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Der Israelit · 1868-10-21 · Heft 43 (21.10.1868) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 43 (21.10.1868)
Date
1868-10-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
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IX. Jahrgang. suchung großen >n wien fort- :s, die gesagt, mutzen, welcher r; Ulen seii seinen Leisung eborene ßpfaden gekehrt, Kowno leges V aß Du ier sehr % müsse täuscht sise und U iiespräck md ries r, dac ono." Horchte, n Eift^ zu kr< »lockend, sich dii Kit lau Kutsche, »endige, m Eise Senden meinen lgt.) _ indruck Beilage za Nr. Leitende r t i£ c l. Die Flllascha's. Nach dem Berichte Joseph Halevy's über seine Mission, erstattet dem Central-Comite der All. Isr. Univ. (Fortsetzung.) Die Traditionen, welche die Falaschas über ihren Ursprung haben, stellen sich in einen: Gemisch von Mythe und Geschickte dar, welche schwer auseinander zu wickeln sind. Sie erzählen über die Zeit ihrer Einwanderung in das Land dieselben Umstände, wie ihn die Christen miitheilen. Sie behaupten, Abkömmlinge zu sein von den jüdischen Delegirtcn, welche einen Ehrcnzug für Maqueda, die bekannte Königin Saba und für ihren Sohn Melinek, welcher den König Salomon zum Vater hatte, bildeten. Sie haben nur unbestimmte Erinnerungen von dem, was seit der christlichen Aera sich zngetragen hat. Sie wissen, daß sie in der frühern Zeit ein unabhängiges Königreich hatten unter der Autorität von Königen und Königinnen , welche Gideon und Judith hießen; man spricht in einigen Provinzen noch davon. Ein ehrwürdiger Greis, Namens Abba Gidon, welcher in Semen wohnt, wird dafür anerkannt, daß er ein Nachkomme der aestürzten Dynastie, deren Namen er! trägt, sei. Der Exgouvernenr von Semen, Oubie, , welcher sick zur christlichen Religion bekennt, glaubt z fest, daß seine Familie von diesen jüdischen Königen seit sieben Geschlechtern abstammt. j Die Wiederherstellung der jüdischen Nationalität! ist einer der hauptsächlichsten Glaubenssätze der Falaschas. Sie haben keine Lehre über die Ankunft des Mfssias. Sie nennen selten den Namen Messias, um oamit den künftigen Führer der Nation zu bezeichnen. Sie nennen ihn „ Sohn des Löwenals Anspielung auf seinen Ursprung, welcher vom Stamme Juda sein wird. Manchmal heißen sie ihn auch „der große Theo-! dorus," den ckiliastiscken Legenden des abessynischen! Volkes entlehnt. Als sie zum erstenmale die Missionäre! fest behaupten hörten, daß der Messias schon gekomj men wäre, beeilten sie sich dem vermeintlichen Ober-! Priester zu Jerusalem zu schreiben, um zu erfahren, ' ob diese Nachricht wahr wäre. Ihre Absicht war eine j sehr gute, und wenn sie eine bejahende Antwort erhal-! ten hätten, würden sie in Masse das Land ihres Exils | verlassen haben. Im Charakter der Falaschas ist ein Zug, der sie vortheilhaft von den andern Völkerschaften Acthiopiens 43 des Zsraelik. j auszeichnet. Im Gegensatz von den Abessyniern, welche j behaupten, Alles zu wissen und von ihrer Würde zu j verlieren glauben, wenn sie Etwas von den Europäern! lernen sollten, gesteht der Falascha seine Unwissenheit zu und zeigt eine große Lust, sich belehren zu lassen. I Weniger träge und scharfblickender als die Leute der i andern Völkerschaften, haben die Falaschas die Gabe, i in kurzer Zeit sick zu entwickeln und sick die Sitten i der civil innen Nationen anzueignen, j Die Zahl der Falaschas scheint ziemlich beträckt- , lich zu sein. In Folge der großen Ausdehnung des j Landes und der isolirten Lage ihrer Niederlassungen j ist es unmöglich, eine vollständige statistische Tabelle! ihrer Einwohnerzahl zu errichten. Der Mangel an i Sicherheit, welche die Bewohner der Ebene zwingt, j ein Asvl in den Gebirgen zu suchen, vermehrt noch j die Schwierigkeit. Die weiten und fruchtbaren Ebenen j von Dembea und Begunmedar, welche ehemals eine! starke Bevölkerung hatten, bieten jetzt den Anblick einer Einöde. Die Bevölkerung ist decimirt oder ansgewandert. Indessen war ich so glücklich, genaue Daten von einem großen Tbcil der jüdischen Bevölkerung zu erlangen. Meine Liste enthält nicht weniger als '160 Orte mit ihren Namen und eer Zahl ihrer Einwohner, welcke mehr als 11000 Familien, d. i öO bis; 60 Tausend Seelen beträgt. Wenn man betrachtet, daß die Iaht der Dörfer und Flecken im Ambara-Lande nicht zu berechnen ist, und daß fast jedes dieser Dörfer eine mehr oder weniger große Anzahl von Falasckas-Familien enthält, so ist man berechtigt, zu behaupten, daß die Total - Zahl der Falaschas das dreifache der angegebenen Liste, d. i. 30-40000 Familien oder 100-^00,000 Seelen erreicht. Sie bilden demnach fast die Hälfte der Bevölkerung des Landes. Die Verbindungen der Falaschas mit den Ambaras sind nicht weniger als einfach. Der Abessynier hat den Inden nöthig, daß er ihn mit den notbwendigsten Werkzeugen des Feldes und Haushaltes versieht; obgleich er ihn als Untreuen und Gottesmörder betrachtet, haßt er ihn doch nicht; der Aberglaube hat im Gegentheile den Falaschas das Privilegium in der Magie und in dm Geheimkünsten zngetheilt; sis sind dadurch für alle AmharaS ein Gegenstand der Furcht. Bis zum Anfang der Regierung des Theodorus konnten die Juden Staatsdienst erlangen. Diestr König, der die verschiedenen Culte vereinigen wollte , entfernte sie mit Gewalt von demselben. Dann kamen die Proselytenmacher (Missionäre), denen es gelang, die Verfolgung gegen eine harmlose Bevölkerung zu veranlass

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