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Der Israelit · 1868-11-18 · Heft 47 (18.11.1868) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 47 (18.11.1868)
Date
1868-11-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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867 sungskraft (tyiDD 5dw). Die vier Gaben an die Ecken hatten zu geschehen, während der Priester zwischen dem Leuchter und dem Altar stand und zwar von Ost zu Ost, nämlich von Ostnord nach Nordwest, nach Westsüd, nach Südost — von Licht zu Licht, so daß also das himmlische Licht das ganze Wesen und Sein des Menschen durchleuchte. Das übriagebttebene, Blut wurde dann in den Westgrund des Altars von Erde gegessen, um auzudeuten, daß der Geist des Menschen nach vollbrachtem Werk zurückkehre zu Gott, der ihn gegeben, denn wie wir bereits oben ausgesührt, zeigt der Westen aus die Gottesnähe hin. Bei den übrigen zum Verbrennen bestimmten Sündopfern war keine Sprengung auf die Stangen der heiligen Lade und nur eine siebenmalige Sprengung auf den Scheideteppich vorgeschrieben, während die übrigen Sprengungen gleich waren. Die erwähnten Verschiedenheiten haben in dem Wesen des Versöhnungsfestes ihren Grund, wovon wir noch später zu reden Gelegenheit haben werden. Bei dem Erstling, dem Zehnten und dem Peßachopfer war nur eine Gabe auf den Grund des Altars vorgeschrieben; denn diese Opfer wurden weder einer Sünde halber, noch als Gelübde oder freiwillige Gaben, sondern nur deßhalb gebracht, weil Gott ihre Darbringung geboten hatte. Der Zusammenhang mit dem Göttlichen war da unmittelbar gegeben und es bedurfte weiter keiner großen symbolischen Durchführung. (Forts, folgt.) Zeitungsnachrichten und Corr espottdenzen. Deutschland. Mainz, den 12. Nov. Es wird uns ein Blatt der in „Cincinnati" (Nord-Amerika) erscheinenden „Deborah" zugesandt; dasselbe wird von dem berüchtigten Wise redigirt, der vor Zähren die treffliche Einrichtung einführen wollte, daß jüdische Männer und Frauen von einander laufen und sich ohne gesetzmäßige Scheidung wieder verheirathen dürften!!! Der Inhalt des Blattes ist zur Hälfte der „Zeitung des Iudenthums" und zur andern Hälfte unserer Zeitschrift entnommen, Alles ohne jedwede Quellenangabe; nur ein kleiner Artikel, gegen die Chalizah gerichtet, ist Originalbeitrag von dem bekannten Kofer Hackol Samuel Hirsch, ehemals Rabbiner zu Luxemburg. Außerdem befindet sich noch eine kleine Notiz von 8 Zeilen darin, in welcher uns nicht mehr als sieben Schimpfwörter an den Kopf geworfen werden! Ist das nicht possierlich? — Diese „Deborah" ist eine Schmach für das deutsch-amerikanische Judenthum. Aus der Provinz Posen, 6. Nov. Wenn eö keinem Zweifel unterliegt, daß es noch heute die hohe! Bestimmung Israels ist, Verehrer und Träger der göttlichen Lehre zu sein; wenn eö unbestritten bleibt, daß das Mosiswort: „Ihr sollt mir ein priesterliches Reich und ein heiliges Volk sein," noch heute in jedes wahren Israeliten Brust lauten Widerhall findet: so muß auch consequenter Weise zugegeben werden, daß es die heilige Aufgabe der israelitischen Volksschule ist, durch zweckmäßigen Unterricht die religiösen Wahrheiten des Indenthums bei ihren Zöglingen zur innigen Ueberzeugung zu bringen, daß es moralische Pflicht der Rabbinen ist, den Familienvätern ihres Sprengels in öffentlicher und privater Rede die häuslich, religiöse Erziehung ihrer Sprößlinge dringend an's Herz zu legen. Vielfache Erscheinungen unserer Zeit zeigen jedoch, daß dem leider oft nicht so ist? Hier versteht die Jugend vortrefflich zu schreiben, zu rechnen, zu lesen, zu zeichnen, weis; von den historischen Begebenheiten der Länder und Städte rc. viel zu erzählen, beschreibt jedes Thier, jede Pflanze, jedes Mineral auf's Prächtigste, — aber in der Kenutniß der Bibel, in der Geschichte ihres Glaubens und ihres Stammes zeigt sie die krasseste Unwissenheit. Dort versteht die jeunesse ävi66 sich meisterhaft auf den Flitter der Mode, auf den Prunk in und außer dem. Hause, auf die Kunst, allgemeine Aufmerksamkeit zu erregen, - aber von häuslicher Andacht, von Bedürfniß nach religiöser Erbauung au gottgeweihter Stätte, von gewissenhafter Erfüllung der Religionsvorschriften intra et extra muros ist blutwenig wahrzunehmen. - Glücklicherweise gehören diese betrübenden Erscheinungen, die wir anderwärts leider gar häufig zu beobachten Gelegenheit hatten, bei uns nicht zu der Regel. Die Israeliten unserer Provinz erfreuen sich Gottlob noch eines reichen Fonds echter Religiosität und wahrer Glaubenstreue, der den Indifferentismus nicht leicht aufkommen läßt. Rabbinen und Lehrer sind an vielen Orten eifrig bemüht, in ihren resp. Wirkungskreisen das Verständniß der heiligen Urkunden zu erweitern und die Befolgung ihrer Satzungen zur Gewissens- Pflicht zu machen. Auf solche Weffe kann es nicht fehlen, daß dort die religiöse Unwissenheit, welche gewöhnlich Religionslosigkeit im Gefolge hat, in dem Maße schwindet, als der große Gedankeninhalt der Gotteslehre dem jüdischen Publikum zugänglicher gemacht wird. Wie die Saat, so die Ernte! Solche wahrhaft erfreuliche Resultate können jedoch nur dann erzielt werden, wenn Synagoge und Schule bei diesem religiösen Bildungszwecke Hand in Hand gehen. Wo indeß die Baumeister uneins sind, da kann der Bau natürlich nicht gelingen. Darum Einigkeit um des guten Zweckes wiÜen! Zersplitterung macht kraftlos! Um ein Exempel anzuführen, erwähnen wir, daß wir zu unserer Freude in Schmiegel zwischen Rab«

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