Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 46 (11.11.1868)
- Date
- 1868-11-11
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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852 ärztliche Kunst in tausend ähnlichen Fällen überhaupt nicht in Anspruch genommen wird. Amtliche Anzeige war nicht zu erstatten, da der Fall sich nach dem Strafgesetzbuche höchstens als eine geringste Körperverletzung ohne Arbeitsunfähigkeit betrachten läßt, welche nicht von Amts wegen, sondern nur auf Anklage des Verletzten bestraft wird. Die voraussichtlich ergebnislose Untersuchung wurde nur auf Anklage des Ehemannes der Beschädigten eingeleitet. Wer aus der Fassung des Artikels sich zu der Ansicht Hinneigen sollte, daß die Behörden von diesem Vorfälle keine Notiz genommen haben, mag sich dagegen gesagt sein lassen, daß sowohl das Kreisamt, als die Bürgermeisterei und die Genödarmerie noch im Verlauf der nächsten Viertelstunde an Ort und Stelle waren und den Sachverhalt zu ermitteln suchten. Wenn wir noch anfügen, daß die hiesige christliche Bevölkerung im tiefsten Frieden mit ihren israelitischen Mitbürgern lebt, die von dem kleinen Unfälle betroffene Frau von Herzen bedauert und über den glücklichen AuSgang desselben beglückwünscht, so wird man unserer Versicherung glauben, daß die israelitische Bevölkerung sich nach wie vor in Neustadt ganz behaglich füylt und in der Ausübung ihres Cultus in keiner Weile gehindert wird. Breslau In dem kleinen Häuflein sogenannter Rabbinen, das vor wenigen Wochen zum besonderen Ergötzen des schaulustigen Publikums in Cassel ein wenig „Judencomödie" spielte, war eö namentlich einer, der sowohl durch die Neuheit seiner Anträge, sowie durch den seltenen Eifer und die förmliche Wuth, alles Alte niederzureißen, vor seinen College» sich anszeichnete, n ä m l i ch H r. Dr. Wiener, Rabbiner zu Oppeln. Seit mehr denn 20 Jahren Rabbiner bicfer friedlichen und ruhigen Gemeinde war Herr Dr. Wiener stets ein Seelenhirte im wahren Sinne des Wortes. Frömmigkeit und Friedensliebe zeichneten diesen Rabbinen vor vielen seiner Gesinnungsgenossen in Deutschland aus, die mit ihren Gemeinden in beständigem Unfrieden lebten. Unter solchen Verhältnissen waren auch sämmtliche religiösen Institute der Gemeinde im blühendsten Zustande. Doch alle diese Zustände veränderten sich mit einem Male durch die plötzliche unerwartete Sinnesänderung des Hrn. Dr. Wiener. Wenn man seit mehr denn 25 Jahren das Amt eines Lehrers in Israel in 3 G meinden mit Ehren versehen hat und plötzlich nach 25 Jahren redlicher und ftrengreligiöser Amtsführung Kehrt macht und all' das was man 25 Jahre hindurch selbst pflichtgetreu beobachtet und seiner Glaubensheerde warm ans Herz gelegt hat, wie mit einem Schlage, als alberne Lüge, als dummes Ammenmährchen bezeichnet und auf dessen Abschaffung in einer eigens hiezu einberufenen Versammlung neologer Rabbiner dringt, so ist das, um mich sehr gelinde auszudrücken, mindestens ein psvchologisches Räthsel, an dessen Lösung vergeblich seit mehreren Wochen eine große Anzahl glaubenstreuer Israeliten Zeit und Mühe angewendet haben. Die Bekehrungsgeschichte des Herrn Dr. Wiener ist eine kurze. Indem derselbe zuerst in der „Zeitung des Indenthumö" seinen Beitritt zur Rabbiner-Versammlung anzeigte und in einem längeren Artikel seine Collegen zu recht zahlreicher Theilnahme aufforderte, war der erste Schritt gethan, mit dem Hr. Dr. Wiener alle Grundsätze seiner 25jährigen Wirksamkeit perhorrescirte und mit Bausch und Bogen ins Lager der Neologie übertrat. Wie leider fast alle Gemeinden Deutschlands ist auch die zu Oppeln keineswegs einer religiösen Gesinnung. Gesetzesübertreter, Schwankende und Gesetzestreue sind hier fast zu gleichen Tbeilen vorhanden. Den Bemühungen des Dr. Wiener dürfte es gelingen, auch das kleine Häuflein Schwankender in sein Lager überzuführen und sich, d. h. seiner Richtung die Majorität in der Gemeinde zu verschaffen. Was hierbei die gesetzestreue Minorität in Oppeln zu thun hat? Was alle orthodoxen Gemeinden Deutschlands bis jetzt mit Entschiedenheit und Zuversicht auf die Hilfe und den Beistand Gottes ange.vendet haben, nämlich — — — Trennung. Wir glauben nicht, daß die achtungswerthe Minorität der Gemeinde, die ja au ch im Vorstände vertrelen ist, vor diesem äußersten Hilfsmittel zurück'chrecken werde, umsomehr da ja Herr Dr Wiener bereits beginnt, die Resultate der Kasseler Berathung in seiner Gemeinde zur Ausführung zu bringen. Zur Ehre der orthodoxen Gemeindemilglieder sei es gesagr, daß sie bis jetzt schon wenigstens öffentlich Protest eingelegt haben gegen die Ansichten und Anträge ihres Rabbiners und daß sie Willens sind energisch vorzugehen, sobald auch nur ein Iota des heiligen Religionsgesetzes verletzt werden sollte. An Euch, Ihr wahrhaft frommen Mitglieder der Gemeinde zu Oppeln, wende ich mich noch zum Schlüsse meines Aufsatzes. Ibr habt ja selbst das Vorgehen Eures Rabbiners als ungesetzmäßig bezeichnet, Ihr babt ja selbst bereits den ersten Schritt auf der verhängnißvollm Bahn gewagt; o, ermüdet nicht und erschlaffet nicht, gebet nicht nach, wenn durch die Anordnungen Eures Rabbiners ein veränderter Gottesdienst statt unserer heiligen und altehrwürdigen Gebete eingeführt wird, trennet Euch von Euren neologen Gtaubensbrüdern, denn nur in der Trennung liegt noch das Heil! Gustav Karpeles. Hamburg. I. A. v. Halle'sche Mrethe Unterstützungs Stiftung nennt sich ein Institut, das Frau Friederike v. Halle, hierselbst, zum Andenken an ihren vor einigen Jahren verstorbenen Gatten, Joel Aron v. Halle sene Ca Zinsen terschied Unglück nicht de terftützt gel nur tung ai bewillig* Anspruä Personei stens 3t welche t thätigkei lung erst zum 1. stehender macht. Halle di I H- $ H Frau F zarus <s gestern x klärt in verstorbe 'genanr werden legenen doch soll Hetzer t btt alt ei 4000 ve Thora ll renb die son Coh ist. 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