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Der Israelit · 1868-09-02 · Heft 36 (2.9.1868) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 36 (2.9.1868)
Date
1868-09-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
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IX. Jahrgang. Jtzele ächer- Beilage zu Nr. 36 des Israelit. Er e von kg die Dich- 'onen, ihrem urden Das Hand >avon fallen venig rzelne paß- > daß ohne )men. Jtzele einen emitden mkm nden. rvon; inmer t ihn -essen illei- > ihm ch zu öuda das „das zcbak sollst jrers -hielt rber- ) k von Leitender Artikel. Ser israelit. Religionsunterricht des weiblichen Geschlechts. (Schluß.) In einer Zeit, wo man im Allgemeinen von einer Emancipation der Frauen spricht und hie und da schon damit begonnen hat, sie in gewissen Staatsdiensten zu verwenden und die Erfahrung diese Verwendung gut heißt; da wird es nicht mehr gar lange dauern, daß selbst jüdische Mädchen sick um Anstellungen im Staatsdienste bewerben, wenn es nicht schon bereits geschehen ist. Wäre es da nicht rath- oder vielmehr heilsam — denn man würde sie dem Iudenthum zu erhalten.suchen — wenn auch von den Israeliten in der Beziehung das Weib emancipirt würde, daß man es nach bestandener Prüfung zu öffentlichen Religionslehrerinnen verwende in Gemeinden, in welchem ein besonderer Vorbeter und Schächter angestellt ist, also in größer» Gemeinden, wodurch zugleich einer solchen Lehrerin Gelegenheit geboten ist, ihre Freizeit dem Privatunterrichte zu widmen, wodurch sie gewiß mehr als bei einer andern Staatsanstellung gewinnen wird. Die Gemeinden würden sich durch diesen Schritt auch in finanzieller Hinsicht nicht schlecht stehen. Wird ein Religionslehrer im Amte Gatte und Vater, so beginnen in der Regel, wenn ihm nicht der seltenste der Zufälle ein reiches Mädchen zuführt, die Sorgen von beiden Seiten. Die Gemeinde denkt mit Schrecken an den Tod des Lehrers, der ihnen eine Wittwe mit vielen Kindern zur Erhaltung zurückläßt, und der Lehrer denkt, falls sein Gottvertrauen kein unerschütterliches ist, mit Schrecken an das Leben mit seinen vielen Erfordernissen: D’ano ms o und an das wenige Einkommen und aus ist es mit der gegenseitigen Zufriedenheit, so daß man zu oft von Gemeindemitgliedern die Worte hört: unser Lehrer war eiu ganz guter Lehrer bis zu seiner Verheiratung, von da an traten Nahrungssorgen ein, und hat er dadurch den wahren Sinn für's Unterrichtsfach verloren; und in Folge dieser Unzufriedenheit fallen von dieser Zeit an, also gerade da, wo der Lehrer sie am meisten bedarf, so manche wesentliche Sporteln weg, auf die der Lehrer vor seiner Ehe in noch größerm Maaße rechnete, wodurch der Lehrer unzufrieden mit den Eltern seiner Kinder und zuletzt nachlässig im heiligsten Berufe wird. Diesem unglückseligen Mißverhältnisse wird durch Anstellung von Religionslehrerinnen abgeholfen. So lange sie ledig bleiben, werden sie vollständig mit ihrem Einkommen ausreichen, ja noch erübrigen, und heirathen sie, so verlieren sie ihre Stellen, wie überhaupt eine jede im Staatsdienste verwendete Frau nur bis zu ihrer Verheiratung im Dienste verbleibt und ist es alsdann Aufgabe des Mannes, sie zu ernähren; es sei denn, daß sie der Vorsänger oder Schächter ehelicht, in welchem Falle man ihr ihren Dienst so lange lassen könnte, bis wesentliche Versäumnisse und Störungen Vorkommen, die der Mann nicht zu verböten im Stande wäre, was wohl höchst selten Vorkommen dürste, da der Vorsänger oder Schächter gewiß im Hebr. unterrichten kann. Durch eine solche Ehe, d. h. wo beide Gatten für Anschaffung der Lebensbedürfnisse Sorge tragen, -- und gegenwärtig müssen es fast alle Ehen ohne hinreichende Fonds thun, wenn sie nur leidlich durchkommen wollen, da ein Erwerber kaum mehr hinreicht — wird dem Mangel, der so oft des Lehrers Wohnung heimsucht, Thür und Thor verriegelt und eine erquickliche Wohlhabenheit läßt sich darin nieder, ein bis jetzt noch zu den Seltenheiten der Lehrerwohnungen gehörendes Vorkommen, während ein Verkommen des Lehrers, ein nicht gedeihliches Fortkommen der Seinigen und ein Nichtübereinkommen mit des Lehrers Frau, alles dies hervorgerufen durch ein nicht zureichendes Einkommen an der Tagesordnung ist. — Und helfen denn gegenwärtig nicht alle Frauen ihren Männern im Berufe? Die Eine hilft im Laden, die andere in der Werkstatt oder bei der Nähmaschine und eine Dritte durch Führung der Geschäftsbücher. In so theuren und kostspieligen Zeiten sollte des Lehrers Frau allein zurückbleiben? Nimmermehr! Auch sie wird gern, wenn sie Kenntnisse dazu besitzt, aus Schonung "und Liebe gegen ihren Mann, aus wahrer Mutterliebe gegen die Ihrigen, mit Leib und Seele arbeiten wollen und besonders im Weinberge des Herrn, wo es der kleinen Füchse nicht wenige gibt, die denselben verderben. Auch die taktvolle Handhabung der Disciplin ist bei weitem nicht so schwierig, als man anfangs glaubt. Ist die Lehrerin wahrhaft pädagogisch gebildet — und nur eine solche ist anstellungsfähig — so wird sie eS verstehen, der Kinder Herz zu gewinnen und besitzt sie das und die Gabe deö guten, lebendigen Vortrags, so kommt der Kopf schon von selbst nach. Ist ja doch die Religionslehre an und für sich schon ein Bezähmungsmkttel ver wilden, ausschweifenden Triebe! und gehört schon ein ziemlich hoher Grad von Rohj heit dazu, sogar in einer Religionsftunde zügellos hanj deln zu können.! Auch dürfte eS die isr. Schulbehörde, oder das! Rabbinat rc. dahin bringen, daß die betreffenden christ-

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