Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 34 (19.8.1868)
- Date
- 1868-08-19
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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689 Halle der Frauen, wo sie bis zum Ende des allgemeinen Gottesdienstes verblieb. (Abdk.) Trebitsch (Mähren). Vor Kurzem brach dahier ein großer Brand aus. der von 9 Uhr Morgens bis Nachts 11 Uhr gedauert hat. 50 jüdische Häuser sammt ihrem Inhalt sind ein Naub der Flammen geworden. Viele sonst wohlhabende Israeliten sind dadurch an den Bettelstab gebracht worden. Triests, 5. August. Feldmarschall-Lieutenant Mo ring, der nenernannte Leiter der Statthalterei für Triest und das Küstenland, ist gestern Abend hier eingetroffen. Derselbe erließ heute eine versöhnliche, jedoch entschiedene Proklamation an die Bewohner von Triest und des Küstenlandes, in welcher er erklärt, daß ihm die Unterschiede des Standes. der Religion und der Nationalität fremd sind, und daß gleiches Recht für Alle, sowie gesetzliche Freiheit für Jeden seine Devisen seien. Mit der Ehrfurcht vor der Gesetzlichkeit verbindet er den festen Entschluß, mit Entschiedenheit den Ruhestörern entgegenzutreten. Italien. □ Nom (Statistisches) Nach den neuesten Aufnahmen beläuft sich die Bevölkerung Roms auf 217,378 Seelen, mithin ca. 30,000 mehr als im Jahr 1858. Darunter sind 2394 Israeliten und 2208 Israelitinnen. H o l l a n b. Arnheim. Bei der niederländischen Kunstausstellung dahier erhielten I. Ellion von Amsterdam, M. Berveer aus Haag, W. A. Jacobs und Emrik und Binger aus Hartem silberne, I. B. Citroen von 'Amsterdam, P Pinchoff aus Mmelo, S. I. Sponjard aus Borne (sämmtlich Israeliten) bronzene Medaillen. (N. Weekbl.) •% Schweden. Stockholm. De - König von Schweden hat dem Herrn Rubinsobn in Upsala cine Subvention von 1000 Thlr. gewährt, damit er seine agronomischen Beobachtungen vollenden kann. — Der in diesen Blättern schon mehrmals erwähnte Finanzsecretär Levi in Kopenhagen hat vom König von Schweden einen Orden erhalten. (Hamagid.) Amerika. New-Uork. Jüngst sollte im Staate Island an einem Menschen, der ertrunken war, eine Obduction vorgenommcn werden. Unter den Zuschauern war auch ein jüdischer Knabe, der auf einmal zum Erstaunen der Anwesenden auörief: „Der Ertrunkene war ein Jude, ich erkenne dies an einem Kleidungsstück." Das Kleidungsstück war das mpn $□-»«._ Zn der That wurde denn auch aus andern Umständen festgestellt, daß der Ertrunkene eine Jude ist und wurde er dann nach New-Aork gebracht, um daselbst auf dem jüdischen Begräbnißplatz begraben zu werden. (Jew. Mess.) Mexiko. Als die Regierung des verstorbenen Kaisers Maximilian in Oesterreich und Belgien ein Heer warb, war es von derselben ausdrücklich verboten worden, Juden in dasselbe aufzunehmen. Trotzdem hatte sich dieser unglückliche Fürst einen Juden zu seinem Leibarzt erwählt; es war dies Herr vr. Basch, welcher der Begleiter des Kaisers während seines Kriegszuges und auch bei der Katastrophe am 19. Juni war. Dr. Basch hat jüngst ein Werk über seine Erlebnisse in Mexico herausgegeben, welches in Deutschland große Sensation erregt hat. Nio Janeirou. (Brasilien.) Ungefähr 3000 Juden wohnen in der Hauptstadt Brasiliens. Diese möchten sich zu einer Gemeinde constituiren, eine Synagoge bauen und einen Friedhof anlegen. Aber die besetze des Landes sind diesen wichtigen Wünschen hinderlich. Der fünfte Artikel der brasilianischen Verfassung erkennt die römisch-katholische Religion als die Staatöreligion an, während Juden und Protestanten nur geduldet sind und keine Gebäulichkeiten haben dürfen, die von ihrer Existenz Zeugniß ablegen. Wie wir vernehmen, wollen die Protestanten und Juden um die Aufhevung dieses intoleranten Artikels petitioniren. Feuilleton. Aater und Sohn. Zweites Capitel. Auf der Trimöurg. Da ich ein rüstiger Fußgänger bin und starke Fußtouren mit zur Kur nothwendig sind, so hatte ich in den ersten Wochen meines Aufenthaltes in Kissingen die sämmtlichen in der Nähe liegenden Berge wiederholt erstiegen und mich der köstlichen Aussicht erfreut. Die Ruine Trimburg jedoch, ungefähr zwei Stunden von Kifsingen entfernt, liegt außerhalb der zu Fuß mit nur geringer Beschwerde zu erreichenden Punkte; deßhalb hatte ich "mit vielen Bekannten verabredet, bis an den Fuß der Ruine zu fahren. So fuhren wir denn in heißer Nachmittagsstunde durch das schattige, kühle Salethal und bestiegen die alte, nicht zerfallene, sondern gebrochene Burg. Diese stolze Feste, welche den Jahrhunderten getrotzt hatte, wurde von der bayerischen Regierung im Jahre 1803 - auf den Abbruch verkauft. Aber die starken Grundmauern konnte man nicht abbrechen, und diese ragen öde und traurig in die Lüfte empor. Seitdem Kisstngen von Tausenden von Kurgästen alljährlich besucht wird und die Ruine Trimburg ein beliebter Ausflug derselben gewor»