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Der Israelit · 1868-07-08 · Heft 28 (8.7.1868) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 28 (8.7.1868)
Date
1868-07-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
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535 vester ist Präsident der mathematischen Gesellschaft, Professor Goldstücker ist im Vorstande der asiatischen und philosophischen Gesellschaft und Herr Marcus Adler in dem des Instituts der Actuare. London. Außer Professor Hart hat dieses Jahr kein Glaubensgenosse seine Gemälde in der kgl. Akademie ausgestellt. Das von diesem Professor ausgestellte Gemälde „The Janitor of the Convent“ soll, wie daS „ Athenoeum “ schreibt, das schönste Kunstwerk sein, das seit mehreren Jahren gesehen wurde. Rußland. Moskau. Herr Samuel Palikaw läßt dahier aus eignen Kosten eine Synagoge bauen. Dieselbe soll mehr denn lOOOOO Rubel kosten. (Libanon.) Palästina. □ In der am 11. Juni zu London abgehaltenen Jahresversammlung der „Gesellschaft zur Erforschung Palästinas" erstattete der als fleißiger Forscher den Lesern des „Israelit" wohlbekannte, jüngst aus der heiligen Stadt zurückgekehrte Lieutnant Marren Bericht über den Fortgang der seiner Leitung anvertrauten Arbeiten. Dieselben werden gegenwärtig unter Aussicht von 2 Ingenieur - Corporälen durch 70 Türken betrieben, doch haben die Ausgrabungen bis jetzt nur Weniges geliefert. Dieses bestehe in Töpferwaaren aus verschiedenen Zeiten, Bronce - Nägeln, Glas aus dem 3. und 4. Jahrhundert der gew. Zeitr. und einigen hebr. Münzen sowie auch einem Siegel mit der Inschrift: rpjDsy p in alt-hebräischen Charaktären. Was die Hauptaufgabe der Erforschung betrifft, nämlich die Auffindung des Platzes, aus dem der Tempel selbst gestanden, so ist sie zwar mit großen Schwierigkeiten verbunden, kann aber durch allmähliche, sorgfältige Arbeit erreicht werden, da die Einzelangaben über die Topographie des Ortes sich unter einander widersprechen. Nur der Oelberg (O'nun nn) und das Thal des Kidron (^m p-np) können nunmehr mit Bestimmtheit angegeben werden. Herrn Lieutnant Warren wurde der Dank der Gesellschaft votirt und folgende zwei Resolutionen angenommen: I. Systematische Bewachung Jerusalems während der Ausgrabungen, und II. Berichterstattung über die heutige Naturgeschichte Palästina's. — Es ist dringend zu wünschen, daß diese Gesellschaft, da ihr Zweck rein wissenschaftlicher Natur ist, auch von den Israeliten des Continent'S wirksam unterstützt werde! — Amerika. §8tteno$ Ayres Das Iudenthum schlägt sein Banner selbst in den entferntesten Ländern auf. Elf Glaubensgenossen, meistens Deutsche, haben die Absicht, eine jüdische Gemeinde dahier zu gründen. Dieselben gehören der höhern Gesellschaft an, und ist diese Anhänglichkeit an den väterlichen Glauben um so mehr belobend hervorzuheben, da gewöhnlich in diesen Kreisen in Bezug auf Religion Indifferentismus zu herrschen pflegt. (Ed. Isr.) Feuilleton. Aer kleine Jan. (Fortsetzung.) IV. Mit einer kleinen, aber erlesenen Schaar zog Sobieski den Ebenen von Zborow zu. Hier lagerten die beiden Heere einander gegenüber. Auf der einen Seite die Kosacken und Tartaren so zahlreich wie der Sand am Meere, trunken von zwei glanzvollen Siegen, übermüthig und siegesgewiß; auf der andern Seite die kleine Schaar der Polen, muthlos und unwillig. Auf freiem Felde, in der Mitte des Heeres, hielt der Oberfeldherr Czarniecki Kriegsrath. „Was sollen wir unnütz unser Blut vergießen?" sprach Oberst Polonowski. „Zu zahlreich ist der Feind. Was kann unser Loos sein?" „Nichts als eine schmähliche Niederlage!" stimmte Gereral Iablonowski ihm bei. „Wir werden Alle verloren sein!" „Grausamer Tod oder elende, schmachvolle Gefangenschaft — wir haben keine andere Aussicht!" fügte Oberst Wilzowski traurig hinzu. „Laßt uns noch Verstärkung abwarten, Oberfeldherr!" rief Oberst Szopowski aus. „Oder laßt uns heimziehen und uns in unfern Burgen vertheidigen!" nahm Polonowski wieder das Wort. Czarniecki schwieg; ihm selbst war der Muth entfallen. Da trat Sobieski vor. „Freunde, Brüder!" redete der zwanzigjährige Jüngling die Generäle, Obersten und Starosten an, „erlaubet dem Jüngsten in Eurer Mitte, seine Meinung zu äußern. „Die Kosacken und Tartaren verwüsten daö Land; sie sengen, morden und rauben. Viele Tausende sind ihnen schon zum Opfer gefallen; unsere Frauen und Jungfrauen werden von ihnen ge-

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