Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 36 (2.9.1868)
- Date
- 1868-09-02
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2447343-2447378--06445-2462001- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
675 warz üeser nicht; Sie mgeerten Wein ZU hinilosi. war Bier Inichen setzt, >oheboda önste und sehr 1JD). Dr. austirne rbot i in sagt desvon der und ein und ahngar nn" imer klirftür- Gott >rinerS ort nnd diellach örer dem persischen" ganz zu Hanse sein), der den nun einmal nicht zu leugnenden, vielleicht protokollarisch aufgenommenen „ Todesfall" Nadab's und Abihu's denn doch erklären will, nichts übrig, als sich „anzuschließen jener Ansicht, die bar kapara ausspricht:" ronpn by "oi nsy ödj Pjn, rm e?« by, na-ipn ^y — Zur Untersuchung dieses Ausspruches fühlt sich Redner „um so mehr aufgefordert, als . . . dieser Ausspruch unverkennbare Beziehungen mit unser» . . vaterländischen relig. Zuständen hat; (S. 4, 5) und nachdem er noch einen rührenden Blick nach oben gerichtet, einen; Blick, der wohl sagen will, Gott möge dock ja hübsch in seinem Stübchen bleiben und im Tempel der HauptkultuSgemeinde, „Angesichts des Leiters und Erziehers" mit — nuiBTD rarvo nicht so bei der Hand sein —; ist die Einleitung fertig. Die Andächtigen können nun, nach anhaltendem Staunen wieder Athem holen und Dinge erwarten, die da kommen sollen. Aber; welche Dinge kommen nun? Isis in der Einleitung schon dem lieben Hergott und den „ alten" „irre und wirre" stehenden Schriftauölegern übel genug ergangen, so sollen nun die armen „werdenden Hohepriester vom Herrn vr. noch viel strengere Lektionen erhalten. — i Jetzt wird'S erst recht Zeit' zu staunen. ihr Andächti- ' gen! Den Mund thuet weit auf vor Staunen; —; denn Unglaubliches sollt ihr hören. Nadab und Abihu — die Gotteshand hat sie dem Leben! entrückt; — sie weilen in den reinsten Höhen der edelsten? Geister. Zwischen diesen Höhen und — uns ist ein dunk- ■ ler Schleier sinnigen Geheimnisses ausgebreitet. Wer von z den Tenaim tiefer in das Geheimniß gedrungen? wer ) von ihnen der treueste Dolmetsch der Gottesabsicht gel worden? Wir wissen es nicht. UnS ertönt aus jenen! Höhen nur der eine Gottesspruch klar vernehmbar: \ „An meinen Besten, — Nächsten will Ich geheiligt und vor dem ganzen Volke geehrt sein!" l Allein, der Mann in gefunden, der den Weg zu ■ diesen Höhen hinauf nicht scheut, um diesen Nadab und | Abihus zu sagen, was Rechtens. — Ueber Stock und s Stein, mit radbrechendem Holpern eines schlechten j Deutsch, rollt der Donnerwagen des Redners dahin,! bahnt sich der große Geist vr. K.'s den Weg zu den Geistern. — Hochoben zwischen „ P'va" und „noo"! zwischen all den geschweiften Kometen voran schreitet j er, der große vr. K. einher; seine Hülle ist das Nichts, ' sein Roß ist der Wind und nun Nadab und Abihu,!: erbebet! was wird euch der Nedegewalt'ge sagen? — Wißt ihr, ihr Andächtigen, warum Nadab und Abihu gestorben sind? Weil „sie übersprangen die Mittelstufen und vermeinten ... gleich jene Sprosse einnehmen zu können, ... darüber da weht und webt der Gottes- : geist. Als sie aber sahen, daß sie zu weit vorgedrungen sind (sie) ... da batten die Söhne AharonS nicht umkehren wollen, sondern stürmten (sic) . . vorwärts und hielten sich berechtigt in ihrem Eigendünkel (!) alles leugnen, oder vernunftwidrig zu bezeichnen, (sic) was sich nicht ... in den i engen Rahmen ihrer schmalenVernunft einfügen ließ. (S. 7) (Wie hübsch doch das Persische ist!) Jetzt erst, da Redner an inox: anj sein Müthchen ein wenig gekühlt hat, da er ihnen zugedonnert, daß sie „mit unlauterer Gesinnung," mit „fürwitzigem Dünkel und dünkelhaftem Fürwitz" — mit tempelschänderischer Hand ihr Urtheit gefällt" (S. 8), jetzt erst wird der Herr vr. wieder launisch und fängt mit seinen Andächtigen zu spaßen an. Freilich muß man die Späße, die jetzt kommen und die mit einem Geistesreichthum ohne Gleichen, das „yo» 'O-machen und das „rvLO-verkaufen" lächerlich machen, recht verstehen; sonst erscheinen dieselben unser einem wie, ebenso viele, von der Kanzel herabfallenden Equivoquen. — Indessen die gute Laune des Herrn vr. K. wahrt nicht lange. Schon auf S. 9 wendet er sich mit aller ihn so schön lassenden Malice gegen die — „Schwach köpfe, die mit den Krücken ... das Himmelgewölbe (sic) zu erklimmen meinen," die der Ansicht, daß ein Zuviel auch gottgefällig sein kann, ganz so wie einem Despoten ... Gott ist aber kein Despote, meine Andächtigen! .. Ein Gebot, das nicht vorgeschrieben ist, *) zu üben (sic), ist also ebenso strafbar, als gegen ein vorgeschriebenes vandeln!" — Wer lacht da unter den andächtigen Zubören und Zuhörerinnen? Aber wartet nur, das Lachen soll euch bald vergehen. So wie das Wort „Lchwacbköpsige" über den Lippen des Redners, fühlt sich derselbe erst recht berufen, Feuer und Flammen zu speien — und er speiet und speiet, wie um des Propheten Wort Jes. 28, 8 wahr zu machen. Die pnx ro bekommen noch ihren Fußtritt; „die Kurzsichtigen, die mehr thun wollten, als was noth that — und nun geht's an — die „Orthodoxen," an die Rechtgläubigen." — Denn, daß man es gleich wisse, Nadab und Abihu sind nicht deßhalb gestorben 'oi 1" idjdjip by, nein, deßhalb weil sie — Orthodoxe waren; wie die heutigen Orthodoxen ... „die da frömmeln ... sie, die „im Dienste Gottes, des „Friedensstifters" stehen sollten. (S. 9) oon xv rotn p-iyn ^x! ruft nun Redner diesen Orthodoxen, die ja alles Unheil verschulden, zu. „O’Din xv" „daraus ergibt sich" sagt er (S. 9) „die hochwichtige Lehre, daß derJsraelite rechtgläubig sein kann, ohne rechthaberisch sein zu müssen (!), wahrhaft fromm sein kann, ohne frömmeln zu müssen — ohne noch das chun zu wollen, was nicht geboten ist." — Warum ergibt sich, nach der Logik, aus demselben Satze nicht, daß man sehr gescheidt sein könne, ohne erzdumm sein zu müssen? — Gegen diese Orthodoxen läutet nun Herr Vr. K. Sturm, und citirt er auf einem Blättchen dreimal Schillert „Glocke." Ihm ist nickt *) Anm. des Correct.: Ich erlaube mir, die Münchner „Fliegenden Blätter" auf die Reden des Hrn. vr. Kohut aufmerksam zu machm: „ein Gebot, das nicht vorgeschrieben ist" — köstlich! Mir erzählte einst ein junger Mann, „sein Vater träume Peßukim, die — gar nicht stehen." Braucht vielleicht Sthw. einen zweiten Rabbiner? In diesem Falle stände ihm die Adresse des erwähnten jungen Mannes zu Diensten.