Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 47 (18.11.1868)
- Date
- 1868-11-18
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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IX. Jahrgang. Mssenschafiliche Lcilage zu Nr. 47 -rs ÄsraM. Die neue von Fischer besorgte Ausgabe des Gurtorf'schen IitzxiooL Olirüäriikum trrlw. vt rabb. (Leipzig 1867.) Besprochen von Vr. A. Sulzbach. (Fortsetzung.) Im Art. „*6a (S. 220) erklärt B. das bekannte mirD D’Jö r6ac als „revelet laciem contra legem, i. e. proterve, impudenter agit contra earn". Er saßt also das 2 als die Präposition „gegen" auf: „das Gesicht (nämlich sein eigenes) enthüllen gegen die Thora", frech sich gegen dieselbe erheben, ihr widerstreiten; es läge also die ungerechte Handlung schon in den Worten D'Jb mao allein, in welchem Falle dann aber das stets dabeistehende .12^.12 (bergt. Pirke Aboth III, 15) nicht zu erklären wäre, wenigstens als ein Pleonasmus erschiene. Doch das 2 bedeutet nicht „gegen", sondern „in" und cas ist nicht das „Gesicht" deö nvav, sondern das der min, und der Sinn ist: „das Gesicht aufdecken in der Thora," d. h. die Thora erklären, erläutern; so bedeutet also rppro min2 d’jd rtoD „die Thora gegen die Tradition, gegen die recipirte Halachah, auslegen oder falsch deuten. A. v. N^a (S. 221). Im Citat aus Ieb. I. 63 ayi2i nu’DD l^’SN fehlt das Wort /'2LO, wodurch der Sinn desselben wie auch der Uebersetzung entstellt ist. Den Art. pJ’Dpi^a (S. 228) läßt der Herausgeber ohne irgend eine Randbemerkung durchgehen, obgleich B. für dieses und die demselben verwandten Wörter nichts anderes zu bemerken hat als „voce« sunt corruptae et peregrinae“. Da es nun aber der Herausgeber unter seiner Würde gehaltm zu haben scheint, die geistreiche Auseinandersetzung von Sachs anzuführen, so wollen wir das Schlußergebniß seiner Forschungen über das angeführte Wort hier mittheilen. Sachs nimmt nämlich an, daß dieses Wort nicht einm Stoff, sondern eine Farbe bedeute und erklärt jia"v --- lavihvovj veilchenfarbig; pa'vdvr — aXrjxhvd, purpurroth; pa'Vda UNd fia'vpda — yaXcczivd und yctXaxtiva, Mchfarbig und na'vpMa ---- iia'vp«^>a. (Vergl. Beitr. I, 131. 132.) Im Art. vva (S. 229) ist B. ein merkwürdiger Fehler in die Feder gekommen, der, obwohl an sich unbedeutend, doch der Beachtung verdient, weil wir an diesem sehen, daß B. seine Citate nicht immer im Zusammenhänge geprüft, sondern viele von ihm gelieferten auf guten Glauben angenommen hat. Es fordert uns dieser Fehler daher zur Aufmerksamkeit auf und zur sorgfältigen Prüfung der angeführten Stellen. Wir lesen nämlich im angeführten Art.: niöipn n2^n 7i!22nd nifrnms nieoiDö’ai, jedoch das erste Wort n2^n (muß heißen noPn) gehört zum ersten Theil des Satzes-und muß hinauf gelesen werden: ma vinöi pap nopn ’sia;n;n (Pirke Aboth C. 3). Daß aber bei B. das Wort ro>n nicht allein ein Schreibfehler ist, bezeugt die Uebersetzung: „r a t i o n e m tekupharum et gematriarum“. 8. v. (S. 230) citirt B. □’aöDni ü’2oan aus Moed Katan 1. 11 b. und übersetzt ersteres Wort durch pontifiees, Brückenmeister, was jedoch dem Zusammenhänge und dem Sinne jener Abhandlung nicht entspricht; dieses Wort heißt hier wie überall „Kameeltreiber". Im Art. fcoca (S. 232) begegnen wir einer unrichtigen Uebersetzung der Redensart wnioi mca 4ona »nn. Buxtorf faßt nämlich das zweite Wort als Adjectiv auf, indem er "HDJJ zu lesen scheint und übersetzt: doctrina absoluta et perfecta canticum est („die abgeschlossene, vollkommene Wissenschaft ist ein Gesang"); erläuternd setzt B. hinzu, daß hiermit gemeint sei, daß die Wissenschaft großen Ruhm verbreite. Jedoch ist diese Erklärung durchaus nicht richtig, und der Hauptfehler liegt in der Vocalisation des Wortes 2112a, das nicht als Adj., sondern als Imper. -yj'ftjj zu lesen ist; die einzig richtige Erklärung dieser Redensart ist die Rasches zu Beza f. 24 a. cpai» btero em2w p no« PI HQd ncaicßr idih . ... .2t «n T1261 "iöt^ 1? vr.2'1. „Es ist dies eine Redensart füw die Thoren: man sagt zu einem thörichten Schüler: Lerne nur, ob richtig oder falsch, es ist dir wenigstens Lied und Gesang." Es ist dieses Wort gegen diejenigen gemünzt, denen ein Ableiern genügt, die sich nicht die Mühe geben, in den tiefen Sinn des gegebenen Stoffes einzudringen und daher oft auch sehr unnöthige Bemerkungen machen; das Studium ist ihnen ein Singsang, nichts mehr. In diesem Sinne wird in der angeführten Stelle diese Redensart als Vorwurf gebraucht gegen Einen, der eine Bemerkung macht, die, weil unnöthig und nichtssagend, füglich hätte unterbleiben können. Wiederum einen Beweis, wie man nicht ohne Weiteres dm Citaten B/s träum darf, sondern in der Benutzung derselben sehr vorsichtig sein muß , liefert uns ein solches im Art. ma III. (S. 234.) Aus