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Der Israelit · 1868-11-11 · Heft 46 (11.11.1868) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 46 (11.11.1868)
Date
1868-11-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
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«nd Klagen aller Anwesenden zum )'nby n*a, wo die irdische Hülle des Verstorbenen zur Ruhe bestattet wurde, nü^rrv Möge die hartgeprüfte Gemeinde einigen Ersatz finden unter der Leitung des Sohnes des Verstorbenen, der einstimmig zum Rabbiner gewählt wurde. Mögen die Israeliten Fraukirchens fortfahren auf der Bahn der Tugend zu wandeln, auf welche der Dahingeschiedene sie geleitet, denn nur dadurch ehren sie wabrhaft das Andenken des Verstorbenen. Hat doch der Edle nichts hinterlassen als sein nachahmungswürdiges Beispiel. Frankreich. Paris. Den 30. September vereinigte eine rührende Ceremonie eine gewäblte Gesellschaft in den Sälen des Baron Alphonse v. Rothschild. Es war die Besckneidung seines Sohnes, welcher den verflossenen März geboren wurde. Auf den Rath der Aerzte mußte die Beschneidung von Monat zu Monat verschoben werden und konnte erst im 9. Monate stattfinden. - Es war rührend anzusehen, mit welchem Muthe und mit welcher Ergebenheit an unsere religiösen Vorschriften die Eltern die Operation vornehmen ließcn. Schon nach zwei Tagen war das Kind vollständig geheilt. Gott beschützt diejenigen, die zu Seiner Ehre handeln, und Er bewacht Seine Erwählten. (Univ. Jsr.) Paris. Herr vr. Ottenburg hat vom Könige von Preußen den Orden der tönigl. Krone Preußens als Anerkennung seiner Verdienste um die deutsche Colonie in Paris erhalten. (Univ. Jsr.) Paris. Das Sükkoth-Fest wurde in Paris würdig (?) gefeiert. Im portugiesischen Tempel waren eine commnnale .ttd und sech s ptnb. Um diese unglaubliche Armuth an zu verwahren, bewegten sich zwei Bedienstete durch die Reihen der Treuen und boten einem Jeden ein dar, um die vorgeschriebene niro zu sagen. Man kann leicht begreifen, welche Unordnung und welch ein Zeitverlust diese Promenade und dieses Stehenbleiben vor jedem Einzelnen der Anwesenden im Hause Gottes verursacht haben. (Univ. Jsr.) MeH. Unsere geehrten Leser haben gewiß von der fürchterlichen Katastrophe, die vor zwei Monaten in einer Cartätschenfabrik zu Metz sich ereignet, gelesen. In Bezug auf diese wird dem „Courier de la Mosede“ über zwei Glaubensgenossinnen folgendes geschrieben: Ich bitte Sie durch die Spalten Ihrer Zeitung das bewunderungswürdige Benehmen der Fraulein Adele und Regina Beer, Israelitinnen, wohnhaft in der Straße Arsenal, zur allgemeinen Kenntniß zu bringen. Sie waren die Ersten auf dem Platze der Verwüstung und blieben auch bis zuletzt. Auf Alles und Alle richteten sie ihre Aufmerksamkeit, die einen mit Oel begießend und die Wunden Anderer mit ihren eignen Kleidern bedeckend. Mehr als 30 Verwundete haben nur ihre Hilfe gehabt und sagten von ihnen, „daß ihnen Gott Seinen Engel geschickt hat." Diese Thalsache beweist, daß die Aufopferung bei allen Culten zu finden ist." Bei eben dieser Gelegenheit hat die Administration des jüdischen Hospitals sofort dem Commandanten der Stadt, General von Paladineö, das jüdische Hospital und dessen Personal zur Verfügung gestellt, was auch dankbarlichst angenommen wurde. England. London. In London wird eine neue große Synagoge gebaut, die den Namen „central branche synagoge“ erhalten soll. Dieselbe wird 23973 L. (287,676 fl.) kosten, in welcher Summe die Baukosteu für zwei Häuser für Angestellte enthalten sind. Rußland und Pulen. Petersburg Vor einigen Jahren wurden. 23 Juden, die in und um Saratow wohnten und einig. , Glaubensgenossen, die aus Asien dahingekommen waren, um Handel zu treiben, beschuldigt, zwei Christenknaben ermordet zu haben, um Christenblut zur Bereitung der Mazzoth zu erhalten und wurden zu. 20 Jahren, nach den Bergwerken Sibiriens verurtheilt; nur Einer.' überlebte die Qualen; alle Uebrigen unterlagen den Knuten, mit denen man sie heimgesucht, um von ihnen ein Geständniß über ein Verbrechen zu erlangen, das sie nicht begangen. Der einzige Ueberlebende, ein alter, blinder Mann, Vater mehrerer Söhne, die alle als ein Opfer der Justiz gefallen sind, ist jüngst frei gelassen worden und zwar, wie man sagt, auf Veranlassung einer kaiserlichen Prinzessin, die von den schrecklichen Leiden des Verbannten sehr gerührt worden war. Aus Warschau wird dem Pariser „Figaro" Folgendes mitgetheilt: „Vor Kurzem ist in Warschau der Bau des israelitischen Theaters vollendet worden, nachdem das früher erbaute wegen schwacher Construction noch vor seiner Eröffnung aus Befehl der Behörden abgetragen werden mußte. Das Theater, welches ungefähr 800 Personen faßt, ist sehr bequem eingerichtet und im Innern geschmackvoll decorirt. Im Theater werden die wichtigsten Episoden aus dem alten Testamente in rein deutscher Sprache scenisch zur Darstellung kommen. Das Schauspiel-Personal besteht aus über 30 Personen jüdischer Confession; die weib-

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