Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 31 (29.7.1868)
- Date
- 1868-07-29
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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587 brüdern noch eng verbunden fühlt, wie er in jenen Landern, wo nach Mammonsschätzen gegraben wird, kaum gesucht wird, sondern auch die reinste Pietät für den heiligen Glauben unserer Väter, wie auch ganz vorzüglich eine große Anhänglichkeit und Dankbarkeit an die Vertreter der Religion sich ausspricht. Aber auch abgesehen davon, verdienen die unter diesem Briefe Unterzeichneten Ehrenmänner, die durch die rühmlichste Bethätigung ihres Wohlthätigkeitssinnes jenen Nothleidenden eine so wesentliche Unterstützung bereitwilligst zukommen ließen, daß deren Namen auch durch Ihr Organ, das auch, wie ein anderer Brief von dort aus constatirt, in jener Hemisphäre gern gelesen wird, die möglichste Verbreitung finden, die gewiß in anderen Gegenden auch würdige Nachahmung erwecken wird. Der Brief lautet: „San Francisco am Rüsttage des Wochenfestes 5628. Verehrungswürdiger Herr Plkssner! „Sobald die betrübende Nachricht von der wüthenden Hungersnoth in Rußland und der damit begleitenden epidemischen Krankheit, die eine außergewöhnliche Sterblichkeit zur Folge hat, in unser Ohr gedrungen ist, haben wir Gefertigten, verbunden mit noch mehreren Gleichgesinnten, zu einem Comite uns vereinigt, um gemeinschaftlich zur theilweisen Linderung der Noth unserer Glaubensgenossen zu berathen und milde Gaben in San Francisco und in andern, am Ufer des stillen Weltmeeres gelegenen Landstrichen Californiens, in denen wir Israeliten einzeln und getrennt umherwohnen, zu sammeln. Obwohl in solcher Zeit der Noth für unsere Glaubensbrüder großartige Resultate von uns nicht ersichtlich zu sein schienen, glaubten wir doch, unsere Hände nicht müssig in den Schoß legen zu dürfen; und wenn auch keine vollkommene Hilfe von uns zu erwarten sei, so konnten wir doch nicht uns derselben ganz entziehen. Darum klopften wir an die Thören derjenigen Wohlhabenden bittend an, die mit Recht den Namen Israeliten führen; und obwohl wir diese milde Sammlung noch nicht vollendet haben: so ist es uns doch durch Gottes Hilfe schon gelungen, heute, am Rüsttage des Wochenfestes, vor unserem Gotte, dem Begünstiger der Armen, mit den Erstlingsopfern unserer wohlthätigen Bemühung zu erscheinen, die wir bis jetzt in einer Summe von gegen 1200 Rthlr. pr. Cour, eingesammelt haben, um sie als eine kleine Gabe unfern von Hunger und Elend niedergebeugten Brüdern in den Gegenden Polens und Rußlands und vorzüglich denjenigen der dortigen Ortschaften, in denen die Hungersnoth am meisten ihren Schwerpunkt gefunden und Typhuskrankheit und Tod um sich verbreitet hat, die weder von Seiten der Regierung, wie in Preußen geschehen ist, noch vyn Seiten einzelner wohlthätiger Menschenfreunde in eben diesem Lande einer wesentlichen Unterstützung sich zu erfreuen haben, zu übermitteln. Darum wenden wir uns, verehrungs würdig er Herr, an Sie, um vermittelst eines Guten Edles zu stiften •“* rrn mit der Bitte diese in einer Anweisung von 178 Pfund bestehende, Zhnen übersandte Summe an das Cornite zu Lyk gütigst gelangen lassen zu wollen, auf daß von diesem aus dieses Geld an die notbleidenden Gemeinden Polens und Rußlands nach Verbältniß der dortigen Gemeindegli.der und der Hilfsbedürstigen und zwar auf dieselbe Weise rechtmäßig und gewissenhaft vertheilt werde, wie die aus Deutschland an das löbliche Ccrnito zu Lyk gelangten Spenden vertheilt zu werden pflegen. „Gern hatten wir auch die Namen der edelmüthigen Spender, der Sitte der Jetztzeit gemäß, diesem Briese beigesügt, wenn dieses uns wegen der Vorbereitung zum Wochenfeste möglich gewesen wäre. Indeß können wir nickt umhin, unsern Dank an die wohlthätigen Vereine unserer hiesigen Glaubensgenossen, die zu dieser übersandten Summe 500 Thlr. beigesteuert haben, wie auch an die Vereine der Städte Portland, Oresou, Virginia und Margewille, von denen jede einzeln besonders, ihren Verhältnissen gemäß, ihre woblthätigen Gaben zufließen ließen, abzustatten. Wir hoffen zu Gott, daß dieses Schreiben beim besten Wohlsein in die Hände Ew. Hochwürden gelangen wird. — Sollte jedoch, was der Himmel verhüten möge, Ihr Gesundheit es Ihnen unmöglich machen, dieses Geld an seinen Bestimmungsort zu übersenden, so bitten wir, es vermittelst einer glaubwürdigen Person übermitteln zu lassen. — Wenn eö auffallend sein sollte, warum wir dieses Geld zuerst an Ew. Hochwürden und nicht gleich an das Comito zu Lyk gesandt haben, so erwidern wir, daß wir Sie aus dem Grunde damit betraut haben, weil Viele der Spender ehemalige Schüler von Ew. Hochwürden zu sein sich rühmen, die damit ihrem großen Lehrer eine Freude und Ehre erweisen wollten, um durch seine hohe Persönlichkeit diese wohlthätige Handlung zur Ausführung bringen zu lassen. Mit diesen Worte schließen Julius Cokmann. M. L. Citron. Louis Caplan. Emanuel Blochmann. „Auch die Namen unserer Glaubensbrüder, der Herren Anson Goldschmidt und I. Bien, mögen unter der Zahl des Comites zum Guten gedacht werden, indem sie verhindert sind, sich selbst zu unterzeichnen." Wie sehr sich mein würdiger Schwiegervater mit diesem für ihn ebenso ehrenhaften, wie schmeichelhaften Aufträge gefreut hat, indem seine große Seele für nichts so sehr erglüht ist, als für Wohlthätigkeit, zumal sie noch wie diese auch einen otsn Bmp zur Folge hat, läßt sich wohl leicht denken. Das Geld wurde gleich nach se.hner Ankunft an seinen nächsten Bestimmungs-