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Der Israelit · 1868-11-18 · Heft 47 (18.11.1868) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 47 (18.11.1868)
Date
1868-11-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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870 dürftkü zahlreiche Bewerberinnen in kürzester Frist sich melden. Wien. Der Productenhinidler L. Sulzer hat sich vor 17 Jahren laufen kaffen und ein Christenmädchen geheirachct. Vor kurzer Zeit hat Herr Eulzer seine Frau mit der Mittheilung überrascht, daß er gesonnen sei, zu seinem angestammten Glauben zmückzukehren, und daß es ihr frei stehe, bei ihrer Religion zu bleiben, vder mit ihm zum Judenlhunr überzutreten. Die Frau Hot sich entschlosien, sich ihrem Manne anzuschließtu, und nachdem beide im Judcntbume ausgenommen worden, hat dieser Tage die Trauung nach jüdischem Geich im wiener alten Tempel staktgefnnden. (L- Z ) Wien. (Durch Zufall verspätet.) Ich kann nicht umhin, Ihnen mitzulhei'en, welch' günstigen Eindruck vorigen Monat die jüd. Prüfung an der hiesigen vierclassigcn Talmub-Thora-Schule, die nun zur Ausstellung staatsgiltiger Zeugnisse berechtigt ist, auf die Anwesenden, darunter die beiden Herren Prediger, die Herren Vorsteher und Gönner der Schule, hervorbrachte. Als besonders umsichtig kann die Leitung des Directors, Herrn Löwit, bezeichnet werden; wahrhaft Ueberraschendcs leisteten die Schüler des Herrn Bendiner (Knaben von 8—6 Jahren) in richtigem Verstaut nisie der Misch na und die älter n in gr ündlicher Auffassung des Talmuds und dessen Erklärer; ebenso zeichnen sich Herr Eroak und Herr Deutsch durch eine vorzügliche Methode, wie auch die Herren Steiner und Frank durch Fleiß und Ausdauer aus. Man staunte oft über die trefflichen Antworten in Bibel und Grammatik. Den Rascki - Commentar zur Thora wußten die meisten Schüler auswendig, so daß die Anerkennung und das Lob in Bezug auf Lehrer und Schüler allgemein war. Ebenso günstig war das Urtheil der Sachkundigen bei der deutschen Prüfung, die kurz zuvor stattfand. Besonders zu loben ist das verdienstvolle Wirken der geehrten Herren Vorsteher: der Herren Freistadtl, Kohn, Freund, Fleischmann, Berger, Kreisler, Bing, Waffertrilling re., die oft mit Vernachlässigung ihrer Berufsgeschäfte die Schule inspiciren und zu ihrem Gedeihen ihr Scherflein beitragen, eingedenk des Spruches: C'\jy ’jn nnin die armen Schüler nach Möglichkeit zu unterstützen. Zum Wintersemester wurde ein zweiter, sehr tüchtiger Talmudlehrer, Herr Simon Deutsch aus Nickolsburg ausgenommen. Nach meiner unmaßgeblichen Meinung wäre es von Vortheil, wenn auch ein Lehrer angestellt würde, der im Stande wäre, den Knaben, dix aus j der 4. Classe austreten, in Real- und Gymnasialfächern Unterricht zn crtheilen, damit sie nicht genöthigt I wären, eine öffentliche Anstalt zu besuchen, wo ks' | hdsto ro» das mit Mühe Erlangte wieder bald! verloren ginge, da ffe dort dem Hebräischen wenig! 'Zeit widmen können. Uebrigens wäre zu wünschen,! daß auch reiche . Eltern ihre Kinder in diese Anstatt schicken und ihr regere Theilnahme zuwenden möchten, damit diese Schule, wo geistige Ausbildung und religiöse Erziehung Hand in Hand geben, sich immer mehr emporschwinge! Wollte Gott, daß dieser fromme Wunsch nicht nur ein solcher bleibe! Als Ergänzung zu dem, was ich Ihnen voriges Jahr in Angelegenheit des Sabbats schrieb, theile ich Ihnen Folgendes mit, um zu zeigen, wie notwendig hier, wie überhaupt in größern Städten, ein Verein wäre, dem Nebel nach Möglichkeit abzubelfen. Religiöse Eltern schicken ihre Kinder her, wollen sie in ein Geschäft bringen, aber oft beim besten Willen können sie keinS ausfindig machen, wo der Ruhetag in Ehren gehalten wird. Da wäre es Sache des Vereins, in dieser Beziehung den Betreffenden hilfreich an die Hand zu gehen ->7ivv *on. Einige Zeit widerstehen die Angekontmenen, aber endlich zwingt sie doch die Noth rar Von meinem Geburtsorte gab ein Vater seinen Knaben zu einem christlichen Zuckerbäcker in die Lehre. Der Knabe weigerte sich nnd weinte, da er auf rot? ir6,n und nvrDN n'tONn nicht “my sein wollte. Dcr Vater aber meint, es sei ihm egal, da bei Juden auch Samstags gearbeitet wird. Natürlich mußte der Knabe dem Willen des strengen Vaters sich beugen. Aber gleich am 1. Tage seines Eintritts schickte ihn der Meister weg, da er keine Juden annehme. So löste er das Verhältnis (Thatsache). Der Sohn eines Religionslehrers in der Umgegend war hier in einem Geschäft, welches Samstags geöffnet ist, und durch meine Veranlassung ging er weg, man schaffte ihm aber bald ein anderes, wo er am Sabbat ruhen kann. Aehnliche Facta ereigen sich hier in Menge, und Abbilfe ist nöthig. Italien. Padua. Das Comitö des ital. isr. CongresseS hat jüngst den Bericht seiner letzten Versammlung herausgegeben. Auf die Veröffentlichung guter jüd. Bücher und auf ein neues Schema für die Beiträge der Gemeinden zum Rabbinerseminar zu Padua wird besonders aufmerksam gemacht. Frankreich. Paris. Der junge Falascha, welcher mit Herrn Halevy nach Frankreich gekommen ist, wurde in die orientalische Schule der „All. Isr." zu Paris ausgenommen. (Jew. Record.) Paris, Isi. Nov. Heute Morgen 6 Uhr ist der ehrwürdige Nestor des Rolhschild'schen Hauses, Herr Baron James von Rothschild, ans diesem Leben geschieden. n"3"s"j"n. — Großbritannien. Dublin. Aus dem jüngst veröffentlichten Ausweis über die Gefangenen in Irland ist ersichtlich, daß

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