart im Talmud, fSich die richtigere zu sein, das \ gehört nicht zum Stamm, sondern ist Suffix, und das Wort *)tt, Körper, ist hier tropisch als.„Schriftzug" gebraucht. Wir hatten die Absicht gehabt, am Ende jedes Buchstaben einige Noten zu den Noten zu schreiben, sind aber doch von diesem Vorhaben zurückgekommen, da wir die Hauptarbeit, die Säuberung des Textes, nicht durch eine untergeordnetere unterbrechen wollten; jedoch würde sich unser literarisches Gewissen nicht beruhigen können, wenn wir an der Note 94, lit. a (S. 238) mit stoischer Ruhe vorbeigingen. Wenn es der Herausgeber sich zur Pflicht gemacht zu haben scheint, den Namen des verewigten Sachs in seinen Noten nicht zu erwähnen, außer wo er an dessen Meinung etwas auszusetzen zu haben glaubt: so besitzt er doch noch bis an diese Note die Verschämtheit, Er- Üärungen schwieriger Wörter, die Sachs in seinen „Beiträgen" niedergelegt, nicht als die seinigen auszugeben, sondern dieselben wenigstens mit einem „nonnulli dicant“ oder „» nonnuliis habetur" zu begleiten, wie beispielsweise Note 92 (S. 238). Jedoch tu Note 94 schreibt der Herausgeber die Erklärung Sachs' '«Dm «sa als die Begrüßungsformel aycaxi) vfuüv ab (S. Beitr. I, 406), ohne eine Quelle zu nennen, ja auch ohne im Entferntesten anzudeuten, daß er diese Erklärung irgend einem andern Autor entnommen habe. (Fortsetzung folgt.) Letzte Erwiderung in Äetreff rusD bw myo von I. Glück in Erfurt. Hr. Rabbiner Deutsch (Sorau, Oberschl.) versucht es in Nr. 40—41 der wiffenschastl. Beilage dieser gesch. Bl. meine in Nr. 40—41 v. I. gegebene Erklärung der Stelle Talm. Jerusch. Maserscheni in Betreff d"d zu widerlegen, und da er mich dabei mehrerer Fehler bezüchtigt, halte ich mich zu meiner Rechtfertigung zu nachstehender Erwiderung verpflichtet. Als ich meine Erklärung der öffentlichen und nachsichtigen Beurtheilung übergab, hatte ich keineswegs die Absicht, sie als unfehlbar und allein richtig darzustellen, und ich bin nach wie vor jeden Augenblick bereit, meine Ansicht aufzugeben, wenn die Unhaltbarkeit derselben wirklich nachgewiesen oder eine beffere da'ür gegeben wird. Beides hat Hr. R. D. aber nicht gethan. Der von Herrn R. D. in seiner Abhandlung angeschlagene Ton zeugt von einer Gereiztheit, zu welcher ich, meines Wissens, keine Veranlaffung gegeben. Ich habe Herrn R. D. weder Elogen sagen, noch viel weniger damit „Pillen vergolden" wollen, und ich gebe ihm hiermit die P^rsicherung, daß eS meinem innersten Wesen widerstreben würde, einem Manne, der als can TDbn und verdienstvoller Rabbiner sich.. mit Recht allgemeiner Achtung erfreut, auch nur im Mindesten unehrerbietig zu nahe zu treten, und sollte er dem ungeachtet sich vielleicht durch ein Wort verletzt fühlen, so wird ihm hoffentlich die Versicherung genügen, daß es durchaus nicht in meiner Absicht gelegen. Ebenso wenig kann es mir zur Unehre gereichen, wenn ich ehrlich und offen Herrn R. D. seine Ueberlegenbeit in talmudischer Gründlichkeit und Belesenheit in D’pDisi oty zugestehe, zumal ich nicht Rabbiner bin und nur aus Liebe zur Sache mich mit dieser W«ssenschaft beschäftige. Dagegen kann Hr. R. D. nicht ungehalten sein, wenn ich ihn bei alldem nicht für unfehlbar halte. Läßt ja die talmudische Agada dw'aa die Gottheit die Worte ausrufen ua nm» B. Mezia 59. b. Kommen wir nur zur Sache! Hr. R. D. findet meine „Erklärung" unhaltbar, aber anstatt die Unhaltbarkeit zu begründen, bringt er eine Menge Citate herbei, um zu beweisen, daß nton nur bei j"y u. dergl. anzuwenden sei, und folglich ein Ausweg gefunden werde müffe d"d mit r"yo zu identifiziren.