Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 36 (2.9.1868)
- Date
- 1868-09-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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676 „hö’Din *6U das Verbot von „nrsrs wen" u. dgl. sondern einfach „pn nnnpo Dusb" thun wollen — und üb>rall wo im y"v vorkommt vhy «an Tönen" „nana ist zu streichen; was nana? Den Tod darauf. Denn bei dem „ Sterbfalle" Nadab und Abihus hat der Herr Di-, unter der Rubrik „Krankheit ... nach Ausweis der Todtenbeschau" eingetragen: „Orthodoxie." — Nach all dem Gegeifer, läßt nun Redner schließlich seinen ganzen Apparat mit allem „Klirren und Schwirren" und Schillers „Glocke" dazu gegen einen einzelnen Mann los, der ihn besonders zu geniren scheint. „Ja, ein Wahnbethvrter hat sogar seine unberufene Stimme ... erhoben und in einer ...Rede sich geäußert, wir hätten keinen Gott; denn nur die Orthodoxen können sich befugt Hallen zu sprechen : „in« V — „Und nun regalirt Redner diesen „Wahnbethörten" und fragt ihn nnd „sie unsere frommen, die sich so gerne auf talmudischen Standpunkt stellen, wa§ sie denn zu "murin jö" sagen nnd dergleichen mehr, dem „engen Rahmen einer schmalen Vernunft" Entsprungenes — bis Redner endlich todesmüde — sich nnd seine Andächtigen zur Ruhe bettet und ausruft: „Was Wunder nun, wenn es bei diesem Sachverhalte von uns leider eben so gut. wie von den Söhnen Aharons heißen kann: — sie sind gestorben vor Gott!" Da verdreht Redner nochmals die Augen — sagt Amen und — hat geendet. — Wir unserseits könnten uns nun damit begnügen: no«n p “pa zu sprechen und — zu schweigen, wenn uns nicht noch einige Worte des Ernstes — denn bisher war Ernst nickt gut möglich — auf dem Herzen lägen. - Vorerst will ich Dir, lieber Leser, sagen, wer dieser „Wahnbethörte" ist, der seine „unberufene Stimme" erhoben hat. Dieses ist R. Gottlieb Fischer te' -p«* — — Und nun, da Du, besonders Leser in Ungarn, weißt, um wen es sich hier handelt, wirst Du ermessen, was von einem Herrn Dr. K. dazu gehört, diesen Mann, der schon vor Dezennien eine Zierde in Israel gewesen, dem schon vor 69 Jahren der große Lehrer R. Mosche Sopher in einer talmudisch wissenschaftliche Response (-isid onn n:"tn n"' n^wr geschrieben: „niste *p->ne< *a unoaio „Ich halte mich versichert, daß Deine Zukunft groß sein werde" — einen Mann wie diesen von einer öffentlichen Stätte herab einen Wahnbethörten, Unberufenen zu nennen. — Eine Apologie R. Gottliebs anti — Herrn Dr. K. werde ich, natürlich, nicht schreiben. Nur so viel zur Steuer der Wahrheit, daß ich diese von Herrn Dr. K. inkriminirte Rede R. Gottlieb's gelesen und mich davon überzeugt habe, daß dieselbe eine sehr schöne und richtige Idee und nicht im Entferntesten das enthält, waö Herr Dr. K. derselben imputirt. Und nun appellire ich an das Rechts- und Sittlichkeitsgefühl der Männer in Ketschkemet (Ungarn) und in Breslau, deren Schüler zu sein Herr Dr. K. die Ehre hat. Mögen diese es sagen, möge selbst Herr vr. Frankel in Breslau, der Verfasser des Werkes „darke hamischna" welches dieser R. Gottlieb Fischer mit so scharfen Waffen angegriffen (s. dessen Rezension im betreffenden Jahrg. „Jeschurnn" in Frankfurt) möge er es sagen, ob eö nicht ein Jammer ist, wenn solche schmalstirnige Ignoranz in jüdischen Gemeinden Ungarns sich breit macht — wenn so ein Herr vr. K. anstatt sich auf seinem — nun einmal erlangten Posten möglichst unsichtbar zu machen, sich in die Oeffentlichkeit drängt und sich mit so unverschämter Dreistigkeit das Wort herausnimmt. Den Gemeinden aber möge dies ein Wink sein, wohin sie gerathen — wie sie vor lauter Parteitrotz der Bornirtheit zur Beute werden. — Mögen si? es bedenken, wohin Ignoranz nnd Frechheit führen. I. Nobel, Rabbiner, Csongrnd. AeitungHnachrrckten und Correfpondenzen. Deutschland. München, 23. August. Ueber die Eiulieferungs- RayonS von den zur Zuchthausstrafe oder zu einer in einem Zuchthause zu vollziehenden Gefängnißstrafe Verurtheilten, werden dm Principien in Rück- ( sicht ans die Glaubensbekennisse zufolge, vom 1. Sepj tember l. I. an, die in sämmtlichen Regierungsbeziri ken diesseits des Rheins verurtheilten männlichen! Individuen israelitischer Religion in das Zuchthaus! St. Georgen (in Oberfranken), und die in sämmtlichen! Regierungsbezirken diesseits des Rheins verurtheilten j weibilchen Individuen ohne Unterschied des! Glaubensbekenntnisses in das Zuchthaus Würzburg i eingeliefert. —! Der Wiener „Volkssreund" veröffentlicht Einiges! aus dem Jahresbericht der englischen MissionS- I gefellschaft, derm „Geschäft" im vergangenen Jahre ' ziemlich flau gegangen. Die Einnahme der Gesellschaft betrug dießmal nur 7346 Pfund St., waö immer noch eine hübsche Summe ist. Davon wurden 2073 Pf. St. daheim von Sekretären und anderen Beamten allein verzehrt, und die eigentlichen Missionäre bekamen 5691 Pf. St. Der Erfolg ihrer Missionsthätigkeit scheint aber ein ungewöhnlich kläglicher gewesen zu sein; denn eö heißt in dem Berichte ziemlich kleinlaut: „Es ist wahr, daß sich keine genaue Schätzung bilden läßt, über die Zahl der Individuen, welche durch Vermittlung unserer Missionäre erleuchtet (?) worden sind." Wirklich belehrt muß also diesmal für die 75000 fl. keiner worden sein.— Abrahams Samen will sich eben nicht bekehren lassen, meint die „Presse" und hat Recht.