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Der Israelit · 1868-09-16 · Heft 38 (16.9.1868) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 38 (16.9.1868)
Date
1868-09-16
Page
– (sequence 19)
Language
German
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731 verdoppelt? Um uns zu lehren, daß die Gotteslästerung (dem nmn) dem Nichtjuden ebenso wie dem Juden verboten ist." Aeber Ursprung und Character der hebräischen Sprache. Von vr. Aron Hirschfeld. (Fortsetzung.) Da aber durch die Einsilbigkeit des Wortes der in demselben bezerchnete Gegenstand nicht vollkommen ihn ganz erfassend und deckend ausgedrückt werden konnte: so mußte natürlich sehr bald noch ein anderes Wort, mit dessen innern Verschmelzung erst der in dem einen Worte nur annähernd bezeichnete Gegenstand seine vollkommene Bedeutung erlangt hat, dem andern hinzugesügt werden, wobei aber durch die innige Auflösung der beiden zu einem Worte ein Buchstabe von ihnen wohl elidirt oder assimilirt worden ist. Oft aber sind dabei alle Buchstaben beibehalten worden, wodurch die qu-rdralitoras entstanden sind. Daß aber zur Bezeichnung eines Begriffes zwei einsilbige Wörter, die in ihrer Verbindung erst den Begriff vollkommen aussüllen, wirklich zusammenverschmolzen worden sind, zeigt übrigens noch der ganze Bau der Verben und Nomen. Üm nur einige Beispiele als Beleg anzuführen, nehmen wir das nomen buckelig, höckerig an, das von dem Stamm .121-2;, hoch sein, wie das deutsche „Höcker" von „hoch" abgeleitet ist. Da aber der einfache Name nur „hoch sein" bedeutet, so ist, um den Begriff eines Buckligen vollkommen in e inem Worte zu manifestiren, noch aus einem uns unbekannten Grunde ein am Ende deö Wortes hinzugekommen, welcher Buchstabe jedoch wahrscheinlich ein Theil eines andern Wortes ist, das mit 7:2.: zusammengencmmen zu einem Worte verschmolzen, vollkommen die Bedeutung eines Buckeligen involvirt. Dasselbe gilt auch von dem aus derselben Radix entstammenden Bornen „Käse", von seiner runden, buckclähnlichen Gestalt so genannt. Um jedoch nicht bei diesem einen Beispiele stehen zu bleiben, so möge noch ein anderes hier Play greifen und zwar das Wort n^"]^ Vorhaut, dessen eigentliche Wurzel nicht anders als -jjjf, „Haut" ist. Das b am Ende des Wortes ist entweder als Diminutivbuchstabe und durch dieses heißt das Wort ein Häutchen*) oder ist der abgekürzte Theil eines andern Wortes, das mit der Radix sy verbunden vollkommen den Begriff von Vorhaut in sich schließt. So sind auch aus demselben Grunde die Partikeln wie auch ein großer Theil der Hauptwörter einsilbig geblieben. Auch die verba geminata scheinen auf diese Weise entstanden zu sein, daß nämlich zu diesen wahrscheinlich ein ähnlicher Begriff zur Bezeichnung irgend einer von ihnen auszudrückenden Handlung anzufügen entweder nickt nöthig gewesen oder nicht gefunden worden ist. Um aber dem Worte destomehr seine in ihm selbst liegende Bedeutung, mehr Kraft und Nachdruck, mehr Fülle und Gehalt zu geben, so wurde der zweite Radikalvuchstabe verdoppelt, weshalb auch dieser dritte angehängte Stammbuchstabe bei der Umbiegung der Konjugationsformen zum größten Theil ausfällt. Vielleicht könnte auch bei den verbis quisscentibus, deren einer Radikalbuchstabe ' 'i 'n ist, die in der Aussprache und Konjugation verloren gehen, ein ähnliches Moment auf ihre Verbindung mit diesen Buchstaben gewirkt haben. **) Diese Verbindung und innige Verkettung kann aber auch sehr schnell entstanden sein, ohne daß man anzunehmen braucht, daß ein Zeitraum von Jahrhunderten zu solcher Ausbildung nothwendig war. Auf diese Weise die heilige Spache betrachtend, können wir mit Gesenins (ibid. §. 6, 4) natürlich auch annehmen, daß es eine Zeit gab, in der die hebr. Sprache mit den verwandten Dialecten mehr znsammenfloß, wo das Sprachgesetz der Trilittera noch nicht ausgebildet war. Denn nach unserer Anschauungsweise bildet die hebr. Sprache keinen Dialect wie die andern der sogenannten semitischen Sprachen, sondern ist sie vielmehr als der eigentliche Stamm zunächst dieser und im weitern Sinne aller übrigen Sprachen zu betrachten; mithin muß nicht nur in ihr der ganze Stoff der übrigen semitischen als vielmehr auch der aller Sprachen irnxlicits gleich enthalten oder verborgen gewesen sein. In der ersten Zeit nach der Sprachenverwirrung waren die Sprachen der Völker überhaupt nur als Dialecte verschieden, die eben in der Folge durch klimatische und andere Einflüsse einander immer unähnlicher wurden. Da aber die die semitischen Sprachen redenden Völker anfangs mehr zusammengedrängt wohnten, so konnten diese auch ihre Sprachverwandtschaft *) lieber diese Abteilung des Wories von tt mit dem : als Anhängsel zur Bezeichnung der Diminutivbedeutung hat mein Schwiegervater Herr Salomon Plessner ausführlich und gründlich in feiner leider nur wenig von Kennern besuchten, aber nicht genug zu schätzenden Psalmen-Vorlesungen, die eine wahre Fundgrube für Exegese und Bibelkunde sind, nachgewiesen. **) S. hierüber Caspar Neunuuu gcnesis linguae sauctae V. I. Nürnberg 1696, 4. Ees. Eesch. d. hebr. S. 3 Schrift §. 37. Salomon Pappenheim?v:r Th. I. besonders meines Schwiegervaters pf> S. 255.

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