Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 38 (16.9.1868)
- Date
- 1868-09-16
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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724 wären, daß schon mehrere Hungers gestorben sind, haben sich säst alle russische Journale („Wiedomofti, Wiestnik, Golos u. s. w.) darüber gefreut und geschrieben: „Die Juden verlieren .sich selbst, wenn man ihnen nach und nach ihr Hab und Gut wegnimmt. Man muß sie zu Bettlern machen; dann haben wir Gewißheit, daß sie sich von selbst russificiren." Diese Beispiele genügen, um uns von der russischen Intoleranz zu überzeugen. Grodno. Wie dem „Hamagid" geschrieben wird, wurde dahier der Grundstein zu einem Hospitale gelegt, welches mehr denn 30,000 Rubel kosten soll, und zu welcher Summe der Staat 18,000 Rubel gibt. Palästina. Jerusalem. Kürzlich kam ein junger Italiener von 22 Jahren, stüher Osficier im Heere Garibaldi'S hierher, um sich ins Judenthum aufnehmen zu lassen, indem er angab, daß er von den Wahrheiten der isr. Religion durchdrungen sei. Er wendete sich an den ehrwürdigen Rabbiner David ben Schimon, Rabbiner der arabischen Gemeinde, welcher ihn einer strengen Prüfung unterwarf und ihm harte Beweise seiner Ueberzeugung auflegte. Nachdem der junge Mann auf seinen Entschluß bestand, indem er erklärte, alle Verpflichtungen und alle die schweren Bedingungen des JudenthumS zu erfüllen, wurde er in Gegenwart vieler Israeliten beschnitten. Nach der Operation beklagteer sich nicht einen Augenblick über den Schmerz, zeigte vielmehr eine große Freude, fernerhin den Namen Israelit führen zu dürfen. (Univ. JSr.) Feuilleton. D'ftDqb -iE! rr»a Kastens der Flaböinen. Erste Centurie. Von E. Carmoly. (Fortsetzung; siehe Nr. 44 vor. I.) R. Henoch b. Jehuda Löb hatte, als er Schnaittach verließ, seine Stelle dort aufgegeben, in der Hoffnung, durch seine Verwandten in Frankfurt eine bessere in ihrer Gegend zu erhalten. In der That verschafften ihm seiner Mutter Brüder das Rabbinat von Gelnhausen, nebst dem Rectoramt des Beth ha-Midrasch daselbst. R. Henoch stand diesen beiden Functionen sein ganzes Leben hindurch mit Verdienst und Würde vor. In dem Beth ha-Midrasch hatte er die Bibliothek seines Vaters aufgestellt und alle seine Dispositionen darüber erneuert. Besonders beschwur er seine Kinder und Nachkommen, nie ein Buch derselben durch Verkauf oder Verschenkung zu entziehen. Hundert und fünfzig Jahre lang haben seine Nachkommen dieses väterliche Gebot heilig bewahrt, bis in unserer Zeit eine untreue Hand nach der ganzen Bibliothek griff und sie verkaufte! Ich habe viele Werke dieser Büchersammlung, bei einem Buchhändler in Frankfurt gesehen: es befanden sich in allen Randgloffen von R. Henoch'S Hand. — In einem Verzeichnisse zählte er folgende zehn Werke auf, die er verfaßt hatte. I. tun n»3, das HauS Henoch, enthält Nachweise der Dinim welche in alten Gutachtensammlungeu zerstreut sind. II. »sunn, über Dine Sefer Thora, oder Regeln zur Verfertigung einer Pentateuchrolle zum Gebrauche in der Synagoge. III. launn ’pnn, Erklärungen über die Vier Turim des R. Jakob ben Ascher. IV. jn, kleine Sammlung von Heilmitteln und medicinischen Recepten. V. -pri nmo, über die Dine-Milah, oder Regeln der Beschneidung. VI. up nmo, kurzgefaßte Ordnung des Schema- Gebetes mit Glossen. VII. tun i'p, die Stadt Henoch, erster Theil; Commentationen zu den Ritual-Codices 1 u. 2. VIII. tun t'p, die Stadt Henoch, zweiter Theil, Commentationen zu dem Ritual-Codices, 3 u. 4. IX.!3'-ii33 nuPNi, die von ihm herausgegebene und oben erwähnte Deraschoth-Sammlung. X. min» n’3 tun, ebenfalls von ihm gedruckte Rechtsgutachtung-Sammlung, die Oben beschrieben wurde? Auch hinterließ R. Henoch sechs Kinder, vier Söhne und zwei Töchter, die er mit seiner Frau Sprinza, Tochter des würdigen Joseph's aus Schwarzach, erzeugte. Sie lebten alle als rechtschaffene Personen in bescheidenen Verhältnissen. Einer seiner Nachkommen Namens Henoch Wolf aus Aub, wurde als hebräischer Schriftsetzer in Prag und Sulzbach bekannt. In seinen Unterschriften, die er nach altem Gebrauch am Ende der von ihm gesetzten Werke folgen ließ, beruft er sich immer, als seinen ruhmvollen Ahn, auf seinen Urgroßvater R. Henoch ben Jehuda Löb. 26. d"ii bwn: 'i R. Nathanael Weil, ein Nachkomme des berühmten Jacob Weil, wurde 1684 in Schwaben geboren, wahrscheinlich in Stülingen, Sitz seiner Vorfahren. Er war kaum 5 Jahre alt, als sein Vater Naphtali Hirsch Weil 1690 ermordet und er von seiner Mutter kümmerlich erzogen wurde. Glücklicher Weise hatte