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Der Israelit · 1868-07-22 · Heft 30 (22.7.1868) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 30 (22.7.1868)
Date
1868-07-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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567 klagen, in die sie durch eine jüngste Verordnung des preußischen General-Consuls von Beyrut versetzt wurden. Der genannte Consul hat nämlich alle preußischen Unterthanen ZaphetS aufgesordert, durch Beibringung eines Geburtsscheines ihre preußische Abkunft constatiren zu lassen. Diejenigen, welche dieser Aufforderung nicht Nachkommen könnten, würden des preußischen Schutzes verlustig erklärt. Diesem Verlangen zu genügen, wird den isr. Bewohnern Zaphets sehr schwierig sein, da viele derselben seit einer langen Reihe von Jahren dort wohnen und nicht nur kein derartiges Document mehr besitzen, sondern auch nicht mehr ein solches erlangen können. Z. B. Jene, deren Ureltern vor hundert Jahren dort eingewandert sind, woher sollen sie Geburtsscheine bringen, da selbst die Consularbehörden in der Türkei es nicht zu genau mit dem Einträgen in das Geburtsregister nehmen? Zudem war in Zaphet nicht einmal ein Diceconsulat, so daß es den dortigen Bewohnern materiell unmöglich ist, sich schriftlich über ihre preußische Abkunft auszuweisen. Wollen Sie, hochgeehrter Herr Redakteur, diese Zeilen veröffentlichen, ich werde Ihnen im Namen der Zapheter Gemeinde ein Collectivschreiben zusenden, um Ihren Beistand in dieser Sache zu erbitten. In den letzten Tagen Nisan's reiste von hier eine zahlreiche israelitische Gesellschaft nach Zaphet, um die in der Umgegend liegenden Gräber großer Chachamim zu besuchen, besonders aber um am 33. Omer dem Feste beizuwohnen, das auf der Anhöhe stattfindet, wo sich das Grab des R. Schimöon ben Jocha'l befindet. Der Zulauf war Heuer sehr groß, man schlägt die Zahl der dort gewesenen Besucher auf 3000 an. Unter ihnen befanden sich Perser, Juden, Bagdader, Oberegypter, welche mit großen Mühen und bedeutendem Kostenaufwande die Reise dorthin machten. Es wird dort viel Geld gestiftet, das den armen Talmide-Chachamim vcn Zaphet und Tebariah zu Gute kommt. Vor einiger Zeit hatte der Hilfsdragoman des französischen Consulats Streit mit einem sehr angesehenen Israeliten in Damaskus; ersterer verging sich soweit, denselben auf offener L>traße unerwarteter Weise anzugreifen und so zu mißhandeln, daß sein Opfer über acht Tage das Bett hüten mußte. Jacob Stambuly — so heißt der Beleidigte — genießt hier große Achtung, und ist dieser Vorgang um so betrübender, als der erwähnte Dragoman, ein arabischer Katholik, zu der lächerlichen Strafe von sechszehn Francs verurtheilt wurde. Wie wir hören, wird nicht allein Stambuly, sondern auch die Gemeinde eine Petition nach Paris schicken, um das moralische Unrecht hervorzuheben, welches unsrer Gemeinde erwachst dadurch, daß ein Angestellter des französischen Consulats den vornehmsten Israeliten dieser Stadt quasi unbestraft auf öffentlicher Straße mit Peitschenschlägen züchtigen kvnMe. yenn or üswri. — Schlagen ist überhaupt hier an der Tagesordnung^ und scheint es vollends zu den Rechtsgewohnheiten der persischen Beamten zu gehören. Der hiesige persische Consul hat seit einem-Jahre wenigstens zehn seiner jüdischen Unterthanen prügeln, d. h. die Bastonnade geben lassen. Manche davon erkrankten. Dieser Beamte wollte sich hier bereichern, und wer ihm nicht gutwillig Geld geben wollte, von dem wußte er es zu erpreffen. Jetzt ist er nach Constantinopel an die Gesandtschaft berufen worden, wahrscheinlich, um abgesetzt zu werden. Cs kommt aber selten etwas Besseres nach, sagt ein altes Sprichwort. Die Schilderung dieser Zustände werden Ihre Leser lehren, unter welchem Chaos von Gefahren wir in diesem Lande leben. Ben David. Amerika. MemPhiS. Wie dem „Hamagid" mitgetheitt wird, hat der Rabbiner in Memphis, ein früherer Zögling des Breslauer Seminars, für das Vorlesen aus der Thora am Sabbat einen siebenjährigen Cyklus eingerichtet und zwar so, daß im ersten Jahre stets die ersten nwens der omo, im nächsten Jahre immer die zweiten u. s. w. vorgelesen werden. Gewiß originell. Auf den Zusammenhang des Inhalts, sowie auf diesen selbst zu achten, scheint dem Herrn Rabbiner unnöthig zu sein. Feuilleton. Der kleine Jan. (Fortsetzung.) Als Chamil an der Spitze der Seinen gegen die Polen ausgerückt war, hatte er Rebecka unter sicherer Bedeckung in seinem Zelte zurückgelassen; als aber die Kosacken und Tartaren in wilder Flucht, ihr Lager preisgebend, an demselben vorüberstürmten, da schlossen sich auch die Wächter Rebecka's der Flucht ihrer Landsleute an, sich weiter nicht kümmernd um das qeänastigte Weib. Als Rebecka das sah, verließ sie das Zelt Chamils; glücklich entkam sie dem wilden Gewühl der Schlacht. Sie hatte kein anderes Gefühl, als sich so-

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