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Der Israelit · 1868-11-11 · Heft 46 (11.11.1868) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 46 (11.11.1868)
Date
1868-11-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
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lichen Rollen werden von den jüngeren Mitgliedern des Personals gespielt werden." Amerika. New-Nork. Gegenwärtig herrscht in New- Z)ork die Viehseuche. Eine große Anzahl Christen kauft nur Koscher-Fleisch und will nur solches essen. Die jüdischen Metzger haben dadurch sehr viel zu lhun. (Iew. Record.) Asien. Damaskus Wie wir bereits schon früher mitgecherlt, haben die Missionäre eine Mädchenschule in Damascuö errichtet, die auch von circa 50 jüd. Mädchen besucht wurde, ohne daß diesem Mißbrauch von Seiten der dortigen Rabbiner gesteuert wurde. In der That fanden die Missionäre, erzählt der „Libanon", ihre Bemühungen durch den schönsten Erfolg gekrönt, denn schon nach drei Monaten hatten die jüdischen Mädchen die christlicken Gebete erlernt. Erst nachdem ein Chacham aus Chalf, der sich vor Kurzem daselbst aufhielt, den Rabbinern und den Vorständen der Gemeinde harte Vorwürfe gemacht, wurde der Besuch dieser Schulen von Seiten jüdischer Mädchen strengstens verboren, welchem Verbote auch sofort von den Betreffenden Folge geleistet wurde. Das betrübende Factum hatte auch sein Gutes, indem nunmehr die Juden daselbst eingesehen, wie nothweiidia es ist, daß sie ihre Mädchen unterrichten lassen. Bagdad Wie dem „Hamagid" geschrieben wird, hat sich dahier eine „mso nai® man" gebildet, die es sich zur Aufgabe gestellt, da? Thorastudium zu verbreiten und Schulen zu gründen, in welchen nebst mm auch sonstige wissenschaftliche Lehrfächer unterrichtet werden. Ferner sollen die Armen aus den Mitteln des Vereins Unterstützung erhalten. Bereits zählt der Verein 36 Mitglieder. Feuilleton. Mater und Sohn. Dreizehntes Kapitel. Zippora. Wir müssen den Leser nunmehr um einige Jahrzehnte zurückführen und uns nach der armen, verlassenen Zippora umsehen. Ach, das Opfer, das sie brachte, indem sie sich von Jtzele scheiden ließ, war viel größer als irgend ein Mensch es wußte; denn erstens liebte sie ihren Gatten mit heißer Liebe und zweitens fühlte sie sich Mutter. Aber gerade der Gedanke an das Kind unter ihrem Herzen und an desien Zukunft hatte ihr Kraft und Muth gegeben, das Schwerste zu ertragen, als sie ihren Mann auf Abwege gerathen sah. „Ich muß mein Kind retten," sagte sie sich, „daß er es mir nicht verführe." So willigte sie in die Scheidung. Als nun von Jtzele sehr betrübende Nachrichten kamen, wie er das jüdische ReligionSgesetz verletze und gar nicht mehr als Jude lebe, da drang ihr Vater darauf, daß sie Namen und Wohnort ändere, damit Jtzele sich nicht des zu erwartenden Kindes bemächtige. Um die Täuschung vollständig zu machen, verbreitete mau das Gerücht, Zippora habe sich drei Monate nach der Scheidung anderweitig verheirathet. Wir wissen, welchen Einfluß diese falsche Nachricht auf Jtzele übte, wie sie ihn in die Schlingen UlrinSki'S und zur Taufe trieb. Zippora lebte unterdeß unter falschem Namen in K.; sie hatte einen Sohn geboren, den sie Joseph nannte. Als sie erfuhr, daß ihr Gatte getauft sei, da bannte sie die Erinnerung an ihn aus ihrem Herzen; er war für sie gestorben. Der kleine Joseph wuchs unterdeß heran, sorgfältig geleitet von der Hand der liebenden Mutter; der Großvater, Rabbi Bär, versorgte die Beiden mit den bescheidenen Mitteln, die sie zu ihrem Unterhalte brauchten. Zippora lebte nur für ihren Sohn; er war das einzige Glück der armen, von ihrem Gatten geschiedenen Frau Oftmals fragte das Kind nach seinem Vater. Dann erzählte ibm die Mutter unter heißen Thränen, daß der Vater früh gestorben sei; auch in K. wußte mau es nicht anders. Joseph war ein talentvolles, gutes Kind, dessen höchstes Bestreben war, der Mutter Freude zu machen. Er lernte fleißig, und wenn er auch nicht die bedeutenden lnlagen seines Vater besaß, so machte er doch im Talmud gute Fortschritte. Die Mutter überwachte alle seine Schritte und Tritte, ängstlich bemüht, das geliebte Kind vor dem Loose seines Vaters zu bewahren. A!ö Joseph 15 Jahre zählte, starb sein Großvater; die Großmutter war diesem schon vorausgegangen zur ewigen Ruhe. Rabbi Bär hatte in den letzten Jahren wenig Glück in feinen Geschäften gehabt; als er starb, hinterließ er fast gar kein Vermögen; auch feine Kinder und die von ihm erzogenen Neffen und Nichten lebten nicht in glänzenden Umständen. Diese Verwandten rietben Zippora, sich in ihrer nunmehrigen bedrängten Lage an ihren ehemaligen Gatten zu wenden, der sich als kaiserlicher Justizrath gerade auf der Höhe seines Glückes befand und seinen Geschwistern manche Unterstützung zukommen ließ. Zippora wies aber diesen Gedanken mit aller Entschiedenheit zurück;

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