Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1868-10-28 · Heft 44 (28.10.1868) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 44 (28.10.1868)
Date
1868-10-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447343-2447385--06593-2462156
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

816 geugeht, sondern daß das Bestehen der Welt lediglich von dem Willen des Allweisen abhängt. Aus ähnlichem Grunde mußte auch das Opferthier mindestens acht Tage alt sein, daniit, wie die Weisen lehren, dasselbe einen Sabbat erlebt habe; denn der Sabbat und der Opfercultus haben dieselbe symbolische Bedeutung: die thatsächliche Darstellung, die lebendige Bethätigung der Lehre von der Schöpfung. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen Deuischla n d. Mainz, den 25. Oktober. Die in Bukarest in rumänischer und französischer Sprache erscheinende Zeitung „L'Echo Danubien“ hat die von unserm geschätzten Mitarbeiter, Herrn Emanuel Leser, in diesen Blättern mitgetheilte historische Arbeit: „die Emancipation der Juden in Frankreich," ins Rumänische übertragen und den ersten Theil in ihrer Nummer vom 17. d. M. veröffentlicht. Wir erlauben uns mit Gegenwärtigem die Redaction der erwähnten Zeitschrift darauf aufmerksam zu machen, daß sie vergessen hat, den Verfasser zu nennen, sowie unsere Zeitschrift, der sie den genannten Aufsatz entlehnt. Aus Neustadt i. O. wird dem „Franks. Journal" berichtet, daß daselbst am Abend des Versöhnungsjagcs auf vier aus der Synagoge kommende Frauen geschossen wurde. Eine der Frauen, die noch dazu guter Hoffnung ist, wurde derartig am Kopse verwundet, daß sie ohnmächtig nach Hause getragen werden mußte. Wie der Correspondent des F. I. vermuthet, ist lediglich Religionshaß der Grund dieser fürchterlichen Ausschreitung. Verläßliches wird bn eingeleitete Untersuchung ergeben. — CI München, im Oktober. (Statistisches). Das „Internationale Lyceum in Konstantinopel wird bereits eine so blühende Anstalt, daß ihre Frequenz schon jetzt auf 379 Zöglinge gestiegen ist. Davon sind 146 mohammedanische Zöglinge, 23 armenischkatholische, 56 gregorianisch-armenische, 48 griechische, 32 römisch-katholische, 35 bulgarisch-griechische und 39 israelitische Zöglinge. Die Unterrichtssprache ist die französische. — Das Großherzogthum Baden zählt nach den neuesten statist. Erhebungen für 1867 eine Bevölkerung von 931000 Katholiken, 475,918 Protestanten, 25,599 Israeliten, 13,019 Mennoniten, 366 Deutschkatholiken und 4 Mormonen. — Die jüngste Zählung in Irland ergab für den Zeitabschnitt 1861—67 Katholiken: 4,490,583. Die englische Staatskirche zählt 676,661; Protestantische Dissidenten: 594,977 und 322 Israeliten. — Die Provinz Hannover erhielt eine Summe von 500,000 Thlrn. jährlich zugewiesen, darunter sind Unterhaltung und Unterstützung des jüdischen Schul- und Synagogenwesens dieser Provinz begriffen. — Würzburg, im Oktober. Nachdem am Schluffe des vorigen Schuljahres der israelitischen Lehrerbildungs-Anstalt dahier drei Zöglinge die allgemeine Austrittsprüfung am hiesigen Schullehrer-Seminar sehr gut bestanden haben und bereits mit Anstellungen versehen sind, fand am 12. und 13. d. die Aufnahmsprüfung statt. Außer dem Vorstande der Anstalt, Herrn DistrictS-Rabbiner S. B. Bamberger dahier, fanden sich auch Herr Distr.-Rabb. Adler von Aschaffenburg und der königliche Prüfungs - Commiffär Lochner von hier hiezu ein. Es wurden hierbei sieben Zöglinge als zur Aufnahme befähigt erklärt, die auch Aufnahme fanden, so daß die Anstalt gegenwärtig von 21 Zöglingen besucht wird. Heilbronn, 8. Oct. Am vorigen Sonntag-Abend hielt der^hiesige israel. W oh lthätigkeiisverein im ^aale'zum „Württemberger Hof" eine außerordentliche Generalversammlung seiner Mitglieder ab, in welcher die — in Folge der Anlegung eines eigenen israelitischen Friedhofs auf städtischer Markung nöthig gewordene — Revision seiner Statuten zur Berathung gebracht wurde. Der hiezu vom Ausschuß vorgelegte Entwurf wurde von der Versammlung fast einstimmig genehnn'gt und dabei den Principien, welche bei Beerdigungen auf Einfachheit und Pietät Rücksicht nehmen, der Vorzug eingeräumt. Dieser vor 7 Jahren gegründete Verein, im Besitze eines rentirenden Vermögens von circa 1200 fl., zählt jetzt, einschließlich der neuesten Angemeldeten, 67 Mitglieder und umfaßt also etwa 2/$ aller Kirchen - Gemeindegenoffen. Derselbe übernimmt, obgleich seine Einnahmen sich aus ein Eintrittsgeld von 15 fl., einen Jahresbeitrag von 2 fl. 24 kr. und auf freiwillige Spenden beschränken, für seine Mitglieder nicht nur sämmtliche Beerdigungskosten, als für Leichenwärter, Leichenschauer, Leichenordner, Sarg, Leichenwagen, Begleitung, Träger, Todtengräber und Grabfläche, sondern die Vereinskasse stellt und bezahlt auch Krankenwärter, die Mitglieder besuchen die Kranken nach einer bestimmten Reihenfolge, leisten Sterbenden den üblichen religiösen Beistand und versammeln sich im Trauerhaus zu Gebeten und Vorträgen zum Heile der Verstorbenen in der Trauerzeit. Es darf erwartet werden, daß in Kurzem alle Gemeindegenoffen in ihrem eignen Interesse dem Vereine beitreten werden und dann das Kirchenvorsteheramt in der Lage sein wird, dem Verein die Ueberwachung und Ausführung der Leichenordnung für die ganze Kirchengemeinde zu übertragen. Rühmlich verdient noch er-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.