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Der Israelit · 1868-11-18 · Heft 47 (18.11.1868) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 47 (18.11.1868)
Date
1868-11-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
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866 Daß Gott diese Anordnungen nicht ohne Grund getroffen, liegt auf der Hand; so wosten wir denn versuchen, Einiges davon zu erklären. Nach Rabbi Lewi ben Gerson ('ans niD jffa iy) war deßhalb der Altar in die obere und die untere Hälfte getheilt, weil die obere Hälfte, dazu bestimmt, daß auf ihr das Fett :c. verbrennej, auf das Körperliche, die untere Hälfte dagegen auf das Geistige hindeute. Das Blut der Sündopser nun, sollte deshalb an die obere Hälfte des Altars gegeben werden , weil die Sündopser dazu bestimmt waren, ein schweres Verbrechen zu sühnen, auf dessen muthwillige Uebertretung die Strafe der Ausrottung steht. Durch das Gelüste seines Körpers hat sich der Mensch verleiten lassen, Thatcn zu begehen, über deren Erlaubtsein oder Unerlaubtsein er sich nicht vorher klar geworden. Daher sollten auch die Kohanim das Fleisch des Sündopfers verzehren, damit er bei diesen Belehrung suche und nicht mehr in die Unklarheit seines früher» Handelns zurücksalle; was natürlich beim Sündopfer des gesalbten Priesters (nwon |na) und dem des großen Gerichtshofes, der sich in der Lehre geirrt hatte, wegsällt; diese beiden Sündopser wurden daher auch nicht von den Kohanim gegessen und deren Blutsprengnng war eine andere. Wird nun bei den erstgenannten Sündopfern das Blut auf die aus das Körperliche deutende obere Hälfte des Altars gesprengt, so soll der Meusch dadurch lernen, das Körperliche zu beherrschen. Der Zeigefinger der rechten Hand, mit welchem der Mensch auf Alles hiudeutet, was sein Auge sieht und sein Herz begehrt, soll das Blut, das ist das Leben (Ds:n wn ann o), dem Altäre Gottes weihen; dabei soll er vom Süden ansgehen. Der Süden stellt die Weisheit dar (-p ararr# nsnn on-p), und der Weisheit Anfang ist die Gottesfurcht (P nx*v noan nw\); von da soll er sich nach Osten wenden, woher vas Licht kömmt, denn die Weisheit erleuchtet die Welt, während der Thor im Finstern wandelt (iP,p nanna poa); von da soll er sich Nach Norden wenden; der Norden stellt aber den Rekchthum und das Bose dar (pa-P -p’ -paryrP nann njnn nnen psao), und in der Gottesfurcht wurzelnd, von der Weisheit erleuchtet, wird der Mensch den Akeichthum nach seinem wahrhaft geringen Werthe würdigen und daS Böse überwinden können, bis er nach Westen gelangt, wo die göttliche Majestät thront (anyoa n:oa*n); das ist die Heiligkeit, das Endziel des menschlichen Strebens, der Erfolg der echten Sühne. — Der Osten deutet uns auch die Kraft an, wie der Psalmist von der aufgehenden Sonne sagt: mix p*P -na» vw „ freut sich wie ein Held, die Bahn zu durchlaufen." Demnach finden wir die Art und Weise der Sprengung des Blutes auch in dem Prophetenworte angedeutet: ’P?nn» :naana Dan rPnn' bn P nox na £>nn» nwa a« »a n»ya nwy pdnn' bw imia:a -naan .'ai >nw yn»i aa^n bannan „Also hat Gott gesprochen: Nicht soll der Weise sich seiner Weisheit rühmen, nicht soll der Starke sich seiner Stärke rühmen und nicht soll der Reiche sich seines Neichthnms rühmen, sondern dessen rühme sich der sich Rühmende. Mich zu erkennen und zu kennen, daß Ich, der Ewige, übe Gnade, Recht und Gerechtigkeit auf Erden, denn an diesen habe ich Wohlgefallen, spricht der Ewige." Hier sehen wir, daß Weisheit, Stärke, Reichthum nur Werth haben in der Gotttserkenntniß, wenn sie zu dieser führen und ihr untergeordnet sind; also war auch der Gang des das Blut an den Altar sprengenden Priesters von Süden (Weisheit), nach Osten (Stärke), nach Norden (Reichthum), nach Westen (Gottesnähe und daher Gotteserkenntniß). Beim Ganzopfer, beim Schuldopfer und beim Friedensopfer wurde das Blut an die untere Hälfte des Altars gegeben, weil diese im Gegensätze zur oberen Hälfte auf das Geistige deutet. Wir haben bereits ausgeführt, daß das Ganzopfer etwas Geistiges darstellt (n?iy nnm), daß das Schuldopfer mit dem Seelenleben im Zusammenhänge steht und daß die Friedensopser die höchste Vollkommenheit bezeichnen. Wir haben jetzt noch von dem Blute der Sündopfer zu sprechen, die nicht gegessen, sondern verbrannt wurden. Das Blut derselben wurde in das Innere des He'ligtsmns (pp.-,) gebracht. Von dem Blute des Stieres und des Bockes vom Versöhnungstage wurde von jedem achtmal auf die Stangen der heiligen Lade und achtmal auf den Scheideteppich gesprengt, dann wurde, was von Beidem übrig blieb, gemisckr und davon an die vier Ecken des goldenen Altars im Hechsl gegeben und auf diesen siebenmal gesprengt; was dann noch übrig blieb, wurde an der Westseite des Altars von Erde in den Grund desselben gegossen. Di« Stangen der heiligen Lade deuten auf den Körper, der Scheideteppich auf die geistige Kraft, der goldene Altar auf die That, denn auf ihm wurde das Räucherwerk dargebracht, dem die guten Thaten glichen. Von den acht Sprengungen waren sieben nach U cken gegen die unter sisbenerlei Gestalten auftretende Leidenschaft (ynn nsP P L" mDir paw) und eine nach Oben, dem Trieb zum Guten entsprechend; denn beide! Triebe müssen vereinigt werden zum Dienste des Schöpfers, wo dann auch die ursprünglich auf das Böses gerichteten Triebe ihre rechte Bestimmung finden. Die sieben Sprengungen auf den Altar des Räu^ cherwerkö entsprechen nach vielen Erklärern den Stufen innerhalb des menschlichen Wesens: das neralische, das Vegetabilische, das Animalische, de Verstand, die reine Vernunft van), die pwrfj tische Vernunft (wyan baaO, die metaphysische Fast WSSSSWWWWv

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