Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 45 (4.11.1868)
- Date
- 1868-11-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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831 er von ungerecht verfügten Polizeistrafen, welche auf Handelsgegenstände sich erstreckten, und so war er schon damals der Beschützer und Retter vieler Einzelner. Aber seine Wirksamkeit nahm bald einen höheren Aufschwung, denn sein Arbeiten, rein D'Ds? de^, verschaffte ihm bald Gelegenheit, für das allgemeine Beste der Judenheit eingreifen und wirken zu können. Anfangs der 30er Jahre verließ der jetzige Herr Rabbiner Bamberger zu Würzburg die Fürther Jeschiba, machte sich in seinem Geburtsort Wiesenbronn ansässig, ließ von seiner Frau ein Krämerei-Geschäft besorgen und lernte mit mehreren D'-nm sehr fleißig, was M. R veranlaßte, auch seinen Sohn Jonas bei demselben lernen zu lassen. Hierdurch lernte M. R. gedachten Bamberger näher kennen und ihn als großer ü’cet &rm pD1? achten. Im Jahre 1836 wurden von dem damaligen Minister Fürst Wallerstein Kreis- Comite's berufen, und alle Rabbiner und hierzu erwählte Laien versammelt, die über jüdische Reformen berathen und beschließen sollten. Zu dieser Versammlung wurde auch Bamberger, in der Eigenschaft eines Laien, gewählt. Es war das ein offener Kampf zwischen Neologie und Orthodoxie, und Herr Bamberger war einer der hervorragendsten Führer der orthodoxen Partei. Damals waren in Unterfranken nur zwei Rabbiner, der Oberrabbiner Bing b"\ und der ehemalige Rabbiner Neuburger zu Aschasienburg. Letzterer als Hauptvertreter der Neologie, mit einer außergewöhnlichen Keckheit und unterstützt von dem damaligen Regierungsdirector Grasen von Giech, trieb die Sache mit List und Gewandtheit so weit, daß man das Schlimniste zu befürchten hatte. Allein das energische Eingreifen des Herrn Bamberger ermöglichte es dem M. R., einen Schlußbericht des Regierungspräsidenten von Rechberg zu erwirken, der alle neolegischen Pläne zertrümmerte, das Gefährliche für die Religion dem Ministerium eindringlich vorstellte, so daß das ganze gefährliche Project zu nichte gemacht und ad acta gelegt wurde. Zwei kühne Vorsätze faßte damals Rabbi Mendel Rosenbaum. Erstens: den Rabb. Neuburger zu stürzen und zweitens den damaligen Privatmann Bamberger als Rabbiner nach Würzburg zu bringen. Das erste Vorhaben gelang nach einiger Zeit, weil die Gemeinden mit dem Rabbiner Neuburger sehr unzufrieden waren. Er wurde abgesetzt, wurde Geschäftsmann, und hatte nichts Eiligeres zu thun, als am fücp sein Geschäft offen zu halten. Letzteres Vorhaben hingegen wurde von allen seinen Freunden als tollkühnes Unternehmen bezeichnet, denn wie sollte es möglich sein, einen Mann als Rabbiner nach Würzburg zu bringen, der nickt siudirt hatte, während etliche 30 studirte Rabbinats - Candidaten vorhanden waren! Trotzdem ließ sich M. R. von dieser Idee nicht abbringen und fing an, einstweilen um Dispensation von den Universitätsstudien für Herrn Bamberger nachzusuchen. Zur damaligen Zeit war der Streit zwischen in"o ijttiDDNn und Dr. Loewi in Fürth in höchster Flamme, und schon hatte Loewi beinahe Alles besiegt, da griff nun M. R. als Bevollmächtigter der Orthodoxen in Fürth in diesen Streit ein, war sehr oft 6 — 8 Wochen lang in München und verschaffte sich solchen Eingang bei allen hohen und höchsten Beamten, daß die Nanp xi2n in Fürth, die durch vr. Loewi und die Behörden aufgehoben war, wieder in ihre früheren Rechte eingesetzt und brachte es nach einer Arbeit vieler Jahre auch dahin, daß es der Gemeinde Fürth anheimgegeben wurde, ob sie Loewi auch noch ferner als Rabbinen behalten wolle. Es war dies zur damaligen Zeit eine Riesenarbeit. denn die ganze neologe Partei nahm sich des Loewi an, und die Sache gestaltete sich zum Principienkampf. M. R. kämpfte aber msoi :e’?j ‘221? b?2, selbst wenn seine Gesundheit in Frage stand. Er reiste einmal nach München bei 27 Grad Kälte, zu einer Zeit, da inan noch 27 Stunden zur Reise brauchte. Die Abstimmung in Fürth fiel zwar zu Gunsten Loewi's aus; allein er erhielt die stricte Weisung von allerhöchster Stelle, von dem Bestehenden durchaus nichts abbringen zu dürfen. Bei diesem heißen Kampfe, der viele Jahre dauerte, und M. R. eine große Bekanntschaft verschaffte, besorgte derselbe auch die Angelegenheit des Herrn Bamberger. Was als reine Unmöglichkeit geschienen, wurde unter himmlischem Beistand erzielt. Herr Bamberger erhielt die Dispensation und die Befähigung als Rabbinats-Candidat. Als dies bekannt wurde, bemächtigte sich die Presse der Sache, und es erfolgte ein WuthauSbruch gegen M. R und Bamberger, der fast keine Grenzen kannte. Alle Hebel wurden in Bewegung gefegt, alle Schmähungen losgelassen und den Landleuten beizubringen gesucht, es stünde ihr ganzes politisches Heil in Frage. Aber all dieses schreckte M. R. nicht ab; er hatte das große Werk begonnen und arbeitete es rastlos durch; er erzielte dann auch 1840 eine große Majorität bei der Wahl für Bamberger. Noch nach der Wahl protestirten die Neologen gegen die Bestätigung, aber auck diese Protestation wurde durch das Eingreifen des M. R. verworfen und Herr Bamberger als Rabbiner bestätigt. Hiedurch wurde der Neologie überall, dock namentlich in Bayern, eine unheilbare Wunde geschlagen, denn dieser würdige Mann errichtete vor Altem wieder eine Jeschiba in Würzburg, entfaltete eine Thätigkeit, welche die höchsten Erwartungen übertraf, verschaffte sich die vollste Anerkennung der Behörden, selbst der allerhöchsten Stelle, und lieferte der Welt den Beweis, was ein einziger Mann im Stande sei zu leisten, wenn seine nm? rein D’Cip Dtp1? ist. Nun wendete M. R. seine Thätigkeit auch der