Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 27 (1.7.1868)
- Date
- 1868-07-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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516 zu Talmide Chachamim heranzubilden, sie zu wissenschaftlichen Studien derart zu führen, daß diese zur segensreichen Folie der Thora-Kenntniß werden! Und jeder dieser Jünger trägt den Geist des Lehrers weiter, eröffnet neue Erkenntnißquellen in dürrem Lande und tränkt mit dem Wasser des Lebens lechzendes Gefild. Seit neuster Zeit hat sich die ehemals so traurige Lage des schönen Ungarlandes zu einer hoffnungsreichen gestaltet; auch die zahlreichen Ungarn jüdischen Glaubens gehen einer neuen, noch nicht absehbaren Entwickelung entgegen; wir erwarten, daß in dieser Herr Rabbiner vr. Hildesheimer eine hervorragende Stellung einnehmen wird, eine Stellung, wie sie solchem Manne geziemt, den wir im Vorstehenden zu schildern versucht haben. Der Hinblick auf solche Männer, auf solches Wirken ist geeignet, mit manchen trüben Erscheinungen der Gegenwart auszusühnen. Die Ettlinger, Bamberger, Hirsch, Schreiber, Hildesheimer rc. sind es, im Hinblick auf die wir sagen dürfen: 121712 0*11» .12,12 D’WX 2Z\X OUT 211.1 j'X Das gegenwärtige Geschlecht ist nicht verwaist, da es solche Männer in seiner Mitte birgt. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Darmfiadt, 18. Juni. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer lief eine Interpellation des Abg. Edinger ein, in welcher derselbe an die Regierung die Frage stellt, welches der Grund sei, daß kein Israelit sich im Staatsdienst befinde? Ob sich kein solcher gemeldet habe oder ob Zurückweisungen von Angehörigen der israelitischen Religion stattgefunden hätten? □ München, im Juni. Der erste Fall, daß in Tirol eine Aufnahme als Bürger ohne Rücksicht auf das Religionsbekenntniß erfolgt, dürfte in Bozen stattgefunden haben, wo dem iSr. Banquier Lehmann erklärt wurde: es stehe seiner Ansässigmachung nichts entgegen, sobald er (entsprechend dem Staatsgrundgesetze) das österreichische Staatsbürgerrecht erlangt habe. — □ Württemberg Se. Kgl Maj. haben für den Zeitraum vom 16. Juni 1868 bis zur Einführung der neuen Gerichtsverfassung den kgl. geh. Hofrath in Stuttgart R. von Kaulla zum Handelsgerichtsrath — Mitglied des Oberhandelsgerichts — zu ernennen geruht. — Aus Weftphalen Im Anschlüsse an den in Nr. 24 dieser gesch. Blätter enthaltenen Artikel, beftieffs einer Konferenz orthodox-israel. Lehrer, können wir die erfreuliche Mittheilung machen, daß bereits von verschiedenen Seiten Vorschläge zur Nealisirung dieser hochwichtigen Angelegenheit und Zusagen zur Betheiligung an einer solchen Conferenz eingegangen sind. Es steht daher zu erwarten, daß schon im nächsten Herbste die erste Versammlung tagen könne. Wohl wird man unö von gegnerischer Seite Particularismus, Sonderinteresse und Parteibefangenheit zum Vorwurf machen und unser Bestreben — wir sind darauf gefaßt — verdächtigen. Doch, derartige Machinationen sollen uns nicht zurückhalten, auf dem einmal angetretenen Pfade mit Gottes Hilfe muthig und rüstig weiter fortzuschreiten, sollen uns nicht hindern, für die Rettung unseres heiligsten und theuersten Gutes, rwnpn unnr6, zu wirken. Denn, wie die jüngste Zeit gelehrt hat, daß in göttlichen Angelegenheiten, trotz aller gegnerischen Bestrebungen, das Gute sich immer mehr Bahn gebrochen hat, dürfen wir fest vertrauen, daß auch unser zur Ehre Gottes und seiner heil. Lehre — .ii'in.ivi ntmn'? — unternommenes Werk gelingen und vom besten Erfolg gekrönt werde. Bei der Größe der Aufgabe, die wir uns gestellt, konnten uns jedoch die Schwierigkeiten, die mit der Lösung derselben verbunden sind, nicht fremd bleiben, und sehen wir es sehr wohl ein, daß nur eine kräftige Unterstützung und Mitwirkung von Seiten gleichgesinnter Collegen uns zum vorgesteckten Ziele verhelfen kann, und dieses Ziel ist kein anderes, als: iinib .i^L'i'b mopn die gesunkenen religiösen Zustände zu heben und das Unkraut zu vertilgen, welches die goldene Saat unserer heil. Gotteslehre zu überwuchern droht. — Darum auf, Ihr gleichgesinnten Collegen! schließet Euch uns brüderlich an! lasset uns Zusammenhalten wie ein Mann, vereint unö einstehen für unsere heil. Sache, vereint um das Banner des echten, wahren und unverfälschten Judenthums uns zusammenschaaren! w^ip '2 und gewiß, unser Bemühen wird alsdann vom besten Erfolg gekrönt werden. Deshalb ersuchen wir Euch, geehrte Collegen, die Ihr unser Vorhaben zu unterstützen und mit uns im Weinberge des Herrn zu arbeiten gedenket, Eure Bereitwilligkeit innerhalb 4 Wochen an einen der Unterzeichneten brieflich mittheilen und mit geeigneten Vorschlägen begleiten zu wollen. Sobald eine genügende Betheiligung zugesagt ist, soll über Zeit und Ort der Conferenz das Nähere durch diese gesch. Blätter mitgetheilt werden. L. Cohn, M. Rosenwald, Lehrer in Borken Lehrer in Oestrich und Letmathe, in Weftphalen. bei Iserlohn. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 20. Juni. Gestern um halb 7 Uhr Abends fand für den verewigten Ober-Rabbiner der