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Der Israelit · 1868-09-09 · Heft 37 (9.9.1868) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 37 (9.9.1868)
Date
1868-09-09
Page
– (sequence 18)
Language
German
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710 weit in das Wissen eingedrungen ist, sondern obgleich er so weit im Wissen gestiegen. Diese Seite nun halte schon den Vergleich mit 'vaat p nicht aus. Im Zudenthum gibt es kein Mönchswesen, in welchem die Leidenschaft mit größerer Kraft gegen den Willen des Menschen reagirt, darum konnte dieses den Juden nicht zum Sünder machen, auch wurde dessen Fall gerade durch das unbegrenzte Streben nach Wissen verursacht, er verfiel den Irrlehren des Epikur durch das Studium der griech. Schriften. Auch sei, meint der Vers., die Lebensweise des pun p bedeutend verschieden von der des Faust: dieser zaubert und geht nur auf Befriedigung der Sinneslust aus — jener will weiter nichts als Abfall von Gott; dieser spricht noch oft von Gott, auch nach seinem Fall — jener kümmert sich um Gott nicht; dieser rühmt sich noch seines Wissens auch nach seinem Fall — jener spottet über sein Wissen und räth daher den Jünglingen, lieber irgend ein Handwerk zu ergreifen, als des Gesetzesstudiums sich zu befleißigen; dieser konnte wohl durch Kirchengesang wieder zum Bessern aufgerüttelt werden — jener, der den Sabbat öffentlich entweihte, um zu zeigen, daß er Acher sei, ist gewiß gegen jedes heilige Lied gefühllos geblieben. Der Verfasser meint daher, daß es besser gewesen wäre, den Namen Faust'S unverändert zu lassen, wenn nickt schon eine vollständige Umarbeitung des Stücks hätte vorgenommen werden sollen. Was nun die Uebersetzung selbst betrifft, so weist der Verf. an mehreren Beispielen nach, daß es dem Herrn Letteris mehr um den Reim als um eine getreue Wiedergabe der Göthe'schen Gedanken zu thun gewesen, daß der Sinn durch die Uebersetzung oft entstellt sei. Greifen wir einige Beispiele heraus. Göthe: „Was man nicht weiß, das eben braucht man, Und was man weiß, kann man nicht immer brauchen." Lei.: rfty'.n jhj piew pn nn U5T pDD jn: pspx pn: Jeder Kenner der hebr. Sprache sieht ein, daß hier der Text entstellt ist; während Göthe sagt, daß cs sich im L^ben oft so treffe, daß man gerade das practisch verwerthen könnte, was Einem augenblicklich im Wissen mangelt, und daß gerade dasjenige, dessen Theorie man sich vollkommen angeeignet hat, nicht immer (wohl gemerkt: nicht immer!) auch practischen Nutzen gewähre: sagt Lei. uns in seiner Uebersetzung ohne Vorbehalt, ganz obsolut, daß dasjenige, was wir nicht wissen, von großem Nutzen sei, und was wir! wissen, der nutzlosen und werthlosen Spreu gleiche.! Wenn Göthe den Mephisto auf die Frage des Faust: „Wer bist Du?" sagen läßt: Ein Theil von jener Kraft, Die stets das Böse will und stets das Gute schafft'. so wollte doch jedenfalls Göthe damit ausdrücken, daß auch das Princip des Schlechten unbewußt und wider Willen im Dienste des Guten und Wahren stehe, daß die Existenz des an sich Bösen erst den Kampf ermögliche, welchen die Menschheit im Ganzen, wie auch der einzelne Mensch bestehen muß, um die Palme wahrhaft sittlicher Größe zu erringen; — wie paßt nun hierauf die Uebersetzung: jnr6 psn ’Jx nun ppp ::jn ny moo nann die dem Mephisto die Worte in den Mund legt, daß er sich des Guten freue, das durch ihn geschaffen wird? Ebenso falsch gegeben und falsch verstanden sind die Worte Mephisto's: Bescheidene Wahrheit sprach ich Dir. Wenn sich der Mensch, die kleine Narrcnwelt, Gewöhnlich für ein Ganzes hält: u. s. w. „Bescheidene Wahrheit" ist weiter nichts als „Einfache Wahrheit", darum ist es falsch, wenn Lett. von nny spricht; „die kleine Narrenwelt" ist Apposition zu „Mensch", der Mikrokosmus, und nicht das Weltgebäude, wie Lclt. es auffaßt (wip» vtzn □-i^rP). Der Verf. schlägt daher eine Uebersetzung vor, deren Einfachheit bei Weitem den Wortschwall L.'s übertrifft. Sie lautet: ♦wjp hon (besser st. cstr.) d’pon ,ppn D^iyn ,D~Nn pp o -NL'P atprirp Es sind dies einige wenige Beispiele von denen, die der Verf. anführt. Wir halten dieses Schriftchen für sehr verdienstvoll und empfehlen es allen Freunden der hebr. Literatur, da es den Beweis führt, daß es nicht genügt, in hebr. Sprache zu reimen, wenn man die Pflege derselben anbauen will, und daß es nöthig ist, sich innig vertraut zu machen mit dem Geiste der Meisterwerke, die man einer Uebertragung in die hebr. Sprache würdigt. Frankfurt a. M., im August. vr. A. Sulzback. Die neue von Fischer (und Gelbe) besorgte Ausgabe des Änrtorf'schen Lexicon Chaldaicum talm. et rabb. (Leipzig 1866.) Besprochen von Dr. A. Sulzbach. (Fortsetzung.) Wenn irgend ein Artikel der Randbemerkung des Herausgebers des Buxtorf'schen Lexicons bedurft hätte, so ist es gewiß der Art. «rma (S. 181), der Anlaß

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