Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1868-08-12 · Heft 33 (12.8.1868) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 33 (12.8.1868)
Date
1868-08-12
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447343-2447375--06393-2461946
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

626 681 S-, Fünfkirchen mit 585 S. ist die Concession ertheilt, einen eigenen Abgeordneten zu wühlen, während Eisenstadt mit 1400 S. und den rmd'np won, die meistens heute noch größer sind, dieses Vorrecht nicht zugestanden ist. Wie wir aus einem Zeitungsinserat des Verfassers ersehen, ist die 2000 Exemplare starke Auflage bereits unter der Presse vergriffen gewesen und wird bereits eine zweite vorbereitet. Es zeugt dies am besten von der Nothwendigkeit und Wichtigkeit der Broschüre. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Heidingsfeld (Bayern). (Ungern verspätet.) Ein theures Leben ist dahingegangen in Israel! Ein edles Herz hat zu schlagen aufgehört'. Gerne möchte ich schweigen von der Trauerkunde, von dem im 67. Lebensjahre erfolgten Heimgange des gewiß einem großen Theile des Leserkreises dieser Blätter rühmlichst bekannten VnnD nj’ns in Rimpar bei Würzburg; aber — pna -nx nn^ “□« und gewiß — dieser pna ist werth, von ganz Israel betrauert zu werden. — Von unbemittelten Eltern in Wittelshofm in Mittelfranken geboren, besuchte er in seinen Jünglingsjahren die Hochschule des berühmten d"Li 2^3 cm3K -ninp paan und war einer von dessen hervorragendsten Schülern. Die profanen Wissenschaften studirte er unter Leitung der damaligen gelehrtesten Professoren der Würzburger Universität. — Die gründliche Gelehrsamkeit in d"k/ und D’pD'D, ganz besonders aber die eminenten Sprachkenntnisse, namentlich in der hebr. und chald. Sprache dieses Mannes, seine Universalbildung und seine so tief wurzelnde 'n ntcp, seine Herzens güte verbunden mit dem aufopferndsten ieu3 p3 non rud'v) u)öö2 p3 sind Allen bekannt, die ihm naher standen. — Als Lehrer wirkte er erfolgreich in Theilheim, hieraus circa 5 Jahren in Heidingsseld, wo Eins, auch so glücklich war, zu seinen Schülern zu gehören und zuletzt in Rimpar, wo er 35 Jahre als n«~>in rmo, Lehrer und pn segensreich wirkte und durch seinen so gründlichen Unterricht und seine so glückliche Vorsorge für die religiösen Institutionen, durch sein eifriges Bemühen, Herz und Sinn von Klein und Groß im Sinne unsrer heil. Religion auszubilden, Rimpar zu einer Mustergemeinde hervorhob. Dabei beschäftigte er sich, wenn seine Berufsgeschäfte es ihm erlaubten, trotz seiner schon vieljährigen Kränklichkeit, unausgesetzt mit dem Thorastudium. — Wie er lebte, so starb er; mit gottergebener Geduld harrte er aus seinem höchst schmerzvollen Krankenlager aus; bis zu den letzten Stunden genoß er nichts ohne Vor- und Nach-.->3°Q! Fortwährend flüsterten die heil. Lippen, welchen trotz der heftigsten Schmerzen kein Seufzer entfuhr, min nzn. Wenn solche Sterne in Israel erbleichen, wem blutet da nicht das Herz von unaussprechlicher Wehmuth? Das bezeugten auch heute seine Gemeindemitglieder, von denen viele seine Schüler waren, und viele Andere seiner guten Freunde und Gönner, als sie schluchzend und wehklagend den Sarg des geliebten Lehrers umstanden, — D’pns D’Vna Dn^ma “inr Dnrvna, und gewiß wurde heute an seinem Grabe noch bei Manchem der Entschluß, den Lehren des Seligen unwandelbar treu zu bleiben und hiemit dessen Andenken am besten zu ehren, nochmals besiegelt und befestigt! — Der Gemeinde Rimpar aber wünschen wir von Herzen wieder einen Mann, in dem sie, wenn auch nur einigermaßen, Ersatz für ihren so schweren Verlust finden möge, nsob man yia. H—ld, am 18. Tamus. G—dt. Larrpheim, den 28. Juli. Des hiesigen israel. Gesangvereins „Frohsinn" wurde schon zum östern rühmend in diesen Blättern Erwähnung gethan, so z. B. erst kürzlich in Nr. 29, daß er auf dem Liederfeste in Eßlingen wieder mit einem 2. Preise gekrönt worden ist und in Nr. 39 u. 40, Jahrg. 1863, daß unter seiner Mitwirkung unser Gottesdienst ein sehr erhebender und würdiger sei. Gerade wegen seiner Mitwirkung im Gotteshause fühle ich mich heute am Tage des Jammers (jxd 'd) aufgefordert, auch ein Wort zu seiner Zeit zu sprechen, nicht aber eines des Lobes, sondern vielmehr der Klage — -in1? .“wp ,i?“6 hdtd —; denn nicht auf dem Boden der Orthodoxie, sondern dem der ausgelassensten Reform steht dieser gepriesene Gesangverein. Mit rasirten Gesichtern treten die Mitglieder desselben, beinahe alle, vor die heilige Lade hin und wollen sich durch ihre süßen Töne Demjenigen wohlgefällig zeigen, der gesagt hat: “ppr n«5 rpni^n «b; nicht zwei sind unter ihnen, die nicht ros? sind, und von den 40—45, die auf dem Eßlinger Feste waren, begnügte sich ein winzig kleiner Theil mit ->bo Speisen, alle übrigen aßen an feinbestellter christlicher Tafel "U3 so daß, wenn in dieser Branche Preise ausgetheilt worden wären, sie ohne Anstand einen 1. Preis erhalten hätten. Der Gesang eines solchen Vereins läßt sich gern hören in einem Concerte, in einem Schloßgarten, bei einem Liederfeste, aber in ein Gotteshaus gehört er nicht hin, da muß er bei jedem strenggläubigen Juden nur Aergerniß erregen. Auf deine etwaige Frage, geehrter Leser, warum unter solchen Umständen das Vorsteheramt die Sache duldet, laß dir gesagt sein, daß die weltlichen Vorsteheramtsmitglieder selbst von der vergifteten Muttermilch der Reform ihren Theil getrunken haben, und unser Herr Rabbiner, unter dem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.