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Der Israelit · 1868-07-08 · Heft 28 (8.7.1868) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 28 (8.7.1868)
Date
1868-07-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
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534 And hierzu das nunmehr veraltete Mittelchen, die christlichen Einwohner gegen die Juden aufzureizen, in Anwendung bringt. So wurde jüngst, wie wir bereits mitgetheilt haben, an die Häuser der hiesigen Stadt ein Aufruf geklebt, der also lautet: „£>, Du armes Volk, steh auf, wenn Du nicht vor Hunger sterben willst! Weg mit der mörderischen Constitution! Tod den Juden, welche königl. Beamten sind! Wollen wir Mantuaner uns von Juden regieren lassen, die in früherer Zeit die Straßen gekehrt haben und jetzt an den Christen reich geworden sind? Tödtet diese schmutzige Sekte und rufet: Es lebe der strenge König und die Armee." (I. Zeit.) Holland. Haag. Der König von Holland hat unter dem 21. Juni dem Herrn H. L. Enthoven von hier erlaubt, den ihm von der Königin von Spanien verliehenen Ritterorden Jsabella tragen zu dürfen. (N. Weekbl.) Groningen. Herr I. P. Israels-ist zum Consular-Agent von Frankreich in hiesiger Stadt ernannt worden. (N. Weekbl.) Arnheim. Herr Enthoven aus Haag wurde zum Mitgliede der Jury bei der hiesigen Kunstausstellung erwählt. (N. Weekbl.) Frankreich. Paris. Die „All. Jsr." sendet uns den „Moniteur" vom 21. Juni, welchem Blatte wir Folgendes entnehmen: Gestern Nachmittag stürzte sich ein Kutscher in der „Bue de Halay du Palais “ über die Brüstung der Brücke in die Seine. Die daselbst von Augenzeugen ausgestoßenen Hilferufe veranlaßten den Herrn Alphons Weil, Restaurateur in der Rue de Halay du Palais, welcher gerade an seinem Thore stand, rasch dorthin zu eilen. Dort angekommen, übersah er in einem Augenblick die Lage, noch im selben Augenblick rannte er die Treppe zum Fluß hinab, inzwischen die entbehrlichsten Kleidungsstücke abwerfend. Am Ende der Treppe angelangt, stürzte er sich in die Fluthen und gelangte mit Todesgefahr zu dem mit dem Tod kämpfenden Unglücklichen. Es gelang ihm, denselben mit einer Hand zu fassen und so zog er ihn an die Uferseite. Der Hund des Herrn Weil hatte sich zugleich mit seinem Herrn in die Wellen gestürzt und schwamm neben demselben, die Mütze des unglücklichen Kutschers festhaltend, welche er an dem Ufer niederlegte. Als Herr Weil sich dem Ufer nähern wollte, fingen seine Kräfte an zu schwinden, indem derjenige, den er dem nassen Grabe entreißen wollte, von einer beträchtlichen Schwere war. Jedoch unterstützt von einem Sergeanten, konnte er ihn aus dem Wasser ziehen und brachten ihn beide nun zur Treppe hinauf. Der Kutscher sagte jedoch ganz gutmüthig: Es wäre besser gewesen, wenn Ihr mich hättet ertrinken lassen. Der Unglückliche ist ein Mann von ca. 60 Jahren und bekleidete früher eine Stelle auf dem Polizeibureau, welche ihn allen Sorgen enthoben hatte. Heute nun ließ der Präfect Beritton Herrn Weil rufen und belobte denselben wegen seines Muthes und seiner Unerschrockenheit. Herr Weil war früher Brigadier de la garde de Paris und diente außerdem noch 2i Jahre in Afrika. Jetzt ist er verheirathet und Familienvater und 48 Jahre alt. Angesichts der Gefahr, welche dm alten Kutscher bedrohte, achtete der Brave sein eigenes Leben nicht, um das eines Andern zu reiten. Herr Weil war schon einmal so glücklich, zwei seiner Cameraden zu retten, welche mit Pferden hinter der Kaserne Colestines zur Tränke in die Seine geritten und dort nahe daran waren, zu ertrinken. Paris- Nachdem im „Moniteur" angezeigt ist, daß die Mörder verschiedener Juden in Tetuan die verdiente Strafe, und zwar die des Todes erhalten haben, fährt dieses Blatt fort: Der französische Repräsentant in Marocco wird den Kaiser von Marocco besuchen und von demselben Maßregeln verlangen, die ähnliche Vorfälle, wie die geschehenen, unmöglich machen. England. London, 26. Juni. Bei der Mittwoch stattgefundenen Preisvertheilung in den Facultäten des College erhielt Herr Marcus M. Hartog einen Preis von 30 L. (360 fl.) welche ihm in drei auseinander folgenden Jahren ausgezahlt werden. London, 26. Juni. Bei dem Donnerstag Abend in dem angebauten Hause der Suppenanstalt für arme Israeliten ausgebrochenen Brande wurde diese Anstalt ein Raub der Flammen. Dieselbe war nur theilweise versichert. London. Wir erfahren, daß ein Comite, aus 4 Coloniften bestehend, in London gebildet wurde, um für das Zustandekommen des Prinz Alfred-Spitals in Sydney Geld zu sammlen. Bei der ersten Sitzung des Comits's waren zwei Glaubensgenossen, Herr Moses Joseph und S. A. Joseph. Dem Ersteren wurde die Subcommission übertragen. Es wurde die Summe von 900 Pfund (10,800 fl.) gezeichnet. London. Die hiesigen jüdischen Frei-Schulm werden von 2400 Schülern und zwar von 1400 Knaben und 1000 Mädchen besucht. Bei der jüngsten Generalversammlung wurden für dieselben 2400 L. (28800 fl.) gezeichnet. London. ES ist gewiß mittheilenswerth, daß verschiedene Glaubensgenossen Mitglieder der hiesigen wissenschaftlichen Gesellschaften sind. Professor Syl-

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