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Der Israelit · 1868-08-05 · Heft 32 (5.8.1868) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 32 (5.8.1868)
Date
1868-08-05
Page
– (sequence 7)
Language
German
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599 Ben diese Herren das Gesuch abgeschlagen. Wahrlich, es wäre zum Lachen, wenn es eben nicht zum Weinen wäre. Die andere Entscheidung in Schulangelegenheiten betrifft den preußischen Cultusminister v. Mühler, der dem Entschlüsse der hiesigen städtischen Behörden, zwei vollständig confesfionölose Schulen zu errichten, ein energisches Veto entgegensetzte. Doch dagegen haben wieder die städtischen Behörden Protest eingelegt, und so ist man gespannt, wer in dieser Streitsache Recht behalten wird. Ueber beide Angelegenheiten, die von gleicher Wichtigkeit für die Juden Preußens sind, werde ich nicht verfehlen, den geschätzten Lesern des „Israelit" das Nähere mitzutheilen, sobald etwas davon verlauten wird. Gustav Karpeles. Holland. Her;oczcnb»usch. Der Commandant der Garnison in Herzogenbusch hat einen Befehl ergehen lassen, nach welchem die jüdischen Soldaten nicht allein den Gottesdienst an Sabbat- und Festtagen besuchen, sondern auch demselben solange beiwohnen müssen, bis er ganz vollendet ist. Jeden Sabbat kommen 50 Soldaten unter Anführung eines Unterofficiers in die Synagoge. (N. Weckbl.) P a l ä st i n a. Jerusalem. Neulich wurde dahier eine Magistratsbehörde eingesetzt. Die Anhänger sämmtlicher Confessionen waren berechtigt, aus ihrer Mitte Männer zu wählen, die ihr Vertrauen besitzen und welche ihre Interessen im Stadtrathe wahren können. Unsere Glaubensgenossen wählten die Herren Valero und Amselig. (Hamagid.) Amerika. Ikew-Nork. Zn den westlichen Dkstricten der Vereinigten Staaten ist großer Mangel an Mohelim. So muhte ein Kind aus dortiger Gegend über tausend engl. Meilen weit gebracht werden, damit es beschnitten werden konnte. (Jew. Mess.) Australien. Adelaide. Zwei hiesige Glaubensgenosien wurden zu Friedensrichtern ernannt; es sind dies die Herren Moritz Salom und Emanuel Salomon. Schon seit einiger Zeit ist wenigstens ein Jude aus der Colonie im Parlamente. Feuilleton. Der kleine Zan. (Schluß.) X. Nach den erzählten Begebenheiten lebten Jakob und die Seinen in stillem Glücke, dem zur Vollendung nur noch der Kindersegen fehlte. Aber auch dieser Wunsch sollte nach fünf Jahren erfüllt werden. Der alte Rabbiner hatte noch die Freude, seinen Enkel auf seinem Schooße zu halten, während der heilige Act der Beschneidung vollzogen wurde. Bald darauf starb der Greis, hochbetagt, betrauert von den Seinen sowohl wie von der ganzen Gemeinde. Auch Bezalel und Sarah verließen ihr Haus, um in den Schooß der Mutter Erde gebettet zu werden, jedoch erst, nachdem ihnen Rebecka noch vier Enkel und drei Enkelinnen geboren. Sobieöki hatte unterdeß seine Heldenlaufbahn fortgesetzt; er führte die Kriege seines Vaterlandes, schlug die Schweden, Russen, Türken, Kosacken, bis er im Jahre 1666, im Alter von 37 Jabren, nach Lubemiroki's Tode, zum Großmarschall von Polen ernannt wurde. Als solcher rettete er wiederum im Jahre 1667 sein Vaterland, indem er mit nur 12000 Polen 80,000 Tartaren besiegte; auf dem nächsten Reichstage wurde ihm dafür der Dank des Vaterlandes votirt. Um diese Zeit war die Königin gestorben, welche die Last der Regierung mehr als ihr schwacher Gatte getragen hatte. Die vielen inneren und äußeren Unruhen wurden für Johann Kasimir zu lästig, und als nun gar auf dem erwähnten Reichstage ein Landbote erklärte, die Leiden des Vaterlandes würden nur mit der Regierung Johann Kasimir's aufhören, da beschloß der schwache König abzudanken und in ein Kloster zu gehen. Am 17. Sept. 1668 legte Johann Kasimir nach einundzwanzigjähriger Regierung die Krone nieder und zog sich in die Abtei von Revers in Frankreich zurück. Zu seinem Nachfolger wurde Michael Wiesnowiecki, aus dem polnischen Königsgeschl echte der Jagellonen erwählt. Auch jetzt bewährte sich Sobieski als ein echter Held; wiewohl die Krone ibm eher gebührt hätte als dem verdienstlosen Michael, so unterwarf er sich doch ohne Widerspruch; ja, er stützte oftmals den schwachen König auf seinem schwarckenden Throne. Im Jahre 1672 schlossen die Kosacken und Tartaren mit den Türken ein Bündniß. während in Polen der Bürgerkrieg herrschte; ein türkisches Heer von 150,000 Mann vereinigte sich mit 100,000 Kosacken und Tartaren. Sobieski, der ihnen mit 30,000 Mann entgegenzog, wußte sie zu trennen und einzeln zu schlagen. So rettete er zum dritten Male das Vater-

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