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Der Israelit · 1868-07-29 · Heft 31 (29.7.1868) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 31 (29.7.1868)
Date
1868-07-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
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581 leser bestellt habe. Auf diese Anfrage erfolgte nun eine von „mehreren Gemeindemitgliedern" Unterzeichnete Antwort, die folgendermaßen lautet: „Wenn schon der erbarmungswürdige Krämergeist des Vorstandes der isr. Gemeinde zu Ahrensburg, mittelst dessen allein es möglich geworden ist, daß der wichtigste Theil der religiösen Erbauung, welche der Gottesdienst bezweckt, nämlich das Vorlesen an den Sabbattigen aus der Thora, seit dem 2. Mai d. I. im Wegfall gekommen, jeden gesitteten Israeliten mit Entrüstung erfüllen muß, so würde vollends das Gemüth jedes Gemeindemitgliedes sich gegen das Unternehmen, die Thora-Rollen um der Losung „Geld" willen zu veräußern, empören. Kein Gemeindemitglied wird jemals einer Profanistrung des Heiligsten zustimmen. Die drei Thorarollen bilden ein unveräußerliches Eigenthum der Gemeinde. Der Vorstand, welcher sich schon dadurch schwere Verantwortlichkeit zugezogen hat, daß er nicht rechtzeitig für einen Vorsänger gesorgt, was doch so leicht hätte geschehen können, da der hier ansässige, so sehr befähigte Vorsänger Herr I. Levy nach unserem Dafürhalten sich hätte bewegen lassen, diesen heiligsten Akt vorzunehmen, wird sicher nicht das Gemeind eeigenthum, welches die drei Thorarollen doch bilden, veräußern wollen noch dürfen." Wir unsererseits können auch gar nicht von einem jüdischen Gemeindevorstande glauben, daß er die einzigen min nsü seiner Gemeinde verkaufen wolle, wir nehmen im Gegentheil eher an, daß der Vorstand der israelitischen Gemeinde zu Ahrensburg, sobald er nur sieht, welch' eine Entrüstung sein Verfahren in der Presse hervorgerufen, bald wieder zu der guten alten Sitte der Väter zurückkehren, und wie gewöhnlich an den dazu bestimmten Tagen wieder aus der Thora vorlesen lassen wird. — Der Vorstand der deutsch-isr. Gemeinde zu Hamburg hat einen „Nothruf" zur Kenntniß der Gemeinde gebracht, welcher ihm aus Memel vom Central - Unterstützungs - Comittz für die nothleidenden Israeliten in Westrußland zugegangen ist. Die Mitglieder des Vorstands erklären sich zugleich bereit, Gaben in Empfang zu nehmen und für deren schnelle Uebermittelung Sorge zu tragen. — Vorigen Dienstag lies in Hamburg eine Privat-Depesche ein, wodurch die dortige Polizeibehörde ersucht wurde, einen aus BrochnowS entwichenen Cohn wegen nachgelassener Schulden zu verhaften. Es währte nicht lange, so kam eine zweite Depesche, diesmal von der Staatsanwaltschaft zu Thorn, welche um Verhaftung des Cohn im Betretungsfalle ersuchte, wegen zurückgelassener bedeutender Schulden und einer verlassenen Frau und zwei Kinder. Bald nachher langte eine dritte Depesche an, und zwar von der Polizei-Abtheilung Nr. 1 zu Thorn, welche wünschte, daß man den Cohn im Betretungöfalle anhalten möge, da er einem Gläubiger dort 360 Thlr. schulde. Wenn er diese bezahle, könne er reisen. Kurze Zeit hernach kam eine vierte Depesche von der Polizek- Abtheilung Nr. 2. dortselbst und wünschte die Verhaftung des Cohn wegen Nothzucht, Münzfälschung und Betrug. Bald danach lief dann noch eine fünfte Depesche aus Bromberg ein, welche darauf aufmerksam machte, daß der Cohn aus Brochnows vermutlich über Bremen oder Hamburg nach Amerika oder England reisen werde. Die Polizei fand den fünffältig Verfolgten rasch in einem Logishause und setzte ihn in Haft. Er führte ca 400 Mark bei sich. — In diesen Tagen gingen aus der Sittenfeld'schen Stereotypen zu Berlin die letzten Platten des Riesenwerkes, das von Hrn. Nachmann Goldberg vermittelst Stereotyp-Platten heransgegebenen ■no'pn Dieses Werk beträgt jetzt schon 2113 Doppelbogen. — Aus Königsberg in Preußen meldet man: Am 24. Juni Abends gaben die Cuirassier-Offiziere der Linie denen der Landwehr ein solennes Abschieds-Souper in der Weinhandlung bei Steffens und Wolters. Bereits in heiterster Laune, fällt es den jungen Leuten ein, zum Scherze (ein Streit hat hoffentlich nicht Vorgelegen) ein kleines Turnier zu veranstalten. Man machte von den Säbeln Gebrauch und der Zufall wollte es, daß ein Landwehrlieutnant, der einzige Sohn des hiesigen reichen Banquiers und Stadtraths Simon, ein höchst geachteter und hoffnungsvoller junger Mann, derart verwundet wurde, daß sein Tod eingetreten ist. Er hatte einen Stich durch den Leib bis in den Magen erhalten, und trotzdem sofort Aerzte zur Hand waren, ist seine Rettung unmöglich gewesen. Nach drei schmerzvollen Tagen ist er zu großer Betrübniß der Seinigen verschieden. — Beim Wiener Magistrat haben sich bis jetzt dreizehn Individuen gemeldet, welche ihre Religion zu verändern wünschen. Unter diesen befinden sich zehn zumeist junge Mädchen, welche vom Katholicismus zum Iudenthum übertreten werden, um dem Ziele ihrer Sehnsucht, der Verehelichung mit ihren Geliebten, die der mosaischen Religion angehören, nahe zu kommen. Wie Sie sehen, werden die sanctionirten confesstonellen Gesetze in Oesterreich dem Indenthum Proselyten znführen, die, weil nicht aus reiner Absicht, es gar nicht haben will. Da eröffnet sich dem neuen n*a, bestehend aus Geiger, Iellinek und Consorten, ein weites Feld erneuter Thätigkeit, und es wird vieler Hildesheimer bedürfen, um dem leichtgläubigen Ausnahmegelüste dieser Herren einen. Damm entgegenzusetzen. Wie bereits schon gemeldet, erwartet man bei'm Magistrate nur die Vollzugsschriften von Seiten des Ministeriums, ohne welche keine weitere Amtshandlung vorgenommen werden kann. '!> n’30 V'X Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien Zur Richtigstellung des angebliche» Kampfes in der israelitischen Kultusgemeinde über de»

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