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Der Israelit · 1868-07-01 · Heft 27 (1.7.1868) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 27 (1.7.1868)
Date
1868-07-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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518 Spanien. Vittoria Vor einiger Zeit stieß man bei der Umarbeitung des Bodens bei Vittoria auf menschliche Skelette und als man sie näher untersuchte, bemerkte man, daß sie besondere Zeichen auf der Stirne und auf dem Arme trugen. Weder die Anatomisten noch die Alterthumskenner konnten diese Eigentümlichkeiten erklären. Diese Nachricht erfuhr per Zufall der isr. Kaufmann Silva in San Sebastian (nicht weit von Vittoria), welcher dieses Mysterium sofort zu erklären wußte, indem er sagte, daß diese Skelette die sterblichen Reste von dahier begrabenen Juden mit pdsri auf dem Kopse und auf dem Arme seien. Es wurden hier auch die nötigen historischen Recherchen angestellt, durch welche sich ergab, daß dieser alte Begräbnißplatz zur Zeit, als die Juden von Spanien vertrieben wurden (1492), von den isr. Einwohnern dem Stadtrathe unter der Bedingung übergeben wurde, daß auf diesem niemals gebaut werden dürfe. Herr Silva hat nun dafür Sorge getragen, daß alle Punkte des Vorgefundenen Vertrags pünktlich gehalten und daß auf die Bedingungen der Schenkung geachtet werde. Man hat diesen Platz mit Palisaden umgeben, und durch einen Beschluß des Stadtrathes ist es verboten, auf demselben Gebäulichkeiten zu errichten. England. London. Dieser Tage hielten die Subscribenten der Suppenanstalt für jüdische Armen eine Generalversammlung , bei welcher Gelegenheit fast 1500 L. (18000 fl.) zu Gunsten dieser Anstalt gezeichnet wurden. Aus dem Bericht ist zu ersehen, daß für Brod allein 607 L. (7284 fl.) und für Fleisch 141 L. (1692 fl.) verausgabt wurden. Dänemark. Der Sekretär im dänischen Finanzministerium, Herr Martin Levi (Israelit) ist nach Berlin abgereist, um eine Postconvention zwischen Dänemark und dem norddeutschen Bunde zu errichten. Der Kaufmann M. Levi, der in Berlin gestorben ist, hat dem Hospitale der Stadt Kopenhagen 10,000 dän. Thaler vermacht. (Hamagid.) D o n a u f ü r st e n t h ü m e r. Bukarest. Nachstehender Brief, welchen wir dem „Echo Danubien" entnehmen, ist geeignet, ein Streiflicht aus das Gebühren der jetzigen rumänischen Regierung zu werfen. Derselbe lautet: Ich ergreife die Feder, um Ihnen eine Thatsache mitzutheilen, welche jeden ecbten Rumänen beschämen muß. In diesem Lande von armen Eltern geboren, erlernte ich das Schneiderhandwerk. Als ich das Alter reicht hatte, in welchem jeder Bürger sein Leben dem Vaterlande widmen muß, trat ich in die rumänische Armee ein, woselbst ich sechs Jahre diente. Nach dieser Zeit zog ich mich ins Privatleben zurück und betrieb mein Handwerk. Vor einigen Tagen stellte ich mich dem Cultusminister vor, um bei einer Kleiderlicitation concurriren zu dürfen. Wie groß war aber mein Erstaunen, als ich von demselben zurückgewiesen wurde, unter dem Vorwände, daß ich der mosaischen Religion angehöre. Vergebens protestirte ich, und selbst das Vorzeigen meiner Documente, welche meine Dienstzeit constatirten, blieben ohne Erfolg. „Die Juden werden nicht zugelassen," war die kurze Antwort des Ministers. L. Michel, ehemaliger Corporal in der rumänischen Armee. Bukarest, 20. Juni. Für den Besuch des Prinzen Nap o leon werden in Bukarest umfasiende Vorbereitungen getroffen. Alle öffentlichen Anstalten beginnen bereits mit Anlegung des Galakleides; Paraden, Illuminationen der Kasernen und derartige Dinge mehr sind bereits angeordnet. Die größte Überraschung aber, welche den Prinzen erwartet, soll dieVotirung der Emanzipation derJsraeliten durch die Kammer sein. Zwar stieß der Vorschlag, den Juden des Landes politische Rechte einzuräumen, bei einer Versammlung der Kammer-Majorität in einem Gasthause auf lebhaften Widerspruch; doch werden nichtsdestoweniger für das betreffende Amendement Unterschriften bei den Deputaten gesammelt und die Regierung hofft, davon genug zusammenzubringen, damit die Emanzipation der Juden beim Eintreffen Napoleon Bonaparte's von der Kammer ausgesprochen werde. (Frmdbl.) Bukarest Wie das „Echo Danubien" unter dem 12. Juni mittheilt, hat die rumänische Regierung wieder erlaubt, daß sich die Juden an den Licitationen, mit Ausnahme an Solchen, bei denen Specialkenntnisse erforderlich sind, betheiligen dürfen. Serbien. Belgrad, 20. Juni. Heute wurde unter allgemeiner Theilnahme in der israelitischen Synagoge ein solenner Trauergottec dienst sin den seligen Fürsten Michael abgehalten. Palästina. Jerusalem. Zwei Tage vor rupQv war dahier ein sehr starkes Gewitter, das zwei Tage anhielt, eine Seltenheit in hiesiger Gegend, die der Veröffentlichung werth ist. Die zwei Söhne des hiesigen Paschas besuchen die von der „All. Isr." erösinete Schule, um an dem Unterrichte in den profanen W.ssenschaften, welche in derselben nebst dem entsprechenden Thoraunterricht gelehrt werden, Theil zu nehmen. (Libanon.)

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