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Der Israelit · 1868-09-09 · Heft 37 (9.9.1868) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 37 (9.9.1868)
Date
1868-09-09
Page
– (sequence 19)
Language
German
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711 zu vielen Jrrthümern geben kann. Für Theorie sowohl als auch für die Praxis, für die Kritik und das richtige Verftändniß ist es höchst wichtig zu wissen, ob ein angeführtes Citat eine Mischna, Boraitha oder Thosephta ist. Die Sammler des Talmud haben mit der größten Genauigkeit, mit ängstlicher Gewissenhaftigkeit, durch feststehende Bezeichnungen die Kategorie eines solchen Citates angezeigt, und gerade besagter Artikel ist es, der, flüchtig und unklar, den Forscher des Talmud in die höchste Unklarheit versetzen kann, indem er die Bezeichnungen verwischt, die uns zur Erkennung der citirten Stellen gegeben sind. Es ist nöthig, daß wir den ganzen Artikel hersetzen: „xnnii sic vocatur doctrina, traditio talmudica constans et indisputabilis, a doctoribus Tanaim, qui primi fuerunt interpretes rcor Mischnajoth, tradita. Omnis ergo doctrina in Gern., quae iDcipit a K'on, pn, prPJnD, , ea est Barajetah, quasi extranea, extra Jerusalem scripta." Daß die Boraithoth die von den ersten Mischnah-Erklärern tradirten Satzungen enthalten, ist richtig, daß sie aber indisputables, daß sie nicht zu bestreiten seien, ist nicht richtig. Die Boraitha wird vielmehr der schärfsten Prüfung unterworfen, ob die Lehre derselben eine Stütze in der Miscknah finde; es ist gar nicht selten, daß von den Amoraim (den Lehrern der Gemara) eine Boraitha als falsch und fehlerhaft (NntPDK'D) erklärt wird, welches Urtheil man über eine Mischnah wohl nicht leicht ausznsprechen wagte. Allerdings kommt der Name von *02 „außerhalb" her, aber nicht weil dieselbe außerhalb Jerusalems abgefaßt worden ist. Endlich, und dies ist der Hauptfehler des ganzen Artikels, ist nur N*:n die Bezeichnung für eine Boraitha, aber nicht pm-is pn, wie B. irrthümlrch berichtet. — Nachdem die Mischnah-Sammlung durch R. Zehuda geschlossen war, war es sein Schüler R. Ehija, der mit Genehmigung und unter Approbation seines Lehrers die Miscknah durch Zusätze (Nnsmn) erklärte und erweiterte, daher diese „Zusätze" Mischnah - Beweiskraft und Autorität besitzen. Aber noch viele Bestimmungen waren in die Mischnah nicht ausgenommen worden, so wurde dann ■ eine besondere Sammlung von Gesetzesbestimmungen durch den schon genannten R Ehija und seinen Collegen, R. Oschiah, veranstaltet, die aber nicht der Approbation R. Jehuda's vorgelegt wurde, welche, weil außerhalb des Lehrhauses des Mischnah - Sammlers entstanden, den Namen „Boraitha" erhalten hat. Für diese drei Kategorien sind nun im Talmud feststehende Bezeichnun-; gen vorhanden: pn und prrjno für Misch nah, an : und ru«n für Tosephtah, wjn und «rpjno für die l Boraitha. Zu bemerken ist noch, daß Mechiltah, " Saphra und Siphre Theile der Boraithasammlung sind. Zu wina (ib.) ist zu bemerken, daß an einigen ■j Stellen statt des n einn gelesen wird: «nro, welches 1 Wort „fehlerhaft", „falsch" bedeutet. A. v. -p-o (S. 186). Es ist klar, daß hier eine Buchstabenversetzung stattgefunden hat, und daß man, wie B. selbst zugibt, lesen muß (so auch Aruch), das aber als lupanar zu erklären (s. auch Art. S. 183) unrichtig ist. B. gibt allerdings bei der falschen Lesart den Sinn ganz richtig als fustiarium, „Stockstreiche. Prügel" wieder, er scheint aber über die Etymologie des Wortes in Zweifel zu sein. Der Herausgeber des vorliegenden Wörterbuches, der wohl gern originell sein möchte, nimmt in der Randnote auch die Buchstabenverschiebung an, emendirt aber das 2 in 2, das Wort aus dem griech. xoodifo; ableitend. Es muß dem Herausgeber dock wohl bekannt sein, daß im Talmudischen durch 2 gewöhnlich das griech. X wiedergegeben wird, aber nicht das x, es wäre daher richtiger gewesen, die Meinung Arucks zu adoptiren, der die Römer statt p-nu (jedenfalls daS griech. xoodvXrj) p-no sagen läßt. Jedenfalls hat Aruch das Nichtige erkannt, wenn er es auch nicht ganz präcis hier wiedergibt: vergleichen wir dazu die 'Note Mussaphias und dann die erläuternde Bemerkung von Sachs, so wird uns Aruch verständlich sein, und die Conjectur einer Verwechselung von 2 und 2 als müßig erscheinen. Mussaphia bemerkt nämlich, daß im Vulgär-Griechischen (Pion ^7) der Ausdruck D^-nu für „Peitsche" gebraucht werde, und es ist unzweifelhaft, daß Mnfsaphia hier dasselbe meint, was Aruch uns sagt mit den Worten: mip ’on ]wb;7'“Ta. Sachs (Beitr. II, 88) erläutert dies nun dahin, daß das von Mussaphia als vulgär erklärte Wort nicht bloß vulgär sei, sondern als ßovQdov/Jfj.i-n’ geißeln, ßovoöovhauog Geißelung, auch in der spätern Schriftsprache vorkomme. (Forts, folgt.) Ueber Ursprung und Charakter der hebräischen Sprache. Von Dr. Aron Hlrschfeld. (Fortsetzung.) War dies aber, wie nicht zu zweifeln ist, auch der Fall, so mußte er jedes ihm vorgesührre Individuum seinem innern und äußern Wesen nach vollkommen erfassen, es einer genauen und sorgfältigen Untersuchung unterwerfen, das eine vom andern unterscheiden, um demgemäß auch dasselbe zu benennen. Welchen Einfluß ein solches Verfahren auf die Entwickelung seiner eigenen Verstandeskräste und diesen analog auf seine Sprachbildung gehabt haben muß, läßt sich leicht entnehmen.*) Adam konnte demnach die Sprache schon. *) Bergs. Herd. Preisschrist über den Ursprung der Sprachen sAbschn. Hl. S. 84). i

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