Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1868-08-12 · Heft 33 (12.8.1868) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 33 (12.8.1868)
Date
1868-08-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2447343-2447375--06388-2461941
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

621 schlossen. Die Administratoren haben für den Schulbesuch der Kinder Instructionen, denen sich die Freiwohner zu fügen haben. §. 5. Die Administratoren sind befugt, solchen Freiwohnern, welche ihren Anordnungen zuwiderhandeln, oder durch unmoralische oder irreligiöse Lebensweise Anstoß erregen, die Freiwohnung auf den nächsten Stichtag zu kündigen. §. 12 g. Die HauSthüren sollen immer geschlossen sein, d. h. nicht offen stehen. Sollte ein Hausbewohner des Hausschlüssels bedürfen, so hat er sich an den Inspector zu wenden mit Angabe des Grundes, und wird dieser ihm einen Hausschlüssel überliefern, der am andern Morgen wieder abzugeben ist. — Möchten alle Testamentatoren solche Vorsichtsmaßregeln gebrauchen, resp. gebraucht haben, so würde manchem Mißbrauche, der mit ihren edlen Stiftungen getrieben wird, vorgebeugt sein. — Am 17. d. M. kam in der Abenddämmerung — es mag so gegen halb 7 Uhr gewesen sein — eine aus sechs Männern bestehende Räuberbande, und wie man muthmaßt, unter Anführung des berüchtigten Häuptlings Iuhaß Andraß nach dem Dorfe Ecsenx (Somogyer Komitat). Ohne auch nur die mindeste Vorsicht für nöthig zu halten, passirten die Kumpane mit der Flinte in der Hand erst eine lange Gasse und kehrten dann bei dem dortigen Einwohner Herrn Gabriel Deutsch ein, der zufällig vom Hause entfernt war. Mit vorgehaltenem Gewehre geboten sie den Hausleuten Schweigen und verlangten Geld. Die Hausfrau, die den sechs mit Doppelflinten bewaffneten Männern gegenüber auf eine erstaunliche Art ihre Geistesgegenwart zu behaupten wußte, öffnete ihnen die inl Gewölbe befindliche Geldlade, in welcher eine ansehnliche Summe enthalten war, und als die Räuber sich damit noch nicht zufrieden gaben, auch noch ihre Kästen und ließ sie nach Willkür darin suchen. Die vor dem Thore stehende Wache hielt jeden Vorübergehenden an, transportirte ihn unter Kolbenstößen in das Zimmer, wo jeder geknebelt und ihm unter Androhung deö Todes Stillschweigen geboten wurde; auf diese Weise lagen nun in dem Zimmer beinahe zehn Männer, die geknebelt, wie sie waren, das Treiben der Räuber ruhig mit ansehen mußten. Mittlerweile wurde die Geschichte im Dorfe dennoch ruchbar, die Sturmglocken wurden geläutet, ja es wagte sich sogar ein Mann in die Nähe und feuerte mit der einzigen im Dorfe auffindbaren Flinte auf die Räuber, aber vier aufeinanderfolgende Schüsse, die glücklicherweise ihr Ziel verfehlten, antworteten dem verwegenen Schützen. Das ganze Dorf war aus den Beinen, aber Niemand wagte, aus Mangel an Waffen, den wohlbewaffneten Räubern entgegenzutreten. Diese ließen sich durch Nichts abschrecken, sondern setzten unter fortwährendem Fluchen ihr Suchen nach Geld und Kostbarkeiten fort, bis sie endlich die Vorgefundene Baarschaft eingepackt und ihre Tornister mit feiner Wäsche, Seidentüchern und andern Kostbarkeiten vollgestopft hatten. Dann entfernten sie sich fast noch am Hellen Tage, die Leute geknebelt zurücklassend. Schönlanke (Herzogthum Posen), den 5. Ab. 5628. Hochgeehrter Herr Redakteur! Selbst in einer Zeit der Wchmuth und Trauer kann es Perioden geben, wo das religiöse Gefühl uns freudig stimmt und einen erquickenden Trost gewährt. Ich bin nämlich in der erfreulichen Lage, Ihnen über ein Ereigniß Bericht erstatten zu können, welches den Beweis liefert, daß in der Jetzzeit, wo von gewissen Parteien an den Grundfesten unserer n"n gerüttelt wird und diese daher bestrebt sind, das Studium in derselben allzeitig niederzudrücken und abzuhalten, es dennoch Gemeinden gibt, die umsomehr darauf bedacht sind min snrn.iv daß „ die Thora auSgebreitet und verherrlicht werde". Gestern wurde hier die Grundsteinlegung eines tmon ri'n in feierlicher Weise^ vollzogen. Der hiesige ehrwürdige Herr Rabbiner ^alomon Wälder hielt bei dieser Gelegenheit eine erbauliche Rede, worin er unter Anderm auf die Trauertage der Zerstörung Jerusalems hinzielend beiläufig sagte: „Gerade in dieser Zeit sei es passend den Grundstein eines timon rru zu legen, denn nicht nur zu dem ttrnnn rva legen wir diesen, sondern auch zu dem Enpsn rva, die heil, relig. Ideen, die wir in diesem auffassen, bringen uns der Erlösung n"'N näher und diese sind es, welche die Grundsteine deS icnpon rnu bilden." Umsomehr hervorzuheben ist dieses lobenswürdige Unternehmen, da eigentlich hier schon ein altes n"3 seit langer Zeit besteht, und nur mim tüd1? allein, sind die Mitglieder des tcn-ion"’:: bestrebt, ein schöneres, seinem Zwecke entsprechendes Gebäude herzustellen und neue DnsD den alten (worunter seltene und sehr kostbare sich befinden) hinzuzufügen. Bei diesem Unternehmen, welchem gewiß ein reiner O'vL/ nwb zu Grunde liegt, hat sich besonders Herr I. S. Kohn, Vorsteher deö tcmai rvQ durch Eifer und Opferwilligkeit in Wort und That verdient gemacht. sQvx ab o Ephraim Reichenfeld, Rabbinatscandidat. Oesterreichischer Kaiserstaat. Pesth, 21. Juli. In Pesth starb am Freitag eine sehr interessante, unter dem Namen Blind-Ore bekannte Stadtpersönlichkeit. Der „U. L." widmet derselben folgenden Nachruf: Mitten in der Zeit, in welcher die Aufmerksamkeit des Publikums durch ernste Ereignisse von Nah und Fern in hohem Maße in Anspruch genommen ist, — bitten wir um einige

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.