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Der Israelit · 1868-07-29 · Heft 31 (29.7.1868) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 31 (29.7.1868)
Date
1868-07-29
Page
– (sequence 12)
Language
German
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588 ort nach Lyk avgesandt und ist bereits von dort die Empfangsanzeige eingegangen. Dr. Aron Hirschseld. Breslau In BreSlau hat der Bürgermeister Elsner in der Stadtverordnetenversammlung, welche auf dem Beschluß nur noch für confessionslose höhere Lehranstalten Mittel zu bewilligen, festhielt, feierlich unter lauter Zustimmung der Versammlung ausgerufen: „Was hatten wir in Deutschland in den letzten Jahren erreichen können, wenn das preußische Cultusministerium weniger fest an den Raumer'schen Principien gehalten hätte! „Und an einer anderen Stelle sagte er: „Ein Jahrhundert ist vergangen, seit Lesstng seine Siege errang, und heute müssen wir von der leitenden Unterrichtsbehörde vernehmen, daß weder an einem Gymnasium, noch an einer Realschule Lehrer bestätigt werden können, welche nicht eine der beiden privilegirten christlichen Consessionen angehören. Das zwingt uns, bescheiden in unseren Erwartungen zu sein." Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, Anfang Juli. Vergangene Woche hat Herr vr. Sigmund Feßler seine Prüfung als Richter abgelegt. Derselbe wurde zum Bezirksrichter im Bezirke Leopoldstadt in Wim ernannt. Er ist der zweite Jude in Oesterreich, der nunmehr als Richter angestellt ist. Trieft, 14. Juli. In der Nacht von gestern auf heute hat in Triest ein Tumult stattgefunden. Slovenische Bauern (ein Theil der Bevölkerung Istriens ist slavisch) sollen vor einem Kaffeehause „ Tod den Juden!" geschrieen haben. Dieser Ruf scheint eine Wirkung der Kanzelreden slovenischer Geistlichen zu sein, welche die Juden und die Freimaurer für die Durchlöcherung des Concordats verantworlich machen. Der Bauernruf „Tod den Juden!" war die Antwort auf das Triester „Abbaso Pio Nono!“ Es kam mit Revolvern, ein Italiener blieb todt auf dem Platze und fünfzehn Personen, theils Slovenen, theils Italiener, wurden verwundet. Die Polizeiwache machte dem Nationalitätokampfe durch zahlreiche Verhaftungen ein Ende. — (Fr. I.) Bartfeld Hier ist in der Nacht vom 25. auf den 26. Juni Feuer ausgebrochen wodurch, wie viele es behaupten '150 Häuser in Asche verwandelt wurden. Unsere Glaubensgenossen haben am meisten bei diesem Brande Schaden gelitten, die Synagoge ist ebenfalls ein Raub der wüthenden Flammen geworden. Der Rabbiner, dessen Wohnung gleichfalls abgebrannt, und dadurch genöthigt war, ein anderes Quartier zu beziehen, bemerkte brennende Kohlen auf dem Dach seiner neuen Wohnung und kletterte mit großer Anstrengung selbst dorthin, diese Kohlen zu löschen. Bei seinem Absteigen sah er sich aber, zu seinem größten Entsetzen, von einem großen Haufen christl Pöbels, mit Stecken und Steinen bewaffnet, umgeben, welche ihn mit Schlagen so überschüttet haben, daß er dadurch bedenklich erkrankte. Aber nicht nur der Rabbiner wurde durch diese rohen Menschen mißhandelt, sie schlugen jeden Juden, der nur zufällig unter ihre Hände kam. Das hohe Ministerium, von diesem Krawall telegraphisch benachrichtigt, versäumte nicht, telegraphisch anzuordnen, jeden auf der Stelle zu erschießen, der sich an einem Juden vergreifen werde. Diesem strengen Befehle allein gelang es, den wilden Hausen zu zerstreuen. (Beth Jacob.) Frankreich. Aus Paris erhalten wir von Herrn Albert Cohn nachstehenden Brief, datirt von Ca in, den 28. Juni. Es waren uns nämlich gegen die Hospitalverwaltung zu Jerusalem verschiedene Klagen zugegangen, über die wir Herrn vr. Albert Cohn Bericht erstatteten; derselbe versprach uns dann, genaue Erkundigungen einzuziehen. In Nachstehendem das Resultat: „Seit vorgestern im Besitze mehrerer Schreiben, als Antwort auf meine Erkundigung ^n Bezug auf das Rothschild'sche Hospital zu Jerusalem theile ich Ihnen einen Auszug des officiellen Berichtes des Grafen Caloga, öfter. Generalconsul und Jnspector des Spitals mit. Um mich von der Unwahrheit mehrerer Beschuldigungen zu überzeugen, verlangte ich ein allgemeines, aber auch ein in alle Einzelnheiten eingehendes Schreiben. Der Bericht lautet: „Nachdem ich das Rothschild'sche Spital schon viermal besichtigt, einmal mit dem Ex-Gesandten B. Hübner, ein andermal mit dem Leibärzte S. Kg. Hoheit des Herzogs v. Modena, dann allein, erfülle ich um sv lieber den Wunsch, Ihnen über das Geschehene zu schreiben, als ich nur Gutes über die Anstalt mittheilen kann. „Da Sie Jerusalem selbst besuchten, obgleich schon vor längerer Zeit, und sich Manches seitdem gebeffert hat, so wird Ihnen wohl bekannt sein, daß der Widerstand Ihrer Glaubensgenossen gegen jede Wohlthätigkeitr anstatt oft aus Borurtheil, mehr aber noch aus Furcht, daß die Almosen dadurch geschmälert werden könnten, besteht. „Ebenso kennen Sie sicherlich die Mittel, mit welchen gegen solche Institutionen gekämpft zu werden pflegt, ebenso die Schwierigkeiten, welche auch das Spital zu überwinden hatte, zum Theil noch hat. Dennoch hat sich dasselbe zu einer wahren, den edelmüthigen Gründern große Ehre machenden Anstalt der Wohlthätigkeit entwickelt, deren Werth immer mehr erkannt

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