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Der Israelit · 1868-09-23 · Heft 39 (23.9.1868) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 39 (23.9.1868)
Date
1868-09-23
Page
– (sequence 10)
Language
German
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742 Demnach ist weder durch Erschweren noch durch Erleichtern, wenn Letzteres auch möglich wäre, eine Besserung zu suchen. Wenn also dennoch eine Abhilfe angestrebt werden soll, so müssen wir einen andern Weg einschlagen und dahin trachten, daß wir die zerstreuten noch immer vorhandenen echten Jehudim unterstützen und ihnen eine Centralisation anbahnen. So traurig unsere religiösen Verhältnisse sich auch gestaltet haben, so bleibt doch n"a in jeder Gegend der Satz richtig 8t> o. Diese einzelnen Kräfte müssen gehörig benützt werden, und bei ihrer Vereinigung kann Vieles und Großes geschehen. Wir haben in politischer Beziehung ein Vorbild an der Alliance israelite zu Paris. Ueberall, wo es noththut, wendet man sich an diesen Centralpunkt, und ihre Wirksamkeit hat schon bedeutende Resultate geliefert; warum soll Aehnliches nicht auch in religiöser Beziehung möglich sein? Mein unmaßgeblicher Vorschlag geht nun dahin, daß man den projektirten rosy '^Q^-Verein alsbald ins Leben ruse und damit einen m '->vi^-Verein verbinde *). Die vorläufige Aufgabe dieses Vereins soll dahin gehen, einen Centralpunkt für alle einzelne orthodoxe Juden zu bilden. ES gibt viele treue Glaubensbrüder, die leider unter dem Zoche sogenannter Rabbiner seufzen, wie solche die Kasseler Comödie uns in nackter, wahrer Gestalt zeigte. Sehr viele würden mit Freude gegen solche waj anftreten und mit Feuereifer für die heilige Religion ihrer Väter einstehen, wenn ste nur der gehörigen Unterstützung gewiß wären. Haben wir aber einen Centtalpunkt geschaffen, an den sich solche bedrängte Glaubensbrüder wenden können, setzen sodann alle Zweigvereine ihre Thätigkeit mit ein, dann kann Großes und Ersprießliches geleistet werden. Man lese nur beispielsweise den Artikel aus Kassel in Nr. 37 des „Israelit" und man wird die Wichtigkeit einer solchen Organisation schon einsehen. Es gibt .-."2 noch in allen größeren Städten orthodox-gesinnte, wahrhafte Jehudim, die gerne ein Comite bilden und wo es gilt, die hjidk zu erhalten, freudig nach Anleitung des Centralcomite's ihre Thätigkeit entfalten werden; es dürften alle gerechten Klagen in religiöser Beziehung ebenso der Abhilfe entgegensehen, wie die in politischer Beziehung durch die „Alliance israelite. “ Es widerspricht ein solcher Verein durchaus nicht dem ursprünglichen na» ni3i[ff--$erein; vielmehr erreicht man hierdurch mittelbar was unmittelbar schwer zu erreichen ist. Werden die guten Kräfte vereinigt, werden jene Quasi - Rabbinen entlarvt und unschädlich gemacht, dann werden neue Kräfte stch vereinigen, eine neue religiöse Jugend wird sich heranbilden, die selbst *) Anm. der Red.: Wir werden s. G. w. gleich nach den Feiertagen die nöthigen Schritte zum endlichen Jnslebentreten des genanntm Vereins thun. darauf bedacht ist, den nattf so gut als andere Gebote heilig zu halten, und dadurch würde am besten der rr^-Verein sein Ziel erreichen. Ich will und kann für heute nicht näher auf die Organisation dieser Haupt- und Zweigvereine eingehen, weil ich zuvörderst abwarten muß, welche Aufnahme dieses Projekt finden wird. So viel glaube ich sagen zu sollen, daß wenn man ein Nebel heilen will, man an der Wurzel zu beginnen hat, und daß jenen Quast- Rabbinern ein großer Theil der Religivnsverderbniß zuzuschreiben ist, das unterliegt keinem Zweifel. Wirken wir nur gemeinschaftlich, und es wird nicht zu schwer sein, die Stellung von Männern zu » erschüttern, die zu gar nichts nütze sind; denn bei den I Orthodoxen haben sie keinen Werth, und für die I Neologen sind sie ein reiner Luxusartikel. Jhre Ueber- I flüssigkeit scheinen diese Herren auch zu verspüren, I daher die thörichten Luftsprünge, wie solche in Kassel I zu Tage getreten sind. I Und nun wünsche ich Ihnen von Herzen ün"i2, I und erflehe für vxiL" to ein nyw'i ntwo iw, wo- I durch doch allein radicale Heilung möglich ist. I E. R. Rosenbaum. I Mainstockheim Es sei uns gestattet, dem I Leserkreis dieses geschätzten Blattes, dessen Blüthe wir I' mit größter Befriedigung sich immer reicher entfalten » 1 sehen, die Correspondenz in der Beilage zu Nr. 19 des »! „Israelit" — Schrimm, Provinz Posen — hiermit zu I' bestätigen. I: vr. S. Stiebel aus Schrimm besuchte mit seiner I jungen Gemahlin seine hier wohnenden Eltern und Ge- » schwister. Von dem hiesigen Kultus-Vorstände ausge- I fordert, erfreute uns Dr. Stiebel am vergangenen I D'BEttf 's in der hiesigen Synagoge mit einer Rede, I : welche auf die Herzen aller Zuhörer einen überwältigenden I Eindruck hervorbrachte. I Nachdem der verehrte Redner im Eingänge mit I tiefgefühlten Worten das Glück und die hohe Seligkeit I, zu schildern versuchte, die ihm der heutige Tag durch I die Verkündigung des göttlichen Wortes an dieser ge- E heiligten Stätte verschaffte, ging derselbe zur eigent- I lichen in allen ihren Theilen wohl durchdachten und von E echt jüdischem Geiste durchwehten Rede über. E Der Text: *pa an '1 'ii2t> -pja toi, welcher i. vom Redner auf sehr sinnige Weise erklärt wurde, E gab ihm Gelegenheit, über Erziehung und Unter- E richt der Jugend in so erhebender Weise zu sprechen, E daß alle Zuhörer tief ergriffen waren, und den be- E geisternden und hinreißenden Worten in tiefer Stille E und Andacht lauschten. Gewiß werden diese anregenden E Worte noch lange in den Gemüthern der Gemeindeglieder E nachhallen? Möge diese Anerkennung des Verdienstes dem hochverehrten Redner ein Zeichen unseres Dankes und eine

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