Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 43 (21.10.1868)
- Date
- 1868-10-21
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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799 : (Feiernde t der : sind Herr , der nsgedes den . Peer zu >rückmit einchten, sich l der s hat ster- Als heilt, vahh in verh eit dem igene ung" l der aben wohrache ähn ich ne :in!us nöj Ar. liste l die cheit iinirnge digt rnk- Galatz. Ueber die letzten Judenverfolgungen in G alatz wird einem hiesigen Blatt geschrieben: Die erste Veranlassung war eine sehr geringfügige und soll in einer Prügelei zwischen rumänischen und jüdischen Knaben bestanden haben, an welcher sich bald die beiderseitigen Angehörigen betheiligten, bis endlich der ganze christliche Janhagel von Galatz gegen die Juden zu Felde zog. Nach dem Beispiele der Hauptstadt zerstörte man zuerst die jüdischen Gotteshäuser und warf den jüdischen Privathäusern die Fenster ein; aber trotz der Uebermacht des Pöbels vertheidigten sich die Juden diesmal hartnäckig, so daß es auf beiden Seiten blutige Köpfe und ernsthafte Verwundungen setzte. Die Polizei konnte die eingerissene Gesetzlosigkeit nicht mehr bewältigen und eö mußte die Garnison von Galatz ausgeboten werden, um die Ruhe und Ordnung wieder herzustellen. Rumänien Ein Norddeutscher, Fischet aus Halber st adt, erzählt in einem Schreiben an die „N. fr. Presse" die Unbill, die er trotz richtig befundener Legitimationspapiere von Seiten der Behörden in Rumänien erfahren habe. Wir geben nachstehend den Wortlaut des erwähnten Schreibens: „Herr Redacteur! Sie haben wiederholt die schnöde Rohheit, womit in Rumänien, dem Geiste des neunzehnten Jahrhunderts zum Hohne, die Bekenner des mosaischen Glaubens mißhandelt wurden, an einzelnen Fällen gegeißelt. Man hat nichts Besseres gewußt, als abzuleugnen; ich kann Ihnen ein Erlebniß erzählen, das ein neuer Beleg für die Wahrhaftigkeit Ihrer Nachrichten ist. Einen Tag vor dem israelitischen Neujahrsfeste wollte ich ein Schiff der österreichischen Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft verlas?en, um den Vorschriften meiner Religion getreu, mähend der hohen Feiertage nicht zu fahren, sondern bis deren Ablauf in Turn-Severin zu verbleiben. Als in letzterem Orte landen wollte, prüften die Wachen Me Papiere und fanden zwar diese, aber nicht das : Ordnung, daß, wie daraus erhellte, ich ein Jude K Man verweigerte mir den Aufenthalt auch für m Frist, wenn ich nicht „Garantie" leiste; ich weiß cht, welcher Art und zu welchem Behufs. Da ich -schloffen war, die Reise wider die religiöse Satzung cht fortzusetzen, und es eher darauf ankommen lassen oollte, Gewalt über mich heraufzubeschwören, wurde ich wirklich von den Bewaffneten vom Lande zurückgelrieben. Erft als ein höherer Vertreter der Behörde hinzukam, wurde mir für wenige Tage der Aufenthalt in Turn-Severin gestattet, aber man nahm — wahrscheinlich zur „ Garantie" — meine Habseligkeiten, außer meinen ganz und gar gehörig befundenen Ausweisen. Ms ich zur vorher bestimmten Stunde abreisen und mein Eigenthum, wie verabredet, wieder an mich nehmen wollte, waren die betreffenden Herren abwesend; ich versäumte die Gelegenheit des Schiffes und hatte eine Reihe von Unannehmlichkeiten. Alles das verschlägt aber nichts, da ich dagegen so glücklich war, zu erfahren, was Rumänien unter einem der wohlerzogensten deutschen Fürsten geworden, und da ich die Ehre habe, Ihnen mitzutheilen, daß Ihre Mittheilungen über Barbarei in Rumänien wahrheitsgetreu waren." Feuilleton. Water und Sohn. Zehntes Kapitel. Utrinski. Wir haben bereits oben erwähnt, daß der Freiherr von Ulrinski, des Justizraths Rosenstrauß Schwager, eine durchaus sinnliche Natur war, deren Heftigkeit nur noch von dem unbegrenzten Ehrgeize übertroffen wurde. Wenn sich ein sinnlicher Genuß ihm bot, so kannte er keine Rücksichten, scheute keine Gefahr, um den Sinnenreiz zu befriedigen; nach erfolgter Sättigung aber gewann der Ehrgeiz wieder die Oberhand, und kein Mittel war ihm zu schlecht, wenn eö nur die üblen Folgen seines ausgelassenen Lebenswandels zu verhüten im Stande war. Nach der Verheiratung ihrer Tochter hatte Frau von Ulrinski, der es zu einsam in Schlosse geworden, ein junges Mädchen, die Tochter eines subalternen Beamten aus Kowno, als Gesellschafterin zu sich genommen. Kathinka Meliska war sehr schön, und als Ulrich einst einige Wochen bei seiner Mutter zubrachte, machte das junge Mädchen einen großen Eindruck auf ihn; er versuchte dasselbe zu gewinnen, und da Kathinka widerstand, so versprach er ihr die Ehe. Einige Monate waren unterdeß verflossen; Ulrich hatte sich wiederum Urlaub zu verschaffen gewußt und brachte denselben bei seiner Mutter zu; aber der alte Meliski, ein ehrenfester Beamter, hatte von der Gefahr vernommen, in welcher seine Tochter schwebe; er beeilte sich, an die Baronin zu schreiben und die sofortige Rückkehr seiner Tochter zu verlangen. Wenige Tage nachher erhielt der alte Mann einen Brief von Ulrinski mit der Trauerbotschaft, daß Kathinka in Folge eines Gehirnschlages plötzlich verstorben sei. Der unglücklichen Greis ahnte Schreckliches. Er lief zum Gouverneur. „Excellenz," rief er, „ich und mein armes Kind, wir sind das Opfer einer schändlichen Jntrigue geworden. Man hat meine Tochter entehrt und dann ermordet! Rächen Sie mich, Excellenz, rächen Sie mich!" Und schluchzend warf sich der hartgetroffene Mann dem Gouverneur zu Füßen.