Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 36 (2.9.1868)
- Date
- 1868-09-02
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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I Mainz Die geehrten Leser des „Israelit"! sind bereits in einer der Nummern des vorigen Jahr-! ganges in Kenntniß gesetzt worden, daß die von Rabbiner Löw in Szegedin (Ungarn) herausgegebene Zeitschrift, „Ben Chananja," zu erscheinen ausgehört hat \ und daß benannter Rabbiner in der letzten Nummer j seiner Zeitung die Mittheilung gemacht hat, er werde j statt ihrer im Laufe dieses Sommers ein „Jahrbuch"; ausgeben. Aus zuverlässiger Quelle kann ich mitthei- \ len, daß auch dieses Jahrbuch nicht erscheinen wird. 1 I. K I □ München, im August. (Statistisches.) Die i Bevölkerung Oesterreichs zählt unter seinen Nationa- | litäten nach den neuesten Erhebungen 1,121,000 Js- \ roeliten, so daß unter je 1000 Einwohner der Gef sammtmonarchie 32 Juden treffen. — Die Einwohnerj zahl von Wilna (Rußland) beziffert sich auf 82,129! Seelen, darunter 41,000 Israeliten. — Das Lyceum | in Mannheim hat seinen Jahrescurs bei einer schließ- ) lichen Frequenz von 2.2 Säülern beendigt. Das j confessicnclle Verhältnis; war 126 Protestanten, 67 s Katholiken und 58 Israeliten. jj üÖrfSlßii. Der berühmte Augenarzt Hr. Dr. - Hermann Kehn, von d:ffen ausgezeichneten Leistungen auf dem Gebiete der Augenheilkunde den Lesern des j „Israelit" erst in jüngster Zeit Kunde gebracht wurde, f hat sich soeben an der hiesigen Universität als Privat- 1 dezent habilitirt. Die Liadrina hat also jetzt in ihrem Lehrkörper folgende Israeliten: Dr. Ferdinand Kohn, Professor der Naturgeschichte, Dr. Raphael Finkenstein, Privatdozent der med. Facultät, Dr. W. A. Freund dasselbe, Dr. L. Auerback dasselbe und hiezu noch Dr Hermann Köln und I r. S. Friedländer. — I Rühmlich zu erwähnen ist bei dieser Gelegenheit der seltene Eifer, mit dem die Professoren der orientalischen Sprachen an der hiesigen Universität den Bedürfnissen und Bestrebungen der zahlreichen, die hiesige Universität besuchenden Rabbinatscaudidaten entgegenkommen. Jur abgeschlossenen Sommerscmester las Herr | Professor Dr. SchmöidcrS über syrische, arabische und! persische Schriftsteller vor einem größtentheils aus!- RabbinatSeand. bestehenden Auditorium, ebenso Herr Pros. De. Magnus über chaldäifche Grammatik, über Maimonikes More Nebuchim und über die Elemente der famaritaniichen Grammatik. — Soeben ist hier der Polkskalender für Israeliten für das Jahr 5629 von H. Liebermann in Brieg erj schienen. Eine reiche Fülle von Originalaussätzen von - Deutsch, Hirschfeld, Klein, Joel, Lichtenstein, und dem - Unterzeichneten bildenden diesmaligen Inhalt des auch ‘ äußerlich schön auögesiattcten Jahrbuches. das bereits! 16 Jahre fick der Gunst des jütischen Lesepublikums! erfreut. H.rr Rabbiner Pik, ehedem zu Kreuzburg und Poln. ' Crone, bis jetzt in freiwilliger Muße hier lebend, hat soeben einen Ruf nach Bojanowo erhalten. Die gründliche Gelehrsamkeit dieses Mannes auf talmudischen Gebiete und seine nicht geringe deutsche Bildung würden auch jeder größeren Gemeinde zur Zierde gereichen. Die neue Reformsynagoge schreitet immer mehr ihrer Vollendung entgegen. Natürlich sind die damit verbundener Kosten ungeheuer. Es ist kein Zweifel, daß dieser Bau zu den Prachtgebauden unserer Stadt zählen wird. Möchte auch ein neuer Geist in diese der Andacht geweihten Hallen einziehen.' G u st a v K a r p e l e s. Aus Weftpüalen Schon manchmal haben wir, und auch in Nr. 19 dieser gesch. Zeitschrift, einen Bericht über die religiösen Zustände in einigen Bezirke'.! Westphalenö geliefert; da aber dieser hauptsächlich sich immer über die minn »-noj? nw'tiv G’iD~ rma;n verbreitete und zudem die jüd. religiösen Zustände in gedachter Provinz für einen aufmerksamen, unbefangenen und vorurtheilsfreien Beobachter reichliches Material zu weiteren Mittheilungen darbieten, so erlauben wir uns, jenen Artikel durch einige Zusätze hiermit zu ergänzen. — Eine der wichtigsten und heiligsten, auf die Führung einer echt jüdischen Hauswirthschaft den mächtigsten Emstuß übenden religiösen Institution ist sicherlich die ntt'nitf. Eben deswegen sollte man diese Function nur solchen Individuen auvert: aueu, welche dazu all fertige Fähigkeit besitzen. Wir sagen absichtlich: „allseitige Fähigkeit"; denn es ist nickt genug. daß der bloß die technische Fertigkeit zur Besorgung der ihm übertragenen nc’nu/ besitze; nein, er muß auch ein pnir« na sein, muß die auf die ritr-ntc’ und besonders die auf die tapnasich beziehenden zahlreichen und sich weitverzweigenden mm wissen, mrrß endlich — und hierauf legen wir ganz besonderen Werth — ein cse' Nm, ein gottessürchtiger Mann, sowohl in Wort als auch in der That sein. Wenn daher das Studium der heil. Gotteslehre. durch dessen Vollzug wir zur Kenntniß der :>Z r.pv der Art und Weise ihrer Ausübung, und durch diese wiederum zur wahren Gottesfurcht gelangen, einem jeden Israeliten schon zur heiligsten Pflicht gemacht werden “pay/a ca mm: Ei: "ir.*aa, um wie vielmehr solchen Leuten, lenen noch besondere Pflichten für ihre Mitmenschen anferlegt sind, nnd sicherlich gehören zu dieser Kategorie in erster Linie die D'iarrr. Daher wirst Du Dich, lieber Leier. sicherlich wundern, wirst uns auch vielleicht der Uebertreibung zeihen, wenn wir Dir sagen, daß in Wesipbalen die Besorgung der “pnir r&n? vielfach selchen Leuten anvertrant ist, die — besonders findet man deren viele unter den jüngeren mermE' — alles relig. Wissens bar, nicht einmal im Stande sind, einen rmn piD? richtig zu übersehen; die ihre ganze theoretische Kenntniß der np’nai novrer aus einer deutschen Uebersetzung. besonders aus der des