Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 39 (23.9.1868)
- Date
- 1868-09-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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736 aber für beit Großhandel, fein sehr geschäftsreicher Tag; so daß für den größeren Theil der hiesigen Geschäftswelt durch ein wenig Mehrarbeit am Freitage für den Sonnabend gar Nichts zu thun übrig zu bleiben brauste. Dazu kommt, daß unsere Glaubensgenossen sich ill der Geschäftswelt einer solchen Bedeutung, eines solchen Einflusses erfreuen, daß ihr vereinter Beschluß, am Sonnabend ihre Geschäftslocale zu schließen, das Allgemeingeschäft an diesem Tage aus ein noch geringeres Maaß beschränken dürfte. Und in wenigen Monaten, nachdem es erst bekannt geworden, daß "die Juden sich alles Geschäftsbetriebes am Sonnabend enthalten, durften alle Geschäftserledigungen zwischen Montag und Freitag erfolgen. Schließt ferner unser jüdische Nack bar sein Geschäft am ecnnabend gleich uns, so wird Keiner von uns benachtheiligt sein. Denn der christliche Kunde wird mehr Vertrauen in unsere Rechtschaflenheit und Zuverlässigkeit setzen und dann um so lieber an solchen Tagen mit uns zu thun haben, an denen dieses sich mit unseren Religions-Verordnungen verträgt. Und unsere jüdischen Kunden werden sich schämen, einem Iehudi zuzum uth en , daß er am Sonnabende, ihrem gemeinschaftlichen Sabbat, t h m auiwarte! Ja, gewiß! mir ein unbeträchtliches Opfer wird von uns verlangt, nur ein klein wenig jener religiösen Begeisterung, nur ein Funken jenes moralischen Feuereifers, welche unsere Vorfahren befähigten, ohne Zaudern und Bedenken ihre Schätze und selbst ihr Leben für ihre Religion darzubringen. Doch müssen wir Alle, wie ein Mann, zusammenstehen in dem Entschlüsse, uns loszumachen von dem erstarrenden Moraste des Jndifferentismus. Dieses MUß unverzüglich geschehen, wenn wir nicht zu spät kommen wollen! Es kann geschehen! Sagen wir uns denn, eingedenk unserer glorreichen Vergangenheit und der von unseren Vätern gezeigten Mannhaftigkeit: es spll geschehen! Und mit Gottes Hilfe, welche die Juden, wenn dieselben in entscheidenden Momenten für die gute Sache und Ihn eintraten, noch nie im Stiche gelassen hat: es rvird geschehen! Und die Welt wird erfahren, daß die amerikanischen Juden noch lebenskräftige Zweige sind vom alten Edelstamme, daß üe eine Weile schlummern, aber nimmer so tief schlafen konnten, um den Ruf: „Zur Fahne!" zu überhören. Dieser Ruf, Brüder! ergeht jetzt an euch. Er wird denen unter euch, welche zu hiesigen Synagogen - Gemeinden gehören , noch naher gebracht werden in der direeten Frage: dn nrux übn willst du zu uns stehen oder nicht? Ihr werdet euren mit Spannung eures Bescheides harrenden Glanbensbrüdern Antwort daraus zu geben haben, ob ihr ihnen beistehen wollt bei dem Wlederbau des erhabenen Tempels des Judenthums dessen Haupttragpfeiler: den Sabbat, tief auf festem Grunde zu errichten. Denket daran, daß, wer das geringe Opfer verweigert, welches von ihm verlangt wird, Paria wird, wo er Peer sein könnte. Denket daran, daß jeder Einzelne durch sein Beispiel auch auf Andere einwirkt und seine Verantwortlichkeit mit seinem Einflüsse wächst. Denke Jeder daran, daß er nicht allein ßeht! Ein Polyp mit vielen Tausenden von Fängen in urdenkliche Zeiten zurückreichend, schließt seine Arme um dich, Jehudi! und hält dich mit eisernem Griffe an deine Religionsgenossenschaft. So geht dein Wohl mit dem ihrigen, deine Ehre mit der ibrigen untrennbar zusammen. — Macht die Welt die jüdische Gesammtheit verantwortlich für den einzelnen Inden: so hat diese das Recht: von dir zu verlangen, daß du ihre Wohlfahrt und ibre Ehre zu deiner machst. Und diese letzteren erheischen, — soll das Jndenthum nicht kommenden Generationen verloren gehen, —: daß der Sabbat schleunigst in seine Rechte wieder eingesetzt, daß ihm seine Heiligung wieder erobert werde! Jetzt gilt es, dafür cinztreten, — jetzt oder nie! Das Erecutiv-Comite, die nachstehenden Synagogen - Gemeinden der Stadt New-Aork: Adath Jeschurun. Adereth El. Ahavath Chesed Anshi Chesed. Beth Cholim. Beth El. Beth Hamidrash (Allen Str.). Beth Hamidrash (Hagodol). Beth Israel. Bikur Cholim. Bikur Cholim Ukadisha. B'nai Israel. B'nai Jeshurun. B'nai Sholem. Derech Emuna. Temple Emanuel. Mishkan Israel. Pool Tsedek, Rodeph Sholem. Shaari Berocho. Shaari Rachmim. Shaari Tefi'a. Shaari Tsedek. Shaari Hasbamaim. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Kitzingen, im September. Bezugnehmend aus meine Correspondenz in Nr. 18 dieses geschätzten Blattes, die Wahl eines Rabbiners für den Nabbinatsbe zirk Mainbernheim betreffend, habe ich Ihnen heute nach -"> Monaten mitzutheilen, daß der von gewisser Seite gegen die Wahl des Hrn. Rabb. Cand. Immanuel Adler erhobene Rekurs, sowohl von h. Kreisstelle als auch vom allerhöchsten Staatsminisierium als unbegründet erachtet wurde, und dem zufolge Herr- Adler am 14. v. M. beim Bezirks-Amte Kitzingen verpflichtet worden ist, und am 7. Sept. seine Stelle in Mainbernheim — woselbst der Rabbinatssitz vorerst verbleibt — angetreten hat. Am 13. d. wird